Kunstmarkt: Wochenschrift für Kenner u. Sammler — 8.1911

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DER KUNSTMARKT

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die seit einigen Jahren eine so vorzüg-
liche geworden ist, wie sie kein anderes
Land für seine Kunstauktionen auf-
weisen kann. Auch der vorliegende
Katalog, der in reichster Weise mit den
Abbildungen der meisten Stücke aus-
gestattet ist, ist durch H. Carl Krüger
wieder mit derselben Gewissenhaftigkeit
und strengen Kritik und dergleichen Ent-
haltung von aller Reklame ausgearbeitet
worden, wie der Katalog der ersten
Versteigerung Lanna und wie verschie-
dene ähnliche Kataloge der letzten Jahre,
in deren knappen, kritischen Bemer-
kungen auch der Forscher durch manche
neue und feine Beobachtung wertvolle
Anregung findet. W. Bode.«
In der nächsten Nummer des »Kunst-
markt« wird ein weiterer kritischer Vor-
bericht über diese bedeutende Verstei-
gerung, mit Abbildungen, zum Abdruck
gelangen.
Von der Kunst Gustav Schönlebers
hängen erlesene Proben im Runstsalon
Schneider in Frankfurt a. M., Roßmarkt.
Sie kommen von Berlin, wo sie unge-
teilte Bewunderung fanden, wo sie dem
Künstler den sparsam verteilten Orden
pour le merite eintrugen. Die Kunst
Schönlebers lehrt besser wie jeder theo-
retische Kunstvortrag, was Ehrfurcht
und Wahrhaftigkeit vor der Natur und
der Kunst in ein Werk hineintragen.
Die 37 ausgestellten Werke, deren älte-
stes aus dem Jahre 1871 stammt, bieten
einen Überblick über das Gesamtschaffen
des großen Künstlers.


Rosa Wachsporträts Friedrich Wilhelms III. von Preußen und seiner Familie. Bez. G. S. 1808.
(Antiquitäten-Auktion in der Galerie Helbing in München, am 21. Februar 1911 und folg. Tage

Die Firma K. Th.Völcker in Frank-
furt a. M. wird infolge Todesfalles
aufgelöst, und die Bestände werden
versteigert. Der uns vorliegende dritte Auktionskatalog
enthält in seinen 3000 Nummern eine Fülle höchst be-
achtenswerter Bücher, die für jeden ernsten Büchersammler
und Bibliophilen von großem Interesse sein müssen:
deutsche ältere und neuere Literatur, Kunst und Kunst-
gewerbe, Literatur und Kunst Frankreichs und die um-
fassende Handbibliothek des verstorbenen Besitzers.

VOM LONDONER KUNSTMARKT
In einer Bilderauktion der Firma Robinson and Fisher
am 2. Februar fielen die besten Preise auf folgende Nummern:
Altes Triptychon der Anbetung, vläm. Schule 135 £
Angelika Kauffmann, »Venus Binding Cupid« 79 £ 18 s
Schule Fragonards, Venus und Amoretten . 63 £
Angebl. Rembrandt, Drei Bäume. Holz . . 52 £ 10 s
Terborch, Mahl im Freien.42 £
Birket Foster, »Gathering Wild Flowers. Aquar. 56 £ 14 s
Am gleichen Tage wurden in einer Porzellan- und
Möbelauktion Christies folgende Preise gezahlt:
Bronzebüste des Herkules, 16. Jahrh. . . . 68 £ 5 s

Eine kleine Elfenbeinplatte mit Reliefbildern
der Madonna und des Christuskindes, fran-
zösisch, 14. Jahrh., aus d. Pryin-Sammlung 52 £ 10 s
Ein Paar Chelsea-Seaux.48 £ 6 s
Zwei kleine italien. Bronzen, Nymphen, 17. Jh. 43 £ 1 s
Eine vergold. Garnitur von Louis XV.-Möbeln 120 Gs
Ein Sheraton-Sofa mit neun Stühlen . . . 110 £ 5 s
Ein italienischer Wallnußholz-Tisch .... 95 Gs
Ein Mahagonischränkchen.63 £
Ein persischer Teppich, 21X13 Fuß. . . . 65 Gs

Eine Bilderauktion Christies am 4. Februar brachte
folgende interessante Preisschwankungen:
Turner, »Wolf’s Hope: Bride of Lammermoor«,
4X61/4, Aquarell, 1865 151 Gs, 1880 180 Gs . 500 Gs
Turner, »Off Margate: A hazy morning«, iP/zX
17V2» 1881 130 Gs.950 Gs
Vicat Cole, »The Decline of Day«, 1864, 47%X
7C/2» 1887 840 Gs . . . ..210 Gs
J. Linnell sen., »Balaam and the Angel«, 1859,
19X 2772, 1874 500 Gs.29 Gs
J. Phillip, »Dolores: A spanish widow«, Holz,
233/4X19x/2, 1880 700 Gs.25 Gs
S. Prout, »The Porch of Nuremberg Cathedral«,
iSXiS1/^» Aquarell, 1898 225 Gs.54 Gs
O. G.
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