gegeuüber dem Licht und ider Hitzc. In der Anbringung verschiedener Einzel-
heiken, wic z. B. dcr Deckenbeleuchkung des Veskibüls, sehe ich Iugendstil-
elemenkc kunstgcwerblicher 2lrk, ein Erzeugenwollen von ornamcnkalcn Wirk'un-
gen, dic weder in sich besricdigcn, noch aus dem Zwcck >mik Nokwendigkeik er-
standen sind. Derark ließc sich noch manches ansührcn. — Man wird aber
gegenüber der außerordenklichen Leistung des Ganzen, zumal imicrhalb so kur-
zer Zeik, im Gedanken daran, daß wir am Ansang des llnkernehmcns imd einer
so neuen Baukunsk stehen, und in Erinnerung dessen, daß die Schöpser selbsk
sich dieses Llnfanges bewußk sind, sich mehr des schon Errcichken frcucn müssen
und dürsen, als daß man sich in das noch Unerrcichke allzu krikisch einhängk.
Ich erachke es als unverankworkliche Dberslächlichkeik und Iknkcnntnis des kak-
sächlich Erreichken, wcnn das „Zenkralblakk der Bauverwalkung" schreibk: „Der
Wcg des Bauhauses führk als ein sichklicher Nückschrikk in blukarme, gemük-
lose Üdigkeik, ihm sehlk alles künsklerische innere Lebcn, jede srische Nakürlich-
kcik, jede schwungvolle Größe... Indcm das Bauhaus scinen hemmungslosen
NeuigkeiLsdrang vor allcm in dcr Außerachklassung jeglicher künstlerischer
Ordnung bckäkigk, wirkt es'zerseHend-kulturlos nnd dazu so nndeuksch wie nur
denkbar. Ieder, dcr noch mik gesundcn Sinnen den Glauben an deuksche 2lrk
und Tüchtigkeit aufrechkerhälk, müßke sich enkrüskck gegen solche mik rühriger
Trommel versolgke Beskrebungen wenden, die dem Nichkeingeweihken ein wah-
res Zerrbild deukschen Wesens zu geben geeignek sind. Gegen diescs Trciben
sind wir bcrechkigk, auch vom Standpunkk unserer völkischen Würde dcn schärs-
sken Widerspruch zu erheben." — Hier fehlen alle VorausscHungcn sür ein
Verständnis des Neuen, aber auch die Kennknis des 2llken nnd seiner Enk-
wicklung. Was war dcnn an Gokik, Renaissance, Barock völkisch-deuksch?
Häkken unsere Vorfahren hiefür je dic deuksche Prägung gewonnen, lvenn
sie sich von 2lnbeginn so dazu verhalken häkkcn, wie man es hier cincr inkcr-
nakionalen S a ch form gegcnübcr kuk, deren künstlcrische Geskalkung ersk be-
ginnk? Wir sind diese llnduldsamkeik des 2llken und Bcralkcken während
fünfzig Jahren moderncr Kunsk gewöhnk — cs wird anch hier lveikergehcn,
wie es bisher vorwärks und auswärts gegangen isk.
Frank Thieß
Ei ii Versu ch
Von Hans Teßmer*
eit sechs Iahren ungefähr crlebcn wir den 2lufskieg des Dichkcrs Frank
^—^THieß, erlcben wir, daß seine Krask an Gelkung gcwinnk, daß sein Werk in
skekigem, niemals laukem Erfolge vordringk — ein Werk, das von Bcginn
an aus dcm vollen EinsaH cines skarken Lebcns errichkek wurde. Im Livländi-
schen, nichk weik von Riga geboren, stehk Thieß heuke in der zweiken Hälfkc
der Dreißig — cinc Erschcinung, in der Zarkheit nnd Encrgie in cincr nngc-
wöhnlichen 2lrt mikeinander verbunden sind, eine Rcakur, dcrcn reiches Wcsen
sich unmikkelbar mikkeilk, dercn bezwingende Tssenheik auch in ihren persönli-
' Oer voestekende Auksatz ijt aus Neeanlassuiui -ee letzten Redaktion lieschricben. l)u dcr Bc-
wectung des Dichtecs oecmögen wic mit dcm Vecsassec nicht cinjg zu gehen. Oic Schriftlcitung.
