Donath, Adolph [Hrsg.]
Der Kunstwanderer: Zeitschrift für alte und neue Kunst, für Kunstmarkt und Sammelwesen — 2.1920/​21

Seite: 323
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begabtes Töchterchen in einem hell und zart gefühlten Bilde
vor, Hans Anker bringt neben einem guten „Birkenwald“ ein
mit feinem künstlerischen Geschmack gemaltes Damenporträt,
Paul H o e n i g e r seine lebhaften Straßenszenen. Porträts von
Hans Mützel, Landschaften von Alice Michaelis, Pfaehler
von Othegraven, Julius Rosenbaum, Willibald Krain
schließen sich an. Auch Plastik ist da und ein interessanter
architektonischer Entwurf von Bruno Bräu er für die öster-
reichische Industrieanlage in Blumau.

Adolph Donath.

*

In der Galerie Eduard Schulte stellen im April-Mai aus:
Walter Bertelsmann-Worpswede, Edward Cucuel München, Clara
L. v. Marcard-Cucuel-München, Carl Heßmert - Berlin, Georg
Richter-Lößnitz und Paul Segisser-Weisern-Hopferau.

. *

Vom 14. April bis zum 3. Mai findet im Logenhause, Kleist-
straße 10, eine Sonderausstellung der Plastiken und Zeichnungen
von Jacob P 1 e s s n e r sowie der Gemälde und Graphik Jakob
Steinhardt statt.

*

Olga We g e n e r zeigte kürzlich einen kleinen Kreise ihre er-
lesene Sammlung chinesischer Spangen. Es sind darunter
alte Stücke und auch solche neueren Datums, doch in der Haupt-
sache Stücke, deren kunsthandwerklich und künstlerisch reizvolle
Details gerade für das moderne Kunstgewerbe von anregendem
Einflüsse sein könnten. Die Sammlung war seinerzeit schon
im Pariser Louvre ausgestellt.

Cbemnitv

In der Ausstellung Gerstenberger werden neu gezeigt:
Dresdner, Münchner und Berliner Künstler, unter anderen: Otto
Altenkirch, Fritz Beckert, Ferdinand Dorsch, Max Frey, Ludwig
Muhrmann, Hans Unger, Paul Ehrenberg, Walter Geffken, Josse
Goossens, Richard Kaiser, Otto Pippel, Carl Schwalbach, Wilhelm
Blanke, Heinrich Hübner, Karl Langhammer, Hans Looschen,
Eugen Spiro und August v. Brandis. In der graphischen Abteilung
sind ausgestellt: Slevogt „Randzeichnungen zu Mozart’s Zauber-
flöte“, Ludwig v. Hofmann, Holzschnitte und Adolf Schinnerer,
Radierungen. Es befindet sich in Vorbereitung eine umfangreiche
Gemälde-Ausstellung der Künstler-Vereinigung, Dresden, Lennöstr.

Dresden.

Bei Emil Richter Sonderausstellung von Carl Lohse-
Hamburg: Gemälde, Zeichnungen und Plastiken des jungen

Künstlers, der zum ersten Mal kollektiv ausstellt.

fttankfut?t a. M-

Im graphischen Kabinett der Kunsthandlung H. Tritt ler
Inh. Paul Schütz ist eine Auswahl moderner Graphik des 19. und
20. Jahrhunderts ausgestellt. Zorn, Israels Munch, Manet, Renoir,
Liebermann, Meid, Corinth, Kollwitz, Thoma u. a. m. sind mit
hervorragenden Arbeiten vertreten.

Köln.

Bei Wilhelm Goyert wird im April ein Gesamtüberblick
über das Werk von Erich W a s k e gegeben werden; über 50 große
Gemälde und 70 graphische Arbeiten werden ausgestellt sein.
Professor Höttger stellt neue Plastiken aus.

Leipsig.

Am 3. April sind in den Räumen der Galerie Del Vecchio
3 große Sonderausstellungen eröffnet worden und zwar eine
Sammlung von Hans Niggemann, Albin Enders, sowie eine größere
Porträt-Ausstellung von Frau M. Simrock-Michael.

Mannheim.

