Die kulturgeschichtlichen Einstreusel beleben das Buch außerordentlich.
Da sehen wir die Darstellung uud Schilderuug einer Gießereiwerkstätte
im klarsten Zeichenstil, dort einen Rennwagen und die mit siner Binde
geschmückte Zielsäule. Dem Bild eines reitenden Knaben sind Bemerkungen
über den griechischen Reitsport, der Zeichnung einer Gauklerin Angaben
über antike Varietekunst, einigen Kostümbildern modegeschichtliche Ausfüh-
rungen beigefügt. Selbst die Linzelheiten des Kleiderschnitts werden der
modernen Frau vorgeführt, der Komödiant und die Seherin geben Anlaß
zu hübschen Plaudereien und das schaukelnde Mädchen führt ebenso über-
zeugend die harmlos-anmutige Seite des vornehmen Lebens vor wie der
sich übergebende Iüngling, dem eine hübsche Dame den Kopf hält, dessen
betrüblichere Seiten andeutet.
Schaukelndes Mädchen mit keckem Borstrecken der formvollendeten Beine. Die schwingenden
Mantelzipfel verstärken den Eindruck des Hochsausens der Schaukel.
Die Masse der Erzengnisse erklärt sich aus dem von der Technik dieser
Knnst erforderten Großbetrieb ebenso wie das Festhalten an brauch-
baren, nur immer wieder anders komponierten Typen. Reichhold sagt dazu:
„Man darf nicht annehmen, daß Schläinmer und Dreher die Hände in den
Schoß legten, bis der Künstler ihr Erzeugnis kostbar ausgestattet nnd der
Brenner es für alle Aeiten widerstandsfähig gebrannt hatte. Nein, da
war rege Tötigkeit eines Heeres bestgeschulter Leute, die sich gegenseitig
in die tzände arbeiteten. Nur in großen Massen konnte der Ton geschlämmt
und gerötet werden. Die Dreher lieferten ohne Zweifel, den Ofenfüllungen
entsprechend, Serien von Vasen, die unter sich, des Brandes halber, gleich-
starke Wände aufweisen mnßten. . . . Eine Ofenfüllung mag für große
Gefäße etwa aus fünf Stück, für kleinere aus zwanzig bis vierzig bestanden
haben. Da nun für den Brand eine absolut gleichmäßige Anstrocknung der
einzelnen Stücke erste Voraussetzung ist, mußten die Vasen gleichzeitig
Da sehen wir die Darstellung uud Schilderuug einer Gießereiwerkstätte
im klarsten Zeichenstil, dort einen Rennwagen und die mit siner Binde
geschmückte Zielsäule. Dem Bild eines reitenden Knaben sind Bemerkungen
über den griechischen Reitsport, der Zeichnung einer Gauklerin Angaben
über antike Varietekunst, einigen Kostümbildern modegeschichtliche Ausfüh-
rungen beigefügt. Selbst die Linzelheiten des Kleiderschnitts werden der
modernen Frau vorgeführt, der Komödiant und die Seherin geben Anlaß
zu hübschen Plaudereien und das schaukelnde Mädchen führt ebenso über-
zeugend die harmlos-anmutige Seite des vornehmen Lebens vor wie der
sich übergebende Iüngling, dem eine hübsche Dame den Kopf hält, dessen
betrüblichere Seiten andeutet.
Schaukelndes Mädchen mit keckem Borstrecken der formvollendeten Beine. Die schwingenden
Mantelzipfel verstärken den Eindruck des Hochsausens der Schaukel.
Die Masse der Erzengnisse erklärt sich aus dem von der Technik dieser
Knnst erforderten Großbetrieb ebenso wie das Festhalten an brauch-
baren, nur immer wieder anders komponierten Typen. Reichhold sagt dazu:
„Man darf nicht annehmen, daß Schläinmer und Dreher die Hände in den
Schoß legten, bis der Künstler ihr Erzeugnis kostbar ausgestattet nnd der
Brenner es für alle Aeiten widerstandsfähig gebrannt hatte. Nein, da
war rege Tötigkeit eines Heeres bestgeschulter Leute, die sich gegenseitig
in die tzände arbeiteten. Nur in großen Massen konnte der Ton geschlämmt
und gerötet werden. Die Dreher lieferten ohne Zweifel, den Ofenfüllungen
entsprechend, Serien von Vasen, die unter sich, des Brandes halber, gleich-
starke Wände aufweisen mnßten. . . . Eine Ofenfüllung mag für große
Gefäße etwa aus fünf Stück, für kleinere aus zwanzig bis vierzig bestanden
haben. Da nun für den Brand eine absolut gleichmäßige Anstrocknung der
einzelnen Stücke erste Voraussetzung ist, mußten die Vasen gleichzeitig


