Vereinzelte Fehler im Konver-
sationslexikon nachzuweisen gelingt
beim Nachsuchen natnrlich. Das hat
aber bei der allgemeinen Zuverläs-
sigkeit keinen Zweck. Allgemeine
Mängel nachzusagen und auf ihre
Abhilfe zu drängen, ist noch viel
schwerer. Was man vorbringen
könnte, ist bei dem jahrelangen Ar-
beiten der Redaktions-Ausschüsse fast
alles schon erwogen worden. Einige
Wünsche möchten wir trotzdem aus-
sprechen. Wir wären dafür, daß man
Spezialdarstellungen z. B. der che-
mischen und technischen Wissenschaf-
ten, die nur für einen kleineren Kreis
von Jnteressenten da sind, wegließe,
dafür aber für diese Gebiete sowohl
wic für alle übrigen die Literatur-
nachweise noch sorgfältiger und cin-
gehcnder machte, damit ein jeder er-
führe, wo er sich näher unterrichten
kann. Zn langsam immerhin scheint
uns die Anpassung des Stoffes an
die Zeit, die „Verjüngung" der Lexika
zu geschehen, wir finden z. B. die
Lebensbeschreibungen von Künstlern
und Gelehrten immer noch weiter
mitgetragen, die sür uns Heutige
rnicj bitäei'.
Jn bctreff der dicsmaligen Notenbeilage, dem „A l t e n g l i s ch e n
Kanon", sei auf den betreffenden kleinen Artikel nnscrer Nundschau „Vom
Kanon" verwiesen. Musikalische Faniilien, Gescllschaften oder Vcreine werden
einen Versuch mit diesem der Entstchung nach uraltcn, dcm Wesen nach
merkwürdig frischcn Gesange nicht bereucn.
Als Bilder dürsen wir nnsern Lesern heute vier der schönsten von
Franz Lenbach zcigen, vorn sein Selbstbildnis, hintcn Kaiser Wilhclm I.,
Franz Liszt und Eleonore Duse. Was darüber zu sagcn wäre, gcht aus
dem Leitaufsatze selber hervor. Bon Lenbachs Bismarck-Bildnissen haben
wir erst kürzlich (Kw. XVI, eines gcbracht, sodaß wir glanben, diesmal
von einer Wiederholung absehcn zu können.
BeraimvorlltH: der HerauSqeder Aerdtnand Avenarius In Dresden-BIalewth. Mtllettcnde:
für Mufik: vr. Richard Baika in Praa-Weinberge, für bildend> fiunfi ^ Prof. Paul Schultze«
Naumburg in Saaleik bei Kösen in Thürinflen. — Sendungen für den Texl an den Herausgeber,
über Mufik an vr. Batka. — Druck und Berlaa von Meora D. W CallweN in München.
Bestellungen, Anzeiqen und (Neldiendunaen an den Verlaft Geora D. W Callwev in München.
längst zremlich gleichgiltrg geworden
sind, während wir Angaben über
Männer, die im vollen Wirken stehen,
verhältnismäßig viel weniger sinden.
Man sollte hier weniger nach dem
Anrecht auf die „Ehre" fragen, ins
Konversationslexikon zn kommen, als
nach denr praktischen Bedürfnis der
Zeit — es genügt, ihr gedient zu
haben, es ist keine Schande, wcnn
die Nachkommenschaft uns nicht mehr
braucht. Gewiß wären z. B. auch
Artikel wie „Historiker",„Architekten",
„Maler", „Kritiker", „Dichter der
Gegenwart" am Platze. Als cin ande-
rerMangel erscheint uns, daß hier gar
keinc Noten zu sinden sind, die doch
hier und da am Platze wären. Das
führt uns freilich auf eine wichtige
Frage. Wird man nicht früher oder
später dazu schreiten müssen, auch
wichtige Texte in diese Lexika auf-
zunehmen? „Geflügelte Worte" znm
Beispiel? Oder die Texte dcr Na-
tionalhymnen? Wir ersahren über
sie genug und lcicht, aber oft macht
es schwere Mühe, sie selber irgend-
wo zu finden. p. sch.
