als iu deii vorher geilaiilitcil Wcrken, zeigt sich hier der Dichter an die lctzteii
Gcheiiiiiiisse dcr Nakur, aii die letzkeii Grunde des Seclischcn hirigegcben.
Ein neues Bild Luk sich auf in Thieß' jüngskem Roman „Das Tor zur Welk".
Da isk wieder eine größere menßchliche Gemeinschafk um ein gleiches Schick-
sal versammelt; in eincr deutschen Kleinskadk eine Gesellschask von Schülern
und Schülerinnen in dem gemcinsamcn Erlebnis der Iugend iu dem schwie-
rigskcn Zeitpunkk dargeskellk, iu dem sie jenseiks dcr Schule dem Lebcn über-
ankworket werden soll. Wohin gehk der Weg? Das isk die Frage, von der
wohl jeder Liescr vcranlagke Mensch in den Tageu dcr Enkschcidung übcr sein
Leben bis zur Verzwcislung durchrütkelk wird. Es isk uichk so sehr die Be-
russsrage, obschon auch sie ihre Bedeukung hak, sondern mehr uoch die Frage
der drängendcu Seele an das Leben, das sie noch nicht kennk und das ihr noch
keine Ankwork gibk. Was isk denn das Leben, zu dem ^ie Jugend erzogeu
wird? Isk es Erlösung von allen seelischcn Dualen, von allen zitkernden
Fragen, die aus dem unbcgrissenen Vorgang dcs Reisens emporskeigen? Ist
es Erprobung der TüchLigkeik und Tapserkeik im Kamps um die Exiskenz?
Isk es Erreichung makericller oder ideeller Zicle? Die Iugend wciß die 2lut-
work noch nichk, sie skehk sehnsüchkig, kampsluskig vor den Toren des Lebens,
die bald hicr, bald dork endlich ausspringen. An die zwanzig Einzelschicksale
gehen hier zusammen zu einer vollen, starken und reichen Symphonie der
Iugend. Und ein Mokiv isk es, das diese Schar in ihrem gemeinsamen
Borwärksskreben verbündck: die heiker-sanakische Abkehr von einem durch bor-
uicrke Übcrheblichkcik, wie durch seelcnlos-zwangvolle Mechanisierung bankc-
rokt gewordenen Paukerkum. Der Iügend, die von dem Dichter Frank Thieß
ihr Leben empsangen hak, gchk cs schon wieder um wahrhask erneuerke Ideale;
und einige unter dcn jungen Menschen sprechcn innersken Wesens voll schon
die erskc Erkennknis ihrer Enkwicklung aus, von ihrer Derwandlung von
Stuse zu Skuse des sich crhebcnden und erweikeruden Gemüks. Sie haben
schon eine Ahnung von der Lragischen Welkanschauung des aus inneren Kon-
sliktcn nm geistige und Gemükswerke ringenden Kulkurmenschcn. Und damit
isk der innere Zusammenhang auch dieses Werkes mit den vorangegangenen
Büchern von Thieß angedeukek.
„Das Tor zur Welk" isk im übrigen der zweike Teil einer Romankckralogie,
deren nächskes Glied der große Roman „Der Leibhaskige" bildek; er isk schon
vor dem „Tor" erschienen, an dcm ersken und letzkcn Bande des Gesamk-
werkes arbeikek der Dichker zurzeik. Dieser „Leibhaskige" nun isk die saka-
nische Krask, die die Epoche der skerbcnden Kulkur regiert. Gauz aus dem
Wirbel unserer enkgötkerken Zeik rask das Geschehen dieses Buches cmpor.
Aus einer Menschheik, die nur sür dcn Augenblick denkk und lebk, greisk Thieß
den Typ „Kaspar Müllcr" heraus, dcn nokorischen Arrivisken des gnken oder
böscn Augenblicks, der „alles Glück seines Lebens dadurch errungen, daß er
kühn und selbskvertrauend von der Plakksorm cines Jlugenblicks auf die Plakk-
sorm eines andcrn sprang", und dcr „nach crfolgkem Sprung intelligenk genug
isk, die errcichke Situatiou auch moralisch zu rechkfertigen". Es isk ein Gegen-
beispiel gegen die Iugend, der Thieß das „Tor zur Wclk" gewieseu hak,
ein in seiner hier verborgcncn, dort ganz ossencn Sakire glänzendcs, ethisch
nngeheuer aufrüttclndes Menckekel über unsere Zeik.
