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Kunstwart und Kulturwart — 28,4.1915

DOI issue:
Heft 24 (2. Septemberheft 1915)
DOI article:
Avenarius, Ferdinand: "Deutscher Wille", des Kunstwarts 29. Jahr
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https://doi.org/10.11588/diglit.14421#0212

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weüer in seinem Stoff als folchem liegt noch in seiner Zorm als sol-
cher, sonöern in üem besonöeren seelischen Gehalt, üen üie Iormung
ües Stoffes vermittelt. ^^unft ist üie Sprache ües Unaussprech-
lichenDer Seüanke führte üazu, auch in üen anüern Setätigungen
üer Menschheit nach üem zu fragen, was ihre Crscheinung von Unaus-
gesprochenem sage. Die slrbeit üer „slusüruckskultur" erschloß sich
uns: üie Srscheinungen üer Gesellschaft überhaupt zur Erkenntnis, zur
Rontrolle auch ihres verschwiegenen Vesens heranzuziehn. Das brachte
Awei Gruppen von slufgaben mit ftch: üas Kufüecken von verschleie-
rungen, wo selbstische Intereffen sachlich geformte Neformen hinüerten,
unü öen versuch,üen nach Vereülung unsererAustänüe auf allzu getrenn-
ten Vegen Strebenüen üie Möglichkeit ües Sich-Zinüens unü -verdün-
üens zu erleichtern. Da kam üer Rrieg. Unü mit ihm unser Mer
größtes Srlebnis: üaß üie Dienstwilligkeit für Sroßes in MilLionen
Deutscher viel tiefer wurzelt, als wir geglaudt hatten. Uoch kämpfen
wir für üen Zrieüen um üen Sieg. Mer üringlicher wirü es von
Monü Au Monü, üie Dergung unü öewahrung üer inneren
Schätze Au sichern, üie währenü ües Rrieges gehoben sinü.
Dabei nach all seinen Nräften auf seinem Gebiete mitzuarbeiten, ist
jeües Deutschen Kufgabe, also auch unsre.

^4ie wir üie unsrige auffaffen, öavon sprechen wir ausführlicher in
^üem Mfsatze „Deutscher Wille" ües nächsten Heftes. Wer etwa
üen rtunstwart abbestellen will, üer kann üieses Heft kostenlos erhal-
ten, üeshalb üürfen wir uns ein weiteres Singehen auf üen Gegen-
stanü heute sparen.

Unser Slatt ift, soviel wir wiffen, üas einzige geblieben, welches
für seine Rriegsausgabe üie verminüerung ües Umfangs zur preis-
herabsetzung unü sogar zur herabsetzung bis auf üie hälfte benutzt hat.
^uch heute können wir uns noch nicht entschließen, üen alten preis
wieüerherAustellen. Der Runftwart-Iahrgang ^Deutscher Wille" wirü
statt 41/2 Mark 3 Mark vierteljährlich kosten. „Nriegskunstwart" bleibt
er ja. Wir verlaffen uns üaranf, üaß üie, welche unsre Haltung bil-
ligen, uns üurch verüoppeltes Wirken für üen Runstwart üas Tragen
unsrer Gpfer erleichtern, üamit wie unser Slatt so auch üie Seüanken
^üurchgehalten" werüen, üenen es üient.

-S^er Sinn unsrer nächften Mrbeit ift klar. Denen im §elü üücfen wir
^bei ihrer Heimkehr nicht als Männer unü ßrauen entgegentreten,
üie ftch mit müßigem Sesiaunen unü Sewunüern ihres Tuns unü
ihres Ertragens begnügt haben. Wir haben üie Heimat für sie Au
rüften. Nicht zu einem Cmpfange nur mit Iahnen unü Gesang. DaZu:
üaß üieses Dorf, üiese Staüt, üieser Gau, üieses Lanü, üieses Neich
unü üiese Gesellschaft als körperlicher unü geiftiger Organismus schon
vorbereitet seien, üem Erften unü üem Letzten nach Möglichkeit üas
höchfte zu bieten: frucht bares Wirken. Draußen üer Nampf, ürinnen
üer Gottesfrieüe — wenn es jetzt nicht gelingt, üas vorZubereiten,
so gelingt es uns heute Lebenüen nie. §erö. ^lvenarius
 
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