wi'e gesetzmäßig gelenkke Krafkäußerung finden, roas doch anzunehmen roäre, rvenn es
sich um gleichartige Nakurerfcheinungen handelt. Früher gehörken ganze Geifterge-
stalten in den spiritisti'fchen Sitzungen zur Tagesordnung. „TeleplaSma" ist erst eine
neuere Erfindung. Nur ein bezeichriendes Moment ist sich stets gleich geblieben:
diese merkwürdigen Naturerfcheinungen verhalten sich genau so, als ob ein Tafchen-
spieler sie ausführte. Und die Bedi'ngungen si'nd genau die, die ein Tafchenspieler brau-
chen würde, um seine Rolle als Medium erfolgreich durchzuführen.
Trotz alledem ist es natürlich nicht unmöglich, daß es paraphysifche, z. B. telekineti-
fche, Phänomcne gibt. Das Medium Willi Schneider ist das erste, das in dieser Hi'n-
sicht zu Hoffnungen berechtigt. Aber die bishcr von den okkultistifchen Forfchern an-
gewendete Kontrollmethodik, die an dem traditionellen Schema der spiritistifchen
Sitzungen festhält und noch immer gewisse Bedingungen als naturgegeben in Kauf
nimmt, k a n n diesen Beweis nicht erbringen, da sie den Forderungen der modernen
BeobachtungSpsychologie zu wenig entspricht (vgl. darüber u. a. Schulte in der „Zeit-
fchrift f. krit. Okkultismus", 1926, Heft 4)- Es ist völlig aussichtslos, sich mit den
Okkultisten über diese prinzipiellen Fragen auseinanderzusetzen, nachdem sie sogar für
die Echtheit von Phänomenen glauben eintreten zu müssen, die, bei ganz unzureichen-
der Kontrolle beobachtet, völlig undiskutabel sind, oder wo für den unbefangenen Be-
urteiler der Betrug auf der Hand liegt. Solange die Okkultisten bei dem Kritiker,
der auf diese ganz klar liegenden Berhältnisse hinweist, bösen Willen annehmen und
keiner Belehrung zugänglich si'nd, ist eine VerständigungSmöglichkeit nicht gegebcn.
Der ganze Fragenkomplex wird erst dann einer Klärung zugeführk werden können,
wenn die Möglichkeit gegeben ist, daß vonseiten zuständiger Fachwissenschaftler, also
in erster Linie geeigneter Dertreter der erperimentellen Psychologie, auf ganz anderer
Basis unabhängige Untersuchungen angeftellt werden.
Das große Ärgernis
Zur Frage des modernen Okkultismus
Don Capricornus
as Wort „Okkultismus" soll zunächst nur dazu dienen, die Aufmerksamkeit
auf einen bestimmten Kompler von Borstellungen und Bestrebungen des heuti-
gen Lebens hinzulenkcn. Wir versuchen nicht, zu definiereu, sondern nur, uns zu
verständigen. Es steht völlig frei, bei dem Wort Okkultismus zu denken an Astro-
logie odcr Theosophie, Spiritismus, Pogitum, Kabbalistik, parapsychifche Borgänge
oder Materialisationscrfcheinungen. Auch ohne fcharfe Definition und Klassifizie-
rung leuchtet jedem ein, der mit offenem Blick das Gegenwartsgefchehen zu vetrachten
gewohnt ist, daß zwifchen all diesen besonderen Formcn eine Zusammengehörigkeit
befieht, daß sich in ihnen etwas EinheitlicheS auf verschiedenartige Weise zu erken-
nen gibt.
„Nun ist die Luft von solchem Spuk so voll,
Daß niemand weiß, wie er ihn meiden soll."
Es liegt sehr nahe, diesen ganzen formlosen, verknäulten Komplex zum Ausgangs-
punkt einer nur kulturkritifchen Betrachtung über den Geist der Zeit zu nehmen. Man
kann in der unheimlichen Ausbreitung der okkulten Bestrebungen seit den letzten Jahren
und Jahrzehnten — ein Blick in die Auslagen der Buchhandlungen ist Bestätigung
genug — ein Anzeichen für die zunehmende geistige Abstumpfung, für das Bedürfnis
nach seelifchen Opiaten sehen; man wird aufmerksam machen können auf das Absto-
ßende des ganzen geistigen MilieuS dieser Äußerungen, wird hinweisen können auf die
biö zur seelifchen Schädigung Einzelner gehende Derwirrung des Sinns, die in weite
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sich um gleichartige Nakurerfcheinungen handelt. Früher gehörken ganze Geifterge-
stalten in den spiritisti'fchen Sitzungen zur Tagesordnung. „TeleplaSma" ist erst eine
neuere Erfindung. Nur ein bezeichriendes Moment ist sich stets gleich geblieben:
diese merkwürdigen Naturerfcheinungen verhalten sich genau so, als ob ein Tafchen-
spieler sie ausführte. Und die Bedi'ngungen si'nd genau die, die ein Tafchenspieler brau-
chen würde, um seine Rolle als Medium erfolgreich durchzuführen.
