internationalen Ausschuß gebildet
und gibt verschiedene Blätter heraus.
^Die deutschen Stirnmen, die darin
zu Wort kommen, sind ruhig und
sachlich gehalten, die außerdeutschen,
auch alle aus neutralen Ländern,
leidenschastlich gegen Deutschland
gerichtet, das allein an dem Krieg
und der Art seiner Führung schuld
sei.«
Bun, wir sind sehr weit davon
entfernt, alles bei uns Deutschen
schön und gut, alles bei den Feinden
schlecht zu finden. Dieser allgemei--
nen Hetze gegenüber haben wir doch
das Recht, sehr ruhig zu bleiben und,
wenn die Mehrzahl der Völker uns
anders und andrer Art als sich selbst
findet, gänzlich ungerührt zu sagen:
Desto schlimmer für euch! Wir
haben das Recht, diesem Gefühl der
Völker, daß wir anders seien als sie,
unsre eigene Deutung zu geben, die
nicht hochmütig zu sein braucht, aber
dies festhalten dars, daß wir aller-
dings eigner selbstgewachsener Art
zu sein scheinen, und daß wir weder
Geschick gezeigt, noch Gewicht darauf
gelegt haben, bei ihnen Anerkennung
zu finden.
Wir haben das Recht, festzustel-
len, daß uns ein eigenes Meal ge-
wachsen ist im Drange unsrer nicht
leichten Geschicke, das dem des Lhre-
suchens entgegengesetzt ist und als
das der Sachlichkeit bezeichnet wer-
den kann. Richt daß wir uns für
unbedingt sachlich halten: wir lei-
den schwer darunter, daß wir es
nicht durchweg sind. Aber eben: wir
leiden darunter, weil uns das
Sachlichsein als das unbedingte
Ideal erscheint.
Diese Bezeichnung der Sachlich-
keit für unser höchstes Ideal ist selbst
sehr sachlich gehalten. Wir könnten
heller klingende Worte dafür finden.
Wahrhaftigkeit und Selbständigkeit
bis ins Innerste liegen im Kreis die-
ses Ideals. Und, wenn ich mich
nicht sehr irre, auch Frömmigkeit.
Denn sie ist ja doch allem andern
voraus eine tiefe Bezogenheit auf
etwas, das nicht von außen, sondern
aus unserm eigenen Innern spricht.
And das ist die tiefste Sachlichkeit.
Denn in uns allein können wir
schließlich finden, was wir allerletzt
wollen, wie sehr wir dann auch in
die Außenwelt schauen müssen, um
zu erkennen, was wir zu solchem
Endzweck allererst wollen müssen.
Man suche uns nicht von diesem
unsern wahren Ideal der Sachlich-
keit abzubringen zugunsten niederer
und erniedrigender Auffassungen.
Denn das ist die schlimmste und ein-
zig erniedrigende Niederlage: sich
sein Ideal vom Feind vorschreiben
zu lassen. fmi ArturBonus
Die beiden Hurra
m Dezember sM gruben sie in
Pompeji einen neuen Stadtteil
aus. Besseres hat man dort nie
bloßgelegt. Da ist ein Haus mit
wunderschönen Wandgemälden:
Kampf um Troja. Herrliche Mosaik-
böden und feine Friese. Nnd neun
Pompejaner fand man, wundervoll
erhalten, am Fuße noch das Schuh-
werk mit Riemen, Sohlen, Nägeln...
Schweigend stand daneben der
Vesuv und dampfte düster. Was
er verschüttete vor zwanzighundert
Iahren, mit Getöse, hebt die Hacke
friedlich wieder an das Licht. Mäch-
tiger als sein Gebrumm ist Hacke
und ist Schaufel.
Im Dezember s<Hoß der Krieg
eine Stadt in Brand. Wie die
Aschenflocken auf Pompeji slogen die
Kugelfchwärme auf die Stadt. Dort
spie der Krater des Vesuvs sie aus,
und hier der Krater eines Kriegs . . .
Anterm blauen Himmel in Pom-
peji knirschen Schaufeln. Lin Mann
mit goldgeränderter Brille steht da-
bei und leitet diese Schaufeln. Erde
fällt und Steine kollern, und empor
steigt ein Gebäude aus der Zeit,
da Christus noch über unsre Erde
und gibt verschiedene Blätter heraus.