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Gcheiiiiiiisse dcr Nakur, aii die letzkeii Grunde des Seclischcn hirigegcben.
Ein neues Bild Luk sich auf in Thieß' jüngskem Roman „Das Tor zur Welk".
Da isk wieder eine größere menßchliche Gemeinschafk um ein gleiches Schick-
sal versammelt; in eincr deutschen Kleinskadk eine Gesellschask von Schülern
und Schülerinnen in dem gemcinsamcn Erlebnis der Iugend iu dem schwie-
rigskcn Zeitpunkk dargeskellk, iu dem sie jenseiks dcr Schule dem Lebcn über-
ankworket werden soll. Wohin gehk der Weg? Das isk die Frage, von der
wohl jeder Liescr vcranlagke Mensch in den Tageu dcr Enkschcidung übcr sein
Leben bis zur Verzwcislung durchrütkelk wird. Es isk uichk so sehr die Be-
russsrage, obschon auch sie ihre Bedeukung hak, sondern mehr uoch die Frage
der drängendcu Seele an das Leben, das sie noch nicht kennk und das ihr noch
keine Ankwork gibk. Was isk denn das Leben, zu dem ^ie Jugend erzogeu
wird? Isk es Erlösung von allen seelischcn Dualen, von allen zitkernden
Fragen, die aus dem unbcgrissenen Vorgang dcs Reisens emporskeigen? Ist
es Erprobung der TüchLigkeik und Tapserkeik im Kamps um die Exiskenz?
Isk es Erreichung makericller oder ideeller Zicle? Die Iugend wciß die 2lut-
work noch nichk, sie skehk sehnsüchkig, kampsluskig vor den Toren des Lebens,
die bald hicr, bald dork endlich ausspringen. An die zwanzig Einzelschicksale
gehen hier zusammen zu einer vollen, starken und reichen Symphonie der
Iugend. Und ein Mokiv isk es, das diese Schar in ihrem gemeinsamen
Borwärksskreben verbündck: die heiker-sanakische Abkehr von einem durch bor-
uicrke Übcrheblichkcik, wie durch seelcnlos-zwangvolle Mechanisierung bankc-
rokt gewordenen Paukerkum. Der Iügend, die von dem Dichter Frank Thieß
ihr Leben empsangen hak, gchk cs schon wieder um wahrhask erneuerke Ideale;
und einige unter dcn jungen Menschen sprechcn innersken Wesens voll schon
die erskc Erkennknis ihrer Enkwicklung aus, von ihrer Derwandlung von
Stuse zu Skuse des sich crhebcnden und erweikeruden Gemüks. Sie haben
schon eine Ahnung von der Lragischen Welkanschauung des aus inneren Kon-
sliktcn nm geistige und Gemükswerke ringenden Kulkurmenschcn. Und damit
isk der innere Zusammenhang auch dieses Werkes mit den vorangegangenen
Büchern von Thieß angedeukek.
„Das Tor zur Welk" isk im übrigen der zweike Teil einer Romankckralogie,
deren nächskes Glied der große Roman „Der Leibhaskige" bildek; er isk schon
vor dem „Tor" erschienen, an dcm ersken und letzkcn Bande des Gesamk-
werkes arbeikek der Dichker zurzeik. Dieser „Leibhaskige" nun isk die saka-
nische Krask, die die Epoche der skerbcnden Kulkur regiert. Gauz aus dem
Wirbel unserer enkgötkerken Zeik rask das Geschehen dieses Buches cmpor.
Aus einer Menschheik, die nur sür dcn Augenblick denkk und lebk, greisk Thieß
den Typ „Kaspar Müllcr" heraus, dcn nokorischen Arrivisken des gnken oder
böscn Augenblicks, der „alles Glück seines Lebens dadurch errungen, daß er
kühn und selbskvertrauend von der Plakksorm cines Jlugenblicks auf die Plakk-
sorm eines andcrn sprang", und dcr „nach crfolgkem Sprung intelligenk genug
isk, die errcichke Situatiou auch moralisch zu rechkfertigen". Es isk ein Gegen-
beispiel gegen die Iugend, der Thieß das „Tor zur Wclk" gewieseu hak,
ein in seiner hier verborgcncn, dort ganz ossencn Sakire glänzendcs, ethisch
nngeheuer aufrüttclndes Menckekel über unsere Zeik.
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