Der Kunstwart: Rundschau über alle Gebiete des Schönen ; Monatshefte für Kunst, Literatur und Leben — 40,2.1927

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Es regt sei'ne Händchen, es spnrk
des Wachskums nahen Llucll.

Umfließ es mik Geisterglück!

Nun ösfnet es Augen voll Traum.

Es blinzelt durch dich in den Tag.

Es lächelt nnd schläst wieder ein.

Grüße die Nütker im Flur!

Noch reichk man den Milchnaps ihr sromm.
Dort schleicht sie gesättigt hinaus.

Sie sühlt und fürchtet dich.

Klug solgt sie verborgener Spur
hinab in ihr dunkles Gebiek.

Da liegt unker höhligem Stein
der Schatz, den du vergrubst.

Du sahst in die serne Zeik.

Dn wahrsagtest Krieg und Versall.

Treu hast du gedarbk und bewahrt.

Die Schlange weiß darum.

Sie hegt auf dem Hort ihre Brut.

Sie biegt sich um ihn jede Nacht
zum zauberverstärkenden Ring.

Ost klirrt unbändig das Gold.

Flucht

„Näher qualmt die Schlacht!

Eucr Korn brcnnt! Eure Krieger sliehen!

Ihr müßt wandern gegen Mitternacht!

Müßt ins Tal des Ursprungs ziehen!

Gistgcschoß zersgringt.

Weiße Schleier zart am Boden wehen.

Wer dort atmet, lautlos niedersinkt...

Ihr müßt gehen! Ihr müßt gehen!"

llnd mit fester Hand
össncn sie die bildgeschmückten Truhen,
tnn sich an nüt buntem Festgewand,
brcitcn Gürtcln, hohen Schuhen...

Geisthaft huscht cin Kind,
sät im Kreis des Maises gelbe Körner,
streut sie singend alt und jungem Rind
zwischen die gebognen Hörner.

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