Wohnungen, ganz gewiß, nicht nur Dürer, auch tzolbein war deutsch,
und von den Neuen sind's nicht nur Schwind, Richter, Thoma, sondern
auch Böcklin und Klinger, und ebenso ist es ein realistisches Genie wie
Menzel. Gott behüt uns vor Einseitigkeit, wo des einen Saat nicht auf-
geht, mag's die des andern tun, brauchen tun wir sie all e. So ist's
doch wohl sonderbar, daß Werke wie die Erdgeister unterm Mond erst
für die Schwind-Mappen des Kunstwarts überhaupt einmal photographiert
worden sind, aber es ist noch viel sonderbarer, daß die mit hundert Znngen
gepriesenen Schwindschen Märchenzyklen bis zu unsern Ausgaben jahre-
lang im Kunsthandel gar nicht zu bekommen waren. Freilich, so ollgemein,
wie Richter, wird Schwind nie geliebt, nie verstanden und genossen werden.
Im eigentlichen, wie im übertragenen Sinne: er ist nicht „holzschnitt-
mäßig", er ist, so einfach er ist, doch noch nicht eindringlich einfach genug
dazu. Auch ist der Südwind von Italien her wenigstens für den Nord-
deutschen zu merklich bei ihm. Wer aber durch solch Außerliches durch-
dringen kann, dem löst sich's auch auf. Auch der Norddeutsche wird sich
des Schipindschen Singens und Sagens je länger desto mehr erfreuen.
Schwinds Kunst gehört zu der volkstümlichen Kunst, die mitwirken wird,
am G es am td eu t s ch tum zu formen. A
DieMängelimstädt.Wohnungswesenund derenBehebung
mit besonderer Beriicksichtigung von Kleinwohnungen
(Schluß)
c^v>it der durchgreifenden Reform sozialpolitischer Art könnte und
^^sollte aber auch eine solche technischer Natur tzand in tzand gehen.
Im Einklang mit entsprechenden Bauvorschriften müßten die Bebauungs-
pkäne von sachverständigen Architekten — nicht Geometern — verbessert
oder neu aufgestellt und vor allem möglichst viele neue, einwandfreie Eigen-
heime und Kleinwohnungen geschaffen werden. Diese mchr technisch-
künstlerische Seite der Wohnungsreform soll im folgenden noch kurz be-
handelt werden. Sie ist um so wichtiger, als wir unmöglich auf die
praktischen Erfolge einer wirklich durchgreifenden Gesetzgebung der Bodeu-
reform warten können, als der Wohuungsnot unbedingt durch andere,
naheliegende und leichter durchführbare Maßnahmen gesteuert werden
muß und diese Selbsthilfe neben sozialpolitischen Aufgaben besonders
in technischen Verbesserungen des Wohnungswesens liegt.
Die technische Vorbedingung zur Schaffung guter Wohnungen ist
die Aufstellung eines richtigen Bebauungs- oder Stadterweite-
rungsplanes. Bei dieser sind folgende Gesichtspunkte besonders
wesentlich:
(. Radial staffelförmige — nicht zonenmäßige — Stadterweiterungl
— Scheidung der verschiedenen Stadt-
viertel nach ihrer Bestimmung,
z. B. nach Geschäfts- und Gewerbe-
vierteln (mit Blocktiefen von etwa
(00 m), ruhigen Wohnvierteln (mit
Vlocktiefen von etwa 60 bis s)0 m), nach
Kleinwohnungsvierteln (mit Blocktiefen
von etwa H0 bis 50 m), nach Industrie-
Garten-Rentenansiedlungen usw. Dabei wäre die vorherrscheirde
vierteln,
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und von den Neuen sind's nicht nur Schwind, Richter, Thoma, sondern
auch Böcklin und Klinger, und ebenso ist es ein realistisches Genie wie
Menzel. Gott behüt uns vor Einseitigkeit, wo des einen Saat nicht auf-
geht, mag's die des andern tun, brauchen tun wir sie all e. So ist's
doch wohl sonderbar, daß Werke wie die Erdgeister unterm Mond erst
für die Schwind-Mappen des Kunstwarts überhaupt einmal photographiert
worden sind, aber es ist noch viel sonderbarer, daß die mit hundert Znngen
gepriesenen Schwindschen Märchenzyklen bis zu unsern Ausgaben jahre-
lang im Kunsthandel gar nicht zu bekommen waren. Freilich, so ollgemein,
wie Richter, wird Schwind nie geliebt, nie verstanden und genossen werden.
Im eigentlichen, wie im übertragenen Sinne: er ist nicht „holzschnitt-
mäßig", er ist, so einfach er ist, doch noch nicht eindringlich einfach genug
dazu. Auch ist der Südwind von Italien her wenigstens für den Nord-
deutschen zu merklich bei ihm. Wer aber durch solch Außerliches durch-
dringen kann, dem löst sich's auch auf. Auch der Norddeutsche wird sich
des Schipindschen Singens und Sagens je länger desto mehr erfreuen.
Schwinds Kunst gehört zu der volkstümlichen Kunst, die mitwirken wird,
am G es am td eu t s ch tum zu formen. A
DieMängelimstädt.Wohnungswesenund derenBehebung
mit besonderer Beriicksichtigung von Kleinwohnungen
(Schluß)
c^v>it der durchgreifenden Reform sozialpolitischer Art könnte und
^^sollte aber auch eine solche technischer Natur tzand in tzand gehen.
Im Einklang mit entsprechenden Bauvorschriften müßten die Bebauungs-
pkäne von sachverständigen Architekten — nicht Geometern — verbessert
oder neu aufgestellt und vor allem möglichst viele neue, einwandfreie Eigen-
heime und Kleinwohnungen geschaffen werden. Diese mchr technisch-
künstlerische Seite der Wohnungsreform soll im folgenden noch kurz be-
handelt werden. Sie ist um so wichtiger, als wir unmöglich auf die
praktischen Erfolge einer wirklich durchgreifenden Gesetzgebung der Bodeu-
reform warten können, als der Wohuungsnot unbedingt durch andere,
naheliegende und leichter durchführbare Maßnahmen gesteuert werden
muß und diese Selbsthilfe neben sozialpolitischen Aufgaben besonders
in technischen Verbesserungen des Wohnungswesens liegt.
Die technische Vorbedingung zur Schaffung guter Wohnungen ist
die Aufstellung eines richtigen Bebauungs- oder Stadterweite-
rungsplanes. Bei dieser sind folgende Gesichtspunkte besonders
wesentlich:
(. Radial staffelförmige — nicht zonenmäßige — Stadterweiterungl
— Scheidung der verschiedenen Stadt-
viertel nach ihrer Bestimmung,
z. B. nach Geschäfts- und Gewerbe-
vierteln (mit Blocktiefen von etwa
(00 m), ruhigen Wohnvierteln (mit
Vlocktiefen von etwa 60 bis s)0 m), nach
Kleinwohnungsvierteln (mit Blocktiefen
von etwa H0 bis 50 m), nach Industrie-
Garten-Rentenansiedlungen usw. Dabei wäre die vorherrscheirde
vierteln,
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