Kunstgewerbeblatt: Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe I. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart — NF 6.1895

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KLEINE MITTEILUNGEN.

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lungen mancher diese Schrift gerne lesen, der im verflosse-
nen Jahre die „Wunderwelt" Amerika aufgesucht hat. Das
Urteil des Verfassers, der als Teilnehmer von K. Riesel's
Reisegesellschaft die Fahrt über den Ozean unternommen
hatte, mag da und dort nicht mit dem Eindruck überein-
stimmen, den mancher andere und vor allem diejenigen
von Amerika und amerikanischen Verhältnissen bekommen
haben, welche längere Zeit die Leiden und Freuden des
amerikanischen Aufenthalts kennen gelernt hatten und vor
allem „drüben" sich durch die Geschäfts- und Arbeitsver-
hältnisse durchbeißen
mussten. Doch ist über-
all zu erkennen, dass
der Verfasser vorurteils-
los zu beobachten be-
strebt war. Aucb hat
er es verstanden, die Er-
zählung des Erlebten in
humorvollen Plauderton
zu kleiden. H.

Zu dem Zollvademe-
cum für Buch- und Pa-
piergewerbe sowie für die
dwnit zusammenhängen-
den Industriezweige ist in
diesem Jahre im Verlag
von G. Hedeler in Leip-
zig ein Nachtrag 1893
his 1894 erschienen, wel-
cher die neue amerika-
nische Tarifbill schon
enthält und sich auf die
amtlichen Veröffentlich-
ungen des Reichsamts des
Innern, sowie andere amt-
liche Berichte stützt. Die-
ser Nachtrag ergänzt das
m gleichem Verlage er-
schienene Zollvademe-
cum (Preis 7 M.) bis zum
1- September 1894. Bei
jedem Bande sind noch
einleitende Angaben über

Fakturenaufstellung,
Vertragsverhältnis, be-
sondere Vergünstigungen
der Abgaben etc. ge-
macht. Die in Betracht
kommenden Artikel sind
ferner in drei Gruppen
geteilt: 1) Litterarische,
wissenschaftliche und
Kunstgegenstände, inkl.
graphischer Erzeugnisse,

Bildhauerarbeiten, musikalischer und wissenschaftlicher In-
strumente etc. 2) Papier-Roh- und Halbstoffe, Papiere und
I appen in jeglicher Art und Verarbeitung. 3) Verschiedene
Gegenstände in alphabetischer Ordnung, wie Bedarfsartikel
'ür Buch- und Papiergewerbe, Maschinen, Werkzeuge, Far-
ben, Leder etc., photographische Apparat«, Bilderrahmen,
Galanteriewaren u. dergl. — Kunstgewerbliche Firmen,
welche mit dem Export einschlägiger Artikel zu thun haben,
werden in dem Zollvademecum einen brauchbaren Ratgeber
finden. ij.

Aus „Ex libris", gezeichnet von Josef Sattleb

F. Schwenke und K. Lange, Die Silberbibliothek Herzog
Albrecht's von Preußen und seiner Gemahlin Anna Maria.
Festgabe der Königlichen und Universitätsbibliothek Kö-
nigsberg i. Pr. zur 350jährigen Jubelfeier der Albertus-
universität. 4°. Mit 12 Tafeln und 8 Textillustrationen.
Leipzig, K. W. Hiersemann, 1894.
Als Festgabe zum 350jährigen Jubeltage der Albertina
konnte der Gegenstand der Veröffentlichung der König-
lichen und Universitätsbibliothek kaum beziehungsreicher
und geeigneter gewählt werden, als dies durch das in vor-
nehmer Ausstattung vor-
liegende Werk geschehen
ist. Durch dasselbe wird
zum erstenmal eine nach
allen Seiten erschöpfende
Auskunft gegeben über
die, kunstgewerblich und
bibliographisch betrach-
tet, als Unikum dastehen-
de Sammlung, deren Vor-
handensein zwar nicht
unbekannt war, wie aus
Anführungen in der ein-
schlägigen Litteratur her-
vorgeht, von der jedoch
kaum einer der betref-
fenden Autoren genauere
Kenntnisse besaß. Den
Anteil der beiden Ver-
fasser haben wir uns
nach der Vorrede so zu
denken, dass Herrn Bib-
liotheksdirektor Schwen-
ke der bibliographische
und historischeTeil,Herrn
Professor K. Lange der
kunstgeschichtliche und
kritischeTeil zufiel, trotz-
dem ist ein Werk von
solcher Einheitlichkeit
entstanden, dass die Ur-
heberschaft sich kaum
genau begrenzen lässt.
Als Hauptergebnis der
Arbeit ist in Kürze zu
bezeichnen: dass die aus
14 Folio-, 4 Quart- und
2 Oktavbänden bestehen-
de sogenannte Silber-
bibliothek des Herzogs
Albrecht von Preußen
der Hauptsache nach in
den Jahren 1554— 1502
entstanden und, abge-
sehen von drei Bänden, in Königsberg für die Gemahlin
des Herzogs, Anna Maria gearbeitet worden ist. — Nach
einer kurzen Darlegung der bibliographischen Verhältnisse
in der Hauptstadt des neugeschaffenen Herzogtums beim
Beginn der Reformationszeit werden die erhaltenen Nach-
richten über die Silberbibliothek auf Grund arcbivalischer
Studien untersucht und vermehrt; zugleich bekommen wir
einen Überblick über die weiteren Schicksale der Sammlung.
Die Aufschlüsse, die hierbei über die Thätigkeit einheimi-
scher und fremder Meister der Edelschmiedekunst für den
herzoglichen Hof zu Tage treten, sind um so wertvoller, als
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