Kunstgewerbeblatt: Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe I. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart — 1.1885

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Das Tafelsilber I. I. K. K. H. H. des Prinzen und der Prinzessin Wilhelm von Preußsn.

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>hrcn besten Kräften ununterbrochen gearbeitet
haben, sollte nach den Jntentionen der Stifter
uicht sowohl sür den jetzigen Bedarf ausreichen,
als überhaupt die Tafel des preußischen Kvnigs-
hauses bei festlichen Gelegenheiten würdig zu
schmücken geeignet sein.
Das Serviee war unmittelbar nach Voll-
enduug im Juni und Juli 1883 im Berliner
Kunstgewerbemuseum ausgestellt. Um aber auch

ließ, auch auf eine würdige Ausstattung desselben
Bedacht genommen. Genau 150 Jahre vor
Vollendung des jetzigen TafelsilberS erfolgte dann
durch den sonst so sparsamen Soldatenkönig
Friedrich Wilhelm I., welcher hierdurch seiner
hohen Meinuug und dem Bewußtsein von seiner
königlichen Macht und Würde Ausdruck zu geben
beabsichtigte, jener ungeheure Austrag an die
Gullmaunsche Silberhandlung zu Augsburg,


ic Wcichsel. Modcllirt von Geycr

iZn Silber ansgefnhrt von D. Vollgold ^ Sohn in Berlin.

weitereu Kreisen ein möglichst anschauliches und
vollständiges Bild dcs Ganzen zu gebcn, dcr
modernen Goldschmiedekunst ucue Anrcgungeu zu
bieten, endlich diese in der Gcschichte des deut-
schen Handwcrks Epvche machende Arbeit auch
spätesten Geschlechtcrn im getreuen Abbitd zu cr-
halten, ist mit Genehmigung der hohcn Besitzer
die vvrliegende Publikation veranstaltet.
Das prcußische Königshaus bcsaß ehedem
einen reichen Sckatz an silbernem Gerät aller
Art: der erste preußische König, der prachtliebende
Friedrich I., hatte, als er sein Kvnigsschlvß an
dcr Spree durch den großen Schlüter erbauen
Kunstgewerbcblatt. i.

Ivelcher Jahre lang die Augsburgcr Gvldschmiede
vollauf beschnftigte. Es war ein ganzes Mobiliar
von Silber, hnuptsächlich aber Tafelsilber, eine
Reihe großer Tafelaufsätze rc. Eiue Schätzung
der Arbeiten durch Joh. Jac. Frings, „Augs-
burgscherMüntz- und verpflichteter Kreiswardein
aus Franken, Schivaben und Baycrn" ergiebt
die Summe von ca. 1 Million Mark. Die
Entwürfe zu diesem Silbergerät stammten von
dem bekannten Maler Niedinger, auch die Namen
der auöführenden Meister sind uns bekannt.
Aber von all deu Schätzen ist nicht mehr er-
halten, als hinrcicbt, cin großes, von Eosander
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