^Die deutschen Stirnmen, die darin
zu Wort kommen, sind ruhig und
sachlich gehalten, die außerdeutschen,
auch alle aus neutralen Ländern,
leidenschastlich gegen Deutschland
gerichtet, das allein an dem Krieg
und der Art seiner Führung schuld
sei.«
Bun, wir sind sehr weit davon
entfernt, alles bei uns Deutschen
schön und gut, alles bei den Feinden
schlecht zu finden. Dieser allgemei--
nen Hetze gegenüber haben wir doch
das Recht, sehr ruhig zu bleiben und,
wenn die Mehrzahl der Völker uns
anders und andrer Art als sich selbst
findet, gänzlich ungerührt zu sagen:
Desto schlimmer für euch! Wir
haben das Recht, diesem Gefühl der
Völker, daß wir anders seien als sie,
unsre eigene Deutung zu geben, die
nicht hochmütig zu sein braucht, aber
dies festhalten dars, daß wir aller-
dings eigner selbstgewachsener Art
zu sein scheinen, und daß wir weder
Geschick gezeigt, noch Gewicht darauf
gelegt haben, bei ihnen Anerkennung
zu finden.
Wir haben das Recht, festzustel-
len, daß uns ein eigenes Meal ge-
wachsen ist im Drange unsrer nicht
leichten Geschicke, das dem des Lhre-
suchens entgegengesetzt ist und als
das der Sachlichkeit bezeichnet wer-
den kann. Richt daß wir uns für
unbedingt sachlich halten: wir lei-
den schwer darunter, daß wir es
nicht durchweg sind. Aber eben: wir
leiden darunter, weil uns das
Sachlichsein als das unbedingte
Ideal erscheint.
Diese Bezeichnung der Sachlich-
keit für unser höchstes Ideal ist selbst
sehr sachlich gehalten. Wir könnten
heller klingende Worte dafür finden.
Wahrhaftigkeit und Selbständigkeit
bis ins Innerste liegen im Kreis die-
ses Ideals. Und, wenn ich mich
nicht sehr irre, auch Frömmigkeit.
Denn sie ist ja doch allem andern
voraus eine tiefe Bezogenheit auf
etwas, das nicht von außen, sondern
aus unserm eigenen Innern spricht.
And das ist die tiefste Sachlichkeit.
Denn in uns allein können wir
schließlich finden, was wir allerletzt
wollen, wie sehr wir dann auch in
die Außenwelt schauen müssen, um
zu erkennen, was wir zu solchem
Endzweck allererst wollen müssen.
Man suche uns nicht von diesem
unsern wahren Ideal der Sachlich-
keit abzubringen zugunsten niederer
und erniedrigender Auffassungen.
Denn das ist die schlimmste und ein-
zig erniedrigende Niederlage: sich
sein Ideal vom Feind vorschreiben
zu lassen. fmi ArturBonus
Die beiden Hurra
m Dezember sM gruben sie in
Pompeji einen neuen Stadtteil
aus. Besseres hat man dort nie
bloßgelegt. Da ist ein Haus mit
wunderschönen Wandgemälden:
Kampf um Troja. Herrliche Mosaik-
böden und feine Friese. Nnd neun
Pompejaner fand man, wundervoll
erhalten, am Fuße noch das Schuh-
werk mit Riemen, Sohlen, Nägeln...
Schweigend stand daneben der
Vesuv und dampfte düster. Was
er verschüttete vor zwanzighundert
Iahren, mit Getöse, hebt die Hacke
friedlich wieder an das Licht. Mäch-
tiger als sein Gebrumm ist Hacke
und ist Schaufel.
Im Dezember s<Hoß der Krieg
eine Stadt in Brand. Wie die
Aschenflocken auf Pompeji slogen die
Kugelfchwärme auf die Stadt. Dort
spie der Krater des Vesuvs sie aus,
und hier der Krater eines Kriegs . . .
Anterm blauen Himmel in Pom-
peji knirschen Schaufeln. Lin Mann
mit goldgeränderter Brille steht da-
bei und leitet diese Schaufeln. Erde
fällt und Steine kollern, und empor
steigt ein Gebäude aus der Zeit,
da Christus noch über unsre Erde


