Kunstmarkt: Wochenschrift für Kenner u. Sammler — 5.1908

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Der Kunstmarkt

Wochenschrift für Kenner und Sammler
Herausgegeben u. verlegt von E. A. SEEMANN, Leipzig, Querstrasse No. 13
rejRjfiUfiunatMfiunu Beiblatt der Zeitschrift für bildende Kunst rMcxinuRaraicanana
V. Jahrgang 1907/1908 Nr. 15. 17. Januar
Der Kunstmarkt erscheint am Freitage jeder Woche (mit Ausnahme der drei Sommermonate, in denen er nur je einmal erscheint) und kostet 4 M.
jährlich (40 Nummern), frei ins Haus Jahrespreis 6 M. Abonnenten der Zeitschrift für bildende Kunst erhalten den Kunstmarkt kostenfrei. Anzeigen-
preis 30 Pf. für die einspaltige Petitzeile. Redaktionsschluß Sonnabend mittag.

BEVORSTEHENDE AUKTIONEN

Januar
21. u. 22.
Februar
Anfang

Februar

Berlin. * Keller & Reiner. Slg. Fritz Gerstel,
Berlin. Gern, alter u. neuzeit. Meister.

München. * Hugo Helbing. Antiquitäten,
Möbel, Kunst- und Einrichtungs-
gegenstände, sowie Ölgemälde alter
und neuerer Meister aus verschie-
denem Privatbesitz.

München. *Hugo Helbing. Kupferstiche,
Radierungen, Holzschnitte, Schab-
kunstblätter, Farbstiche, sowie Hand-
zeichnungen alter Meister usw.

Februar
Februar
März
Ende
Frühjahr

München. '■'■'Hugo Helbing. Originalradie-
rungen, Holzschnitte, Lithographien
usw. moderner Meister, sowie Aqua-
relle und Handzeichnungen neuerer
Meister.
Köln. /. M. Heberle (H.Lempertzi Söhne). Japan-
u. Chinasamml. Cholodowski,Odessa.
Aachen. Anion Creutzer, vorm. M. Lempertz.
Hervorragende Samml. von Kunst-
gegenständen aller Art, Möbel usw.
München. Hugo Helbing. Ölgemälde und
Aquarelle hervorragender moderner
Meister. Samml. F. Kalisterf, Triest.

Über die mit Sternchen versehenen Versteigerungen

ist im Anzeigenteile dieser Nummer Näheres zu finden.

NEUIGKEITEN VOM KUNSTMARKTE
Am 21. und 22. Januar findet, wie bereits gemeldet,
im Kunstsalon Keller & Reiner, Berlin W. 35, die Ver-
steigerung der Sammlung Fritz Gerstel, Berlin, statt.
Als einziges Werk eines altitalienischen Meisters gibt der
illustrierte Katalog ein Triptychon mit der Krönung Mariä
und Heiligenfiguren wieder, das dem Simone da Bologna
zugeschrieben wird. Das Bild Nr. 51, wie das vorerwähnte
aus der Sammlung Somzee stammend, ist nicht »Altdeutsche
Schule«, sondern das Werk eines häufig vorkommenden
Meisters der Blesgruppe. Zahlreicher ist die holländische
Schule des 17. Jahrhunderts vertreten; erwähnt seien die
stattlichen Bildnisse eines Ehepaares, mit noch ungedeuteten
Familienwappen, in der Art des B. van der Heist, be-
zeichnete Blumenstücke von B. van der Ast und Daniel
Seghers, ein Geflügelstilleben von Jan Weenix, das Opfer-
fest der Diana von Pieter Lastman (voll bezeichnet und
mit dem Datum 1617 versehen), eine »Wassermühle«,
keinem Geringeren als Meindert Hobbema attribuiert. Das
Porträt eines jugendlichen Malers von Hyacinthe Rigaud
ist bereits von der Auktion der Sammlung Baron von
Königswarter (Nr. 75 des Kataloges vom 20. November
1906) her bekannt; der Katalog führt ferner Werke von
Boucher, J. B. Oudry und Greuze an; eine Abbildung,

nacktes Mädchen als Quellnymphe, läßt nicht mit Sicher-
heit entscheiden, ob die Zuweisung an P. P. Prudhon
eine begründete ist. Der englischen Schule gehören an
das große Doppelbildnis zweier Kinder vor Parklandschaft
mit dem Datum 1682, ein signiertes Werk Sir Godfrey
Knellers; ein brillantes Damenbildnis wird wohl mit Recht
dem Th. Lawrence zugeschrieben, drei feine Pastellporträts
in Medaillonformat dem John Rüssel (1744—1806). Der
Katalog nennt ferner die Namen Reynolds, Gainsborough,
Raeburn, Höppner und John Opie. Die moderne Ab-
teilung der Sammlung weist von älteren Berliner Malern
eine Wirtshausszene von Th. Hosemann von 1854 und
einen vollbezeichneten »Marktplatz« des jetzt wieder ge-
schätzten Charles Hoguet von 1859 auf. Von Karl Spitz-
weg, dem demnächst Hundertjährigen, sei der »Einge-
schlafene Posten« mit nahender Ablösung hervorgehoben.
Das große Bild »The return of the Wanderers« von Henry
Nelson O’Neill (1817—1880) gibt eines jener bürgerlichen
Trauerspiele wieder, wie sie den leichtgerührten Lesern
des »Art Journal« einstmals fast wöchentlich in Stahlstich
vorgeführt wurden. Vollbezeichnete Bilder rühren von
J. Canon und M. Munkacsy her; genannt seien ferner die
Namen G. J. Verboeckhoven, Stobbaerts, Th. Weber, Paul
R. A. Müller und A. Langhammer.

Hauptpreise der im Monat Dezember 1907 stattgehabten wichtigsten französischen Auktionen. (Hotel Drouot)

Aus dem Nachlaß Paul Leroi.
Versteigerung am 16. Dezember 1907.
Pastelle, Zeichnungen, Gouachen.
Kat. Nr. Francs
18 Louis van Blarenberghe, Rui-
nen an einem Flußufer. Gou-
ache, 13X19.1680

20 Fr. Cotes, Bildnis einer jungen
Frau. Pastell, 6oX44 • • • 1200
23 P.P. Rubens, Engelchen, eine
Monstranz umschwebend.
Rötelzeichnung, 3&X47 • • 2O3°
25 John Russell, Bildnis einer jun-
gen Frau. Pastell, 60X45 80000

Alte Gemälde.
28 Framjois Boucher, Venus und
Vulkan. 54X45.4600
29 Mabuse, Mutmaßl. Porträt v.Jac-
queline de Bourgogne. 38X29 50000
30 Jean Olis, Interieur mit Sol-
daten. 37X50.4700
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