sationslexikon nachzuweisen gelingt
beim Nachsuchen natnrlich. Das hat
aber bei der allgemeinen Zuverläs-
sigkeit keinen Zweck. Allgemeine
Mängel nachzusagen und auf ihre
Abhilfe zu drängen, ist noch viel
schwerer. Was man vorbringen
könnte, ist bei dem jahrelangen Ar-
beiten der Redaktions-Ausschüsse fast
alles schon erwogen worden. Einige
Wünsche möchten wir trotzdem aus-
sprechen. Wir wären dafür, daß man
Spezialdarstellungen z. B. der che-
mischen und technischen Wissenschaf-
ten, die nur für einen kleineren Kreis
von Jnteressenten da sind, wegließe,
dafür aber für diese Gebiete sowohl
wic für alle übrigen die Literatur-
nachweise noch sorgfältiger und cin-
gehcnder machte, damit ein jeder er-
führe, wo er sich näher unterrichten
kann. Zn langsam immerhin scheint
uns die Anpassung des Stoffes an
die Zeit, die „Verjüngung" der Lexika
zu geschehen, wir finden z. B. die
Lebensbeschreibungen von Künstlern
und Gelehrten immer noch weiter
mitgetragen, die sür uns Heutige
rnicj bitäei'.
Jn bctreff der dicsmaligen Notenbeilage, dem „A l t e n g l i s ch e n
Kanon", sei auf den betreffenden kleinen Artikel nnscrer Nundschau „Vom
Kanon" verwiesen. Musikalische Faniilien, Gescllschaften oder Vcreine werden
einen Versuch mit diesem der Entstchung nach uraltcn, dcm Wesen nach
merkwürdig frischcn Gesange nicht bereucn.
Als Bilder dürsen wir nnsern Lesern heute vier der schönsten von
Franz Lenbach zcigen, vorn sein Selbstbildnis, hintcn Kaiser Wilhclm I.,
Franz Liszt und Eleonore Duse. Was darüber zu sagcn wäre, gcht aus
dem Leitaufsatze selber hervor. Bon Lenbachs Bismarck-Bildnissen haben
wir erst kürzlich (Kw. XVI, eines gcbracht, sodaß wir glanben, diesmal
von einer Wiederholung absehcn zu können.
BeraimvorlltH: der HerauSqeder Aerdtnand Avenarius In Dresden-BIalewth. Mtllettcnde:
für Mufik: vr. Richard Baika in Praa-Weinberge, für bildend> fiunfi ^ Prof. Paul Schultze«
Naumburg in Saaleik bei Kösen in Thürinflen. — Sendungen für den Texl an den Herausgeber,
über Mufik an vr. Batka. — Druck und Berlaa von Meora D. W CallweN in München.
Bestellungen, Anzeiqen und (Neldiendunaen an den Verlaft Geora D. W Callwev in München.
längst zremlich gleichgiltrg geworden
sind, während wir Angaben über
Männer, die im vollen Wirken stehen,
verhältnismäßig viel weniger sinden.
Man sollte hier weniger nach dem
Anrecht auf die „Ehre" fragen, ins
Konversationslexikon zn kommen, als
nach denr praktischen Bedürfnis der
Zeit — es genügt, ihr gedient zu
haben, es ist keine Schande, wcnn
die Nachkommenschaft uns nicht mehr
braucht. Gewiß wären z. B. auch
Artikel wie „Historiker",„Architekten",
„Maler", „Kritiker", „Dichter der
Gegenwart" am Platze. Als cin ande-
rerMangel erscheint uns, daß hier gar
keinc Noten zu sinden sind, die doch
hier und da am Platze wären. Das
führt uns freilich auf eine wichtige
Frage. Wird man nicht früher oder
später dazu schreiten müssen, auch
wichtige Texte in diese Lexika auf-
zunehmen? „Geflügelte Worte" znm
Beispiel? Oder die Texte dcr Na-
tionalhymnen? Wir ersahren über
sie genug und lcicht, aber oft macht
es schwere Mühe, sie selber irgend-
wo zu finden. p. sch.