Trotz alledem ist es natürlich nicht unmöglich, daß es paraphysifche, z. B. telekineti-
fche, Phänomcne gibt. Das Medium Willi Schneider ist das erste, das in dieser Hi'n-
sicht zu Hoffnungen berechtigt. Aber die bishcr von den okkultistifchen Forfchern an-
gewendete Kontrollmethodik, die an dem traditionellen Schema der spiritistifchen
Sitzungen festhält und noch immer gewisse Bedingungen als naturgegeben in Kauf
nimmt, k a n n diesen Beweis nicht erbringen, da sie den Forderungen der modernen
BeobachtungSpsychologie zu wenig entspricht (vgl. darüber u. a. Schulte in der „Zeit-
fchrift f. krit. Okkultismus", 1926, Heft 4)- Es ist völlig aussichtslos, sich mit den
Okkultisten über diese prinzipiellen Fragen auseinanderzusetzen, nachdem sie sogar für
die Echtheit von Phänomenen glauben eintreten zu müssen, die, bei ganz unzureichen-
der Kontrolle beobachtet, völlig undiskutabel sind, oder wo für den unbefangenen Be-
urteiler der Betrug auf der Hand liegt. Solange die Okkultisten bei dem Kritiker,
der auf diese ganz klar liegenden Berhältnisse hinweist, bösen Willen annehmen und
keiner Belehrung zugänglich si'nd, ist eine VerständigungSmöglichkeit nicht gegebcn.
Der ganze Fragenkomplex wird erst dann einer Klärung zugeführk werden können,
wenn die Möglichkeit gegeben ist, daß vonseiten zuständiger Fachwissenschaftler, also
in erster Linie geeigneter Dertreter der erperimentellen Psychologie, auf ganz anderer
Basis unabhängige Untersuchungen angeftellt werden.
Das große Ärgernis
Zur Frage des modernen Okkultismus
Don Capricornus
as Wort „Okkultismus" soll zunächst nur dazu dienen, die Aufmerksamkeit
auf einen bestimmten Kompler von Borstellungen und Bestrebungen des heuti-
gen Lebens hinzulenkcn. Wir versuchen nicht, zu definiereu, sondern nur, uns zu
verständigen. Es steht völlig frei, bei dem Wort Okkultismus zu denken an Astro-
logie odcr Theosophie, Spiritismus, Pogitum, Kabbalistik, parapsychifche Borgänge
oder Materialisationscrfcheinungen. Auch ohne fcharfe Definition und Klassifizie-
rung leuchtet jedem ein, der mit offenem Blick das Gegenwartsgefchehen zu vetrachten
gewohnt ist, daß zwifchen all diesen besonderen Formcn eine Zusammengehörigkeit
befieht, daß sich in ihnen etwas EinheitlicheS auf verschiedenartige Weise zu erken-
nen gibt.
„Nun ist die Luft von solchem Spuk so voll,
Daß niemand weiß, wie er ihn meiden soll."
Es liegt sehr nahe, diesen ganzen formlosen, verknäulten Komplex zum Ausgangs-
punkt einer nur kulturkritifchen Betrachtung über den Geist der Zeit zu nehmen. Man
kann in der unheimlichen Ausbreitung der okkulten Bestrebungen seit den letzten Jahren
und Jahrzehnten — ein Blick in die Auslagen der Buchhandlungen ist Bestätigung
genug — ein Anzeichen für die zunehmende geistige Abstumpfung, für das Bedürfnis
nach seelifchen Opiaten sehen; man wird aufmerksam machen können auf das Absto-
ßende des ganzen geistigen MilieuS dieser Äußerungen, wird hinweisen können auf die
biö zur seelifchen Schädigung Einzelner gehende Derwirrung des Sinns, die in weite
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