Die Galerie Buck zeigt in ihren Räumen mehrere sehr
beachtenswerte Ausstellungen. In der Umgebung Max Pech-

steins ist und bleibt es zwar kalt und man wendet sich lieber
den Plastiken H. G e i b e 1 s zu, aus heißem Empfinden und
klarem innerem Schauen geborene Schöpfungen eines Künstlers
von antiker Größe und Reinheit. Einem ungewöhnlich starken
Talent blicken wir ins wissende Auge, wenn'wir vor den Zeich-
nungen des jungen Mannheimers Wilfried Otto stehen. Die
Blätter seiner Raskolnikoff-Mappe sind von einer unerhört inner-
lichen Ausdehnung der aus der berühmten Dichtung wohlerkannten
erschütternden Seelenkonflikte. Endlich bleibt noch der Schweizer
Soldenhoff zu nennen. Seine Technik ist mit der Lasur und
stilistischen Klarheit der Nazarener wohlvertraut, seine Darstellung
erzielt aber doch so starke gegenständliche Wirkungen, daß er
uns Heutigen manches zu sagen hat. — Im Kunstverein
hängen unter vielen anderen Bildern auch Gemälde von Maria
F ö 11 - Stuttgart. Ohne Bedenken kann ich aber nur ihre Blumen-
stücke gelten lassen. Ihr übriger Expressionismus vermag nicht
an sich glauben zu machen. A. M.

München.

Bei Hans Goltz sind neue Werke von Davringhausen,
Eberz, Grosz, Klee, Mense.Schrimpf, sowie Graphik
von T. Parzinger, ausgestellt.

*

Dr. F. X. Weizinger & Co. veranstaltet jetzt eine Aus-
stellung von Plastik (Figuren, Medaillen, Plaketten) und Aquarellen
der Bildhauerin Elisabeth v. E s s e ö.

frankfuctet? Kunltbütef.

Eine Frage von einschneidenster Bedeutung hält weiteste
Kreise in Spannung: Die Neugestaltung des Frankfurter Kunst-
schulen. Nachdem die Kunstgewerbeschule jüngst in
städtischen Besitz überging, zielen sehr energische Bestrebungen
dahin, diese Kunstgewerbeschule mit der Städelakademie
zu vereinigen. Finanzielle Motive sind neben dem Ziel, auf
völlig neuer Grundlage eine Zentralakademie für Kunst und
Kunsthandwerk zu schaffen, mitbestimmend. Der Städelakademie,
einer Privatgründung von über hundertjährigem Bestand, ist durch
die letztwillige Verfügung des Stifters Johann Friedrich Städel
jede Verbindung mit irgendeinem Kunstinstitut versagt. Prin-
zipielle Gegensätze über die Zweckmäßigkeit und Berechtigung
der Vereiniguug von freier und angewandter Kunst stoßen auf-
einander. Ein Antrag, ; der die Begründung eines Konkurrenz-
instituts gegenüber der Städelschule erstrebt, ist von 17 der
Kunst und der Schule nahestehenden Korporationen dem Magistrat
und der Städeladministration unterbreitet worden. Mit dieser
höchst zweischneidigen Entschließung voller Gefahren steht die
Angelegenheit zur Entscheidung. Der Antrag lautet:
Entschließung

gefaßt, die dem Magistrat, der Stadtverordnetenversammlung und
der Städteadministration unterbreitet werden soll. In der Ent-
schließung heißt es:

Die von der Stadt übernommene Kunstgewerbeschule
ist zu einer Vollanstalt für freie und angewandte Kunst
auszubauen. Die räumliche Verlegung dieser Schule nach
dem Städel erscheint nicht notwendig und nicht zweck-
mäßig. Der Schule ist eine direktoriale Spitze zu geben,
die Stelle ist vorher öffentlich auszuschreiben. Eine Mit-
wirkung der Lehrerschaft ist bei derBesetzung derDirektorial-
stelle vorzusehen. Es ist wünschenswert, wenn im Städel
eine freie Gemeinschaft bildender Künstler geschaffen werde.
Die berufenen Meister sollen berechtigt oder verpflichtet
werden, auch in städtischen Schulen ausgebildete Schüler
anzunehmen. Die Interessen der jetzigen Atelierinhaber
sind im Städel bei einer Neugestaltung weitgehendst zu
wahren.

MÜNCHENER KUNSTHORT

Institut zur Verwertung u. Begutachtung von
Kunstbesitz G. m. b. H. unter Aufsicht eines
Kuratoriums. Übern, v. ganz. Sammlungen
und Einzelstücken in Kommission und
Auktion. Begutachtung und Schätzungen.
= Ständige Ausstellung
München, Neuhauserstr. 51. Alte Akademie.

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