Kunstgewerbeblatt: Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe I. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart — NF 24.1913

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KUNSTGEWERBLICHE RUNDSCHAU

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legung in das Kapitel der Neuzeit wie ein Akkord mit
hinüber, und zweitens ist’s doch Allerhand, was er von
guten Anfängen in Stadtbauämtern, Ministerien und gar
von Unternehmern zusammengetragen hat. — Das Buch
stellt sich den Werken von Unwin und Brinckmann würdig
zur Seite. Hellwag.

PREISAUSSCHREIBEN
□ Magdeburg. Öffentlicher Wettbewerb für den Entwurf
zu einem Grabdenkmal in Magdeburg. Zufolge einer Stiftung
soll ein Grabdenkmal errichtet werden, das die Wohltätig-
keitsbestrebung der Stifter zum Ausdruck bringen soll
(Kinderfürsorge). Entwürfe bezw. Modelle sind bis zum
15. Juni d. J. an das Hochbauamt der Stadt Magdeburg ein-
zureichen. Es stehen für die Ausführung 12000 M. zur
Verfügung. Als Preise sollen erteilt werden: ein erster von
1000 M., ein zweiter von 600 M. und ein dritter von 400 M.
Das Preisgericht werden übernehmen: Oberbürgermeister
Reimarus, Geheimer Baurat Peters, Stadtverordneter Miller
und Museumsdirektor Dr. Volbehr in Magdeburg, Prof.
Ludwig Manzel-Charlottenburg. Nähere Bedingungen sind
vom Hochbauamt zu beziehen. Magdeburg, den 17. März
1913. Der Magistrat. □
□ Stuttgart. Die bürgerlichen Kollegien haben beschlossen,
zur Gewinnung von Skizzen für die Hochbauten und event.
auch für die gärtnerische Anlage eines Hauptfriedhofs einen
Wettbewerb zu eröffnen. Die Entwürfe sind bis zum
2. Juni d. J., abends 6 Uhr, bei dem Stadtschultheißamt
einzureichen. Es sind vier Preise ausgesetzt zu 4000 M.,
2500 M., 1500 M. und 1200 M. Der Ankauf von drei
weiteren Entwürfen zum Preise von je 750 M. ist in Aus-
sicht genommen. Im Preisgericht u. a.: Baurat Grässel-
Miinchen, Kunst- und Handelsgärtner Karl Hausmann-
Stuttgart, Baurat und Gemeinderat Heim-Stuttgart, Prof.
E. Högg-Dresden, Gartenarchitekt Hoemann-Düsseldorf,
Prof. H. Jassoy-Stuttgart, Stadtbaurat Pantle-Stuttgart. Die
Berufung von Ersatzmännern bleibt Vorbehalten. Zur Be-
teiligung werden hiermit sämtliche Bau- und Gartenkünstler
deutscher Staatsangehörigkeit eingeladen. Die Unterlagen
sind bei der städtischen Registratur, Rathaus, I. Stock,
Zimmer Nr. 88, gegen Einsendung von 8M., die gegen
Rückgabe der Quittung bei Einreichung eines Entwurfs
zurückerstattet werden, zu beziehen. □
d Ulm a. D. Wettbewerb für ein Plakat der Stadt
Ulm a. D. Zur Erlangung von Entwürfen für ein Plakat
der Stadt Ulm a. D. wird ein Wettbewerb unter Künstlern,
die im Deutschen Reiche wohnhaft sind, ausgeschrieben. —
Für die besten Lösungen der Aufgabe werden ausgesetzt:
ein erster Preis von 400 M., ein zweiter Preis von 200 M.,
ein dritter Preis von 100 M. Die Entwürfe sind bis zum
16. Juni 1913, mittags 12 Uhr, unter der Adresse: »Verein
für Fremdenverkehr Ulm a. D., Hirschstraße 13« einzu-
reichen. Die Wettbewerbsbedingungen mit Abbildungen
können gegen Einsendung von 1 M. vom Sekretariat des
Vereins bezogen werden. Dieser Betrag wird denjenigen
Bewerbern, welche einen Entwurf eingesandt haben, gegen
Rückgabe der Abbildungen zurückerstattet. Verein für den
Fremdenverkehr Ulm a. D. Der Vorsitzende: Emil Herbst,
Fabrikant. □
□ Leipzig. Internationale Ausstellung für Buchgewerbe
und Graphik Leipzig 1914. Die Internationale Buchgewerbe-
ausstellung Leipzig 1914 wird als große Sondergruppe eine
Ausstellung der Reichsdruckerei bringen, und zwar in einer
Vollständigkeit, wie sie bisher auf einer graphischen Aus-

stellung noch nicht gesehen wurde. Mit der Herrichtung
und Ausgestaltung dieser Abteilung ist der Deutsche Buch-
gewerbeverein in Leipzig beauftragt. □
□ Lyon. Internationale Ausstellung fiir modernes Kunst-
gewerbe Lyon 1915. Dem Projekt der Veranstaltung einer
»Kunstgewerblichen Ausstellung in Paris 1916« ist uner-
wartet eine Konkurrenz erwachsen! Wie die »Ständige
Ausstellungskommission für die Deutsche Industrie« soeben
bekanntgibt, haben Deputierte der Städte Lyon und Mont-
brison (Loire) bei der Deputiertenkammer den Erlaß eines
Gesetzes beantragt, daß die Veranstaltung einer »Inter-
nationalen Ausstellung für modernes Kunstgewerbe Lyon
1915« bestimmt. In den beigefügten Motiven wird das für
französische Verhältnisse nicht zu häufige Argument zum
Ausgangspunkt genommen, daß, wenngleich man der Haupt-
stadt die Hegemonie auf nationalem und intellektuellem
Gebiete nicht abstreiten wolle, dennoch der Befürchtung
Raum gegeben werden müsse, daß eine fortdauernde und
ausschließliche Zentralisation des Geisteslebens der Grund
für eine allmähliche »Schwächung jeder bodenständigen
Genialität im Lande« werden könne. So kommt man dazu,
von einer in Paris zu veranstaltenden Ausstellung keine
Hilfe gegen die vielfach sich zeigenden Mißstände im
französischen Kunstgewerbe zu erwarten, sie vielmehr mit
Emphase zu leugnen und, indem man auf die guten Bei-
spiele der Nachbarn — Deutschland und Italien — mit
ihren Ausstellungen in München und Turin verweist, die
zweitgrößte Stadt Frankreichs, Lyon, zum Vorort einer Be-
wegung vorzuschlagen, durch den französische Kunst auf
dem Umwege über die provinzialen Schulen in Nancy,
Toulouse, Limoges und schließlich in Lyon selbst einer
Regeneration wieder zugeführt werden könnte. Es wird
abzuwarten sein, ob dieser gegen Paris als Haupt- und
Kunststadt gerichtete Vorstoß, dessen parlamentarischen
Schicksalen man übrigens in eingeweihten Kreisen ein wenig
günstiges Prognostikon stellt, von Erfolg sein wird. c


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Für die Redaktion des Kunstgewerbeblattes verantwortlich: Fritz Hellwag, Berlin-Zehlendorf
Verlag von E. A. Seemann in Leipzig. — Druck von Ernst Hedrich Nachf., g. m. b. h., in Leipzig
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