Donath, Adolph [Editor]
Der Kunstwanderer: Zeitschrift für alte und neue Kunst, für Kunstmarkt und Sammelwesen — 4./​5.1922/​23

Page: 342
DOI issue: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kunstwanderer1922_1923/0406
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
JHeues aus dec Kunffujett.

Dom Anfiquariat.

Das Antiquariat Martin Breslauer in Berlin beging kürz-
lich das Jubiläum seines 25 jährigen Bestehens. Breslauer gehört
zu jenen Antiquaren von Ruf, die sich in ihre Materie wissenschaft-
lich vertiefen und deren Arbeit für die Wissenschaft selbst von
beträchtlichem Nutzen ist. So hat er denn in seiner 25 jährigen
Tätigkeit, die dank seinem gediegenen Wissen von Erfolg begleitet
war, ersprießliches für die Wissenschaft sowie für den Bücher-
markt geleistet und es ist darum auch anzuerkennen, daß er jetzt
in einer kleinen Schrift Bericht erstattet über alle die Bibliotheken
und Sammlungen, die bisher durch seine Hände gegangen sind.
Unter diesen Sammlungen finden sich die Bibliotheken von Karl
Biltz, Eduard Grisebach, Erich Schmidt, Max Roediger, Paul
Schwenke, Franz Mehring, Fedor von Zobeltitz u. a. Der Bericht
Breslauers präsentiert sich einfach, aber geschmackvoll.

*

Karl W. H i e r s e m a n n in Leipzig versendet soeben einen
vortrefflich orientierenden Katalog über die Kunst des
0 r i e n t s. Aus den reichen Beständen der Sammlung hat „Der
Kunstwanderer“ im 2. Märzheft einige der wertvollsten Stücke
abgebildet. Außer dem genannten Katalog ist (als Katalog 520)
ein Verzeichnis des Hiersemann’schen Besitzes an Publikationen
über Afrika, Australien und die Polarländer erschienen.

*

Das Antiquarische Buchkabinett in Berlin ver-
öffentlicht in seinem Katalog 3 ausgezeichnete Werke der Deut-
schen Literatur. In dieser Serie befinden sich Teile der Sammlung
Leopold Hirschberg.

Dom 0t?apf)ikmat?ki,

Hermann A b e 1 s in Köln sendet uns zu der im 2. Märzheft
veröffentlichten Zuschrift nachstehende Anwort, mit deren Wieder-
gabe für uns dieser Fall Thiel erledigt ist. Das Schreiben von
Abels lautet:

„Mit dem Herrn Saalfeld-Oppe habe ich nichts zu tun. Mein
Vertraggegner ist lediglich Herr Joh. Thiel i. Freiburg. Die Frage,
welche Rechte ich durch den mit Herrn Thiel geschlossenen Ver-
trag erworben habe, und ob, und in wie weit Herr Thiel gegen
diese Abmachungen verstoßen hat, wird das bereits eingeleitete
Gerichtsverfahren klären. Diesem Verfahren möchte ich nicht
vorgreifen, behalte mir aber vor, nach Durchführung desselben
auf die Angelegenheit zurückzukommen. Ich glaube im Interesse
des Kunsthandels zu handeln, wenn ich bei der zum mindesten un-
geklärten Sache und Rechtslage nochmals vor dem Ankaufe der
im ersten Märzhefte näher bezeichneten Drucke warne.

Kunstsalon Hermann Abels, Köln.“

0stoet?bsmä6igc Altet?tumsdicbe in Bet?(in,

In letzter Zeit treibt in Berlin ein gewerbsmäßiger Alter-
tumsdieb sein Unwesen, indem er aus öffentlichen Kunstgalerien
und Kunsthandlungen Bilder und Altertumsgegenstände stiehlt. Es
ist auch nicht ausgeschlossen, daß sich zu diesem Zweck mehrere
Diebe vereinigt haben. So wurde am 22. März 1923 in den Nach-
mittagsstunden aus der Ausstellung Lützowufer 13, Galerie Alfred
Flechtheim, ein Gemälde des Malers Eugen Zack, einen
weiblichen Kopf darstellend, gestohlen. Allein das Bild war 40 cm
hoch und 32 cm breit. Es war in einem Goldrahmen. In den Vor-
mittagsstunden des 26. März 1923 ist eine Bronze des Professors
Georg Kolbe „Kauernde“ aus der Galerie Ferdinand Möller,
Potsdamer Straße 134 c gestohlen. Die Bronze trägt unter dem
Sockel folgende eingestanzte Inschrift: „Exemplar Möller“. Die
Bronze ist von dunkelbrauner glänzender Färbung. Am 27. 3. 23
ist aus den Ausstellungsräumen der Galerie L u t z &. Co., Unter
den Linden 21, ein Gemälde „Russische Mädchen“ von Alfred

