Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — N.F. 9.1898

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Nekrologe. — Personalnachrichten. — Wettbewerbe.

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aus der „Misere» und der „Verzweiflung» Antoine
Springaels, zwei Werken in Hochrelief.

Auch die Antwerpener Gruppe hat, ausser den
schon citirtcn, bemerkenswerte Werke ausgestellt. Wir
nennen nur die Namen Jules Anthone, Frans und
Edward Deckers und L. F. J. Dupuis. Dass neben
vielen wirklich hervorragenden Werken der Skulptur
sich auch eine Fülle von künstlerisch bedeutungslosen
Arbeiten auf der Ausstellung angesammelt hat, soll nicht
verschwiegen werden, die Namen bleiben jedoch besser
ungenannt. PROF. DR. D. JOSEPH.

NEKROLOGE.

Am ig. September verstarb zu Naundorf bei Schmiede-
bert; der Landschaftsmaler Professor Louis Gurlitt im Alter
von 85V2 Jahren. Wir werden über das Leben des ältesten
deutschen Malers an anderer Stelle ausführlicher berichten.

PERSONALNACHRICHTEN.

Dem Docenten für Geschichte des Kunstgewerbes und
der dekorativen Künste an der Königl. Technischen Hochschule
in Berlin-Charlottenburg, Dr. phil. A. G. Meyer, ist das
Prädikat „Professor" verliehen worden.

* , * Der Oeschichtsmaler Eduard Kacmpffcr ist zum
ordentlichen Lehrer der Kunst- und Kunstgewerbeschule in
Breslau ernannt worden.

* , * Den Lehrern an der Unterrichtsanstalt des Kunst-
gewerbemuseums in Berlin, Architekten Otto Rieth und Maler
Vital Schmitt, ist das Prädikat „Professor" beigelegt worden.

* „ * Der Maler Prof. Ludwig Dettmann in Charlotten-
burg ist zum Ehrenmitgliede der Societe royale Beige des
Aquarellistes ernannt worden.

WETTBEWERBE.

München. — Die Redaktion der „Dekorativen Kunst"
in München veranstaltet ein Preisausschreiben für den Ent-
wurf zu einer transportablen elektrischen Tischlampe und

Der Oeschichtsmaler Professor Dr. Otto Heyden ist am
21. September in einer Klinik in Göttingen gestorben. Am
8. Juli 1820 in Ducherow in Pommern geboren, studirte er
zuerst Theologie und widmete sich seit 1843 der Malerei.
Zuerst in Berlin, dann in Paris als Schüler Cogniets. Nach
mehrjährigem Aufenthalt in Italien wählte er 1854 seinen
Wohnsitz in Berlin; im Juli dieses Jahres siedelte der greise
Künstler nach Wiesbaden über, um sich dort der wohlver-
dienten Ruhe zu erfreuen, die er leider nicht lange geniessen
sollte. Die Kriege 1866 und 1870 machte Heyden im Ge-
folge des Kronprinzen und beim Generalkommando des
5. Armeekorps mit. Sein bekanntestes Bild aus dieser Zeit
ist wohl der Besuch des deutschen Kaisers bei den Ver-
wundeten in Versailles. Eine Reise nach Ägypten zeitigte
eine Reihe orientalischer Bilder. Später widmete sich Heyden
der Porträtmalerei. Seine letzten grösseren Arbeiten sind
„Apollo mit den Musen und Grazien" und „Ein Abendmahl
in der Berliner Dankeskirche".

%* Der englische Maler Sir John Gilbert, der Präsident
der Kgl. Gesellschaft der Aquarellmaler, ist am 6. Oktober
in Blackheath im Alter von 80 Jahren gestorben.

setzt drei Preise in der Höhe von 100 Mark, 50 Mark und
25 Mark fest. Die Arbeiten sind bis 1. November in kor-
rekten Zeichnungen an die genannte Redaktion in München,
Kaulbachstrasse 22, einzureichen. Die näheren Bedingungen
der Preisverteilung sind aus dem ersten Heft der „Deko-
rativen Kunst" ersichtlich.

Berlin. — Die Friedrich Eggers-Stiftung zur Förderung
der Künste und Kunstwissenschaften in Berlin fordert zur
Bewerbung um die ihr für den 1. April i8g8 für Stipendien
zur Verfügung stehende Summe von 600 M. auf. Die be-
treffenden Anträge sind im Laufe des Monats Januar 1898
bei dem Königl. Baurat Herrn F. Schwechten, Berlin W.
Lützowstrasse 68, III einzureichen. Bei der bevorstehenden
Verleihung werden in erster Linie Bildhauer berücksichtigt,
dann in nachstehender Reihenfolge: Maler, Kunstgewerbe-
beflissene, Kunstgelehrte und Architekten.

© In der ^weiten Konkurrent um das Bismarck-
Denkmal für Berlin, zu der alle in der ersten Konkurrenz
mit Preisen ausgezeichneten Bewerber gegen eine Ent-
schädigung von 5000 M. eingeladen worden waren, hat das
Preisgericht beschlossen, dem Komitee die Ausführung des
Entwurfs von Prof. R. Begas t.vl empfehlen.
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