22kl
heiken, wic z. B. dcr Deckenbeleuchkung des Veskibüls, sehe ich Iugendstil-
elemenkc kunstgcwerblicher 2lrk, ein Erzeugenwollen von ornamcnkalcn Wirk'un-
gen, dic weder in sich besricdigcn, noch aus dem Zwcck >mik Nokwendigkeik er-
standen sind. Derark ließc sich noch manches ansührcn. — Man wird aber
gegenüber der außerordenklichen Leistung des Ganzen, zumal imicrhalb so kur-
zer Zeik, im Gedanken daran, daß wir am Ansang des llnkernehmcns imd einer
so neuen Baukunsk stehen, und in Erinnerung dessen, daß die Schöpser selbsk
sich dieses Llnfanges bewußk sind, sich mehr des schon Errcichken frcucn müssen
und dürsen, als daß man sich in das noch Unerrcichke allzu krikisch einhängk.
Ich erachke es als unverankworkliche Dberslächlichkeik und Iknkcnntnis des kak-
sächlich Erreichken, wcnn das „Zenkralblakk der Bauverwalkung" schreibk: „Der
Wcg des Bauhauses führk als ein sichklicher Nückschrikk in blukarme, gemük-
lose Üdigkeik, ihm sehlk alles künsklerische innere Lebcn, jede srische Nakürlich-
kcik, jede schwungvolle Größe... Indcm das Bauhaus scinen hemmungslosen
NeuigkeiLsdrang vor allcm in dcr Außerachklassung jeglicher künstlerischer
Ordnung bckäkigk, wirkt es'zerseHend-kulturlos nnd dazu so nndeuksch wie nur
denkbar. Ieder, dcr noch mik gesundcn Sinnen den Glauben an deuksche 2lrk
und Tüchtigkeit aufrechkerhälk, müßke sich enkrüskck gegen solche mik rühriger
Trommel versolgke Beskrebungen wenden, die dem Nichkeingeweihken ein wah-
res Zerrbild deukschen Wesens zu geben geeignek sind. Gegen diescs Trciben
sind wir bcrechkigk, auch vom Standpunkk unserer völkischen Würde dcn schärs-
sken Widerspruch zu erheben." — Hier fehlen alle VorausscHungcn sür ein
Verständnis des Neuen, aber auch die Kennknis des 2llken nnd seiner Enk-
wicklung. Was war dcnn an Gokik, Renaissance, Barock völkisch-deuksch?
Häkken unsere Vorfahren hiefür je dic deuksche Prägung gewonnen, lvenn
sie sich von 2lnbeginn so dazu verhalken häkkcn, wie man es hier cincr inkcr-
nakionalen S a ch form gegcnübcr kuk, deren künstlcrische Geskalkung ersk be-
ginnk? Wir sind diese llnduldsamkeik des 2llken und Bcralkcken während
fünfzig Jahren moderncr Kunsk gewöhnk — cs wird anch hier lveikergehcn,
wie es bisher vorwärks und auswärts gegangen isk.
Frank Thieß
Ei ii Versu ch
Von Hans Teßmer*
eit sechs Iahren ungefähr crlebcn wir den 2lufskieg des Dichkcrs Frank
^—^THieß, erlcben wir, daß seine Krask an Gelkung gcwinnk, daß sein Werk in
skekigem, niemals laukem Erfolge vordringk — ein Werk, das von Bcginn
an aus dcm vollen EinsaH cines skarken Lebcns errichkek wurde. Im Livländi-
schen, nichk weik von Riga geboren, stehk Thieß heuke in der zweiken Hälfkc
der Dreißig — cinc Erschcinung, in der Zarkheit nnd Encrgie in cincr nngc-
wöhnlichen 2lrt mikeinander verbunden sind, eine Rcakur, dcrcn reiches Wcsen
sich unmikkelbar mikkeilk, dercn bezwingende Tssenheik auch in ihren persönli-
' Oer voestekende Auksatz ijt aus Neeanlassuiui -ee letzten Redaktion lieschricben. l)u dcr Bc-
wectung des Dichtecs oecmögen wic mit dcm Vecsassec nicht cinjg zu gehen. Oic Schriftlcitung.
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