P a r t i k e 1, bezeichnet „A. Partikel 1920“ gestohlen. Es ist ein
Ölgemälde auf Holz, 13 cm breit, 21,5 cm hoch, in kleinem ge-
schweiften barockem Goldrahmen. Das Gemälde stellt ein rus-
sisches Mädchen im Profil nach links gewandt, mit hoher Pelz-
mütze dar. Der Hintergrund ist eine Landschaft.

Auf die Herbeischaffung dieser Kunstgegenstände ist eine
hohe Belohnung ausgesetzt. Zweckdieniiche Angaben über das
Auftauchen dieser Kunstgegenstände nimmt Kriminalkommissar
T r e 11 i n im Polizeipräsidium Berlin, Zimmer 103 (Hausanruf 436
und 416) entgegen.

Aus det? Kün(?(eriDe(t.

In S t o c k h o 1 m ist der Historienmaler Graf Georg v o n
R o s e n im 80. Lebensjahre gestorben. Er zählte zu den geschätz-
testen Künstlern Schwedens und war lange Zeit Direktor der
Stockholmer Akademie. Auch in Deutschland, das seine Kunst
schätzt, hatte Georg von Rosen viele Verehrer und Freunde. Vor
drei Jahren hat er im „Kunstwanderer“ seine Künstlerinnerungen
an Carl Plagemann veröffentlicht.

*

Der Berliner Maler Cari Scherres beging am 31. März die
Feier seines 90. Geburtstages. Ein stiller, aber fein empfindender
Beobachter der Natur, hat dieser Künstler stimmungsvolle Land-
schaftsausschnitte seiner ostpreußischen Heimat wiedergegeben
und mit seinen Bildern viel Anerkennung gefunden. Die Berliner
National-Galerie besitzt seine „Überschwemmung in Ostpreußen“,
die Galerie Königsberg unter anderm die „Einsamen Hütten im
Moorlande“.

K!cine KunftcbroniK.

Am 9. April beging Professor Dr. Hans Loubier, der
Kustos der Bibliothek des Berliner Kunstgewerbemuseums, seinen
60. Geburtstag. Er ist einer der besten Kenner des künstlerischen
Buches und war auch einer von den ersten, die zur Entwicklung
und Förderung des künstlerischen Bucheinbandes in hervorragen-,
der Weise beigetragen haben. Sein Werk „Der Bucheinband in
alter und neuer Zeit“, das vor rund zwci Jahrzehnten erschienen
ist, hat nicht nur den Buchkünstlern, sondern auch den Bibliophilen
reiche Anregungen gegeben.

*

In der Staatsbibliothek in Berlin hält am 6. Mai
Professor Dr. D e g e r i n g im Rahmen eines von der „Gesell-
schaft der Freutide der Staatsbibliothek veranstalteten Tees einen
Vortrag über das Thema „Von der Schrift zum Druck“.

*

Eine größere Corinth-Biographie ist in Vorberei-
tung. Der Verfasser, Dr. Alfred Kuhn, Berlin-Friedenau, Frege-
straße 26, bittet die Besitzer von Werken dieses Meisters ihm
Nachrichten, wenn möglich Photographien davon zukommen zu
lassen, ebenso biographisches Material, allenfalls in Abschriften.

I .....^

BerCin W. 35 F. A. Kurfiirft Q438

Bfumes Hof 9 9—4

erBittet AngeBote ladet ein

erftrangiger aiter und zur Bejicftigung aus-

inoderner Meifter, aucfj erwähiter Arßeiten aiter

großer OBjehte und moderner Meifter

A n= u. Vcräaufsvenuittfung wirddisfret ßeßandeft u. gern fionoriert
loading ...