Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Kunstgeschichtliche Gesellschaft zu Berlin [Editor]
Kunstchronik und Kunstmarkt: Wochenschrift für Kenner und Sammler — 54.1918/​1919 (April-September)

DOI issue:
Nr. 44 (22. August 1919)
DOI article:
Glaser, Curt: Das neue Haus der Nationalgalerie
DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.29582#0435

DWork-Logo
Overview
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
KUNSTCHRONIK UND KUNSTMARKT
HERAUSGEBER: GUSTAV KIRSTEIN
BERLINER REDAKTION: CURT GLASER WIENER REDAKTION. HANS TIETZE
NR. 44 29. AUGUST 1919

DAS NEUE HAUS DER NATIONALGALERIE
VON CURT GLASER
TTTTENN für eine der ftaatliAen Kunhfammlungen die TatfaAe des poli-
VV tiiAen Umhurzes von entlAeidender Bedeutung gewefen ih, fo für die
Berliner Nationalgalerie. Man weiß es, wie die Entwi&Iung diefer Samm-
lung durA das perfönliAe Eingreifen des Kaifers gehemmt wurde, und es
'ft niAt nötig, an die Kämpfe zu erinnern, die naA TiAudis Weggang nur
lautlofer und dank Juhis politilAer GelAidtliAkeit minder auffällig HA ab-
fpielten. Wenn heute die Berliner Nationalgalerie zwar die beite Sammlung
deutlAer Kunlt des 19. Jahrhunderts behtzt, in ihr aber ein Meifter vom
Range Liebermanns noA immer unzureiAend, Corinth und Slevogt feit jünglter
Zeit erft überhaupt mit wenigen Proben ihrer Kunlt vertreten Und, fo trifft
den Leiter der Galerie daran niAt die SAufd. Ihm waren bisher die Hände
gebunden. Darum -durfte und mußte er aus der veränderten Lage, die HA
im November vorigen Jahres ergab, die nötigen Konferenzen ziehen.
Das ih in grtindiiAher Weife gelAehen. Ludwig Julti hat zunäAIt für
Binfetzung einer neuen Ankaufskommifhon Sorge getragen, und hat fodann
dem immer fühlbarer werdenden Raummangel innerhalb der Galerie Abhilfe
gekhaffen, indem er es durAfetzte, daß der Frontbau des ehemaligen Kron-
prinzenpalais für Mufeumszwe&e zur Verfügung gehellt wurde. Am 4. Auguft
wurde das neue Haus der ÖlfenttiAkeit übergeben, und man darf der zu-
verhAtiiAen Hoffnung AusdruA geben, daß es hdt niAt nur um eine vor-
übergehende Ausheilung handeln wird, — vorläufig ih der 1. November als
Termin gefetzt, — fondern daß das Haus dauernd als Erweiterungsbau der
Nationalgalerie erhalten bleibt.
Denn ein foIAer war fAon feit langem eine Notwendigkeit, und wenn
Neubauten in abfehbarer Zukunft niAt werden erriAtet werden können, fo
kann man es wohl zufrieden fein, daß in fo günftiger Lage ein geeignetes
Gebäude gefunden wurde, das unverzügliA in GebrauA genommen werden
konnte. Die Raum= und LiAtverhältniffe find fo gut, wie man he bei einem
Haufe, das niAt für Mufeumszwe&e gebaut war, nur erwarten konnte. Alle
Haupträume haben ein ruhiges und gleiAmäßiges NordliAt, das nur in dem
 
Annotationen