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Kunstwart und Kulturwart — 34,1.1920-1921

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Heft 4 (Januarheft 1921)
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Sörgel, Herman: Die Mängel im städtischen Wohnungswesen und deren Behebung mit besonderer Berücksichtigung von Kleinwohnungen, [1]
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Brandes, Gustav: Unsre Heimat im Zoo
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https://doi.org/10.11588/diglit.14432#0251

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wert verbietet. Der Beleihungswert eines in diesem Sinne unbe-
bauten Grundstückes dürfte also im Grundbuch nicht größer sein als der
landwirtschaftliche Nutzungswert. Iede höhere Belastung eines Grundstückes
müßte vom Grundbuchamt zurückgewiesen werden und wäre Sache des
Personalkredites. Bei Häusern müßte die Beleihungsgrenze streng ein--
gehalten werden nach der Formel:

Beleihungswert - Grund Z- Gebaude -st Nutzungswert

(Schluß folgt)

München HermanSörgel

Ansre HeimaL im Zso

(Die deutsche Not kräftigt bei vornehmen Menschen die deutsche Heimatliebe,
es ist eine ganz natnrliche Folge des Zusammenbruchs, daß jetzt die Teilnahme
für alles wächst, was dieser Liebe dienen kann. So ist auch die alte Be--
wegung weit reger geworden, unsre Tiergärten den Tieren der Heimat zu öffnen.
Aber da gerät nun tpieder mancherlei durcheinander, was getrennt zu halten
ist, wenn man nicht Kräfte, die nützen könnten, verpuffen will. Um die Ge--
danken hier zu ordnen, baten wir einen der allerbewährtesten Sachverständigen
Deutschlands, den Direktor des Zoologischen Gartens von Dresden, um seine Mei--
nung zum Zhema. Was Prof. Gustav Brandes uns antwortet, trifft ganz mit
der Auffassung zusammen, die sich auch vom Standpunkte des Kunstwarts aus
ernpfiehlt. Kein Streben nach „Vollzähligkeit" und keine engen Käfigreihen!
Thpische Vertreter der deutschen Tierwelt, aber jedes Tier möglichst so unter-
gebracht, wie es in der Freiheit lebt? A)

D'

er Aufforderung Ves tzerausgebers, mich über die Frage stärkerer
KBerücksichtigung unsrer heimischen Tierwelt in den Zoologischen
Zärten zu äußern, komme ich um so lieber nach, als auch mir in
jüngster Zeit diese Forderung mehrfach vorgetragen wurde.

Der Vorwurf der „grundsätzlichen Vernachlässigung der heimischen Tier--
welt, insbesondere der herrlichen Vögel" wurde den Zoologischen Gärten
zum ersten Male von einem Tiergärtner, dem Direktor des Frankfurter
Zoo, gemacht. Dr. Haacke, ein stutierter Zoologe, war Museumsdirektor
in Australien gewesen, und meinte, als er den damals finanziell arg
zuscrmmengebrochenen Frankfurter Garten im Iahre (888 übernahm, ihn
durch Ausführung seiner Ideen einer neuen Blüte entgegenführen
zu können. Er wollte auch im Zoo nur ein „Museum lebender Tiere"
sehen, bei dessen Anlage man erkennen müßte, daß „mit einem syste--
matischen Tierverzeichnisse in der Hand gearbeitet" worden sei, und strebte
deshalb danach, die systematisch zusammengehörigen Tiere in engem
Nebeneinander zu zeigen und wenigstens von der heimischen Tierwelt
eine möglichst vollständige Sammlung zusammenzubringen. Als
tzaacke hierüber schrieb („Der Zoologische Garten", 32. Iahrgang, (89(),
hatte er die großen Schwierigkeiten, die sich hinsichtlich des letzteren
Punktes dem Tiergärtner entgegenstellen, bereits gründlich kennen gelernt.
Er klagte über den Mangel ständiger Bezugsquellen für heimische Tiere,
so daß eintretende Lücken, besonders bei Seltenheiten, lange unausgefüllt
bleiben müssen, und klagte.auch Larüber, daß die „Zugkraft des Gartens"
als „geldeinnehmende Schauanstalt" durch einheimische Tiere nicht ver--

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