Geöichte von Malter Scheffler
^Beim Vorstellen der folgenden Gedichte darf nran wohl einnral eine
Ausnahme von der Regel gelten lassen, baß das xrivate Dafein eines
Koeten -en Leser seiner Verse nichts angehen soll. ivalter Scheffler
rst ein tanbstunrnrer Buchbinder. Zch rveitz von ihnr seit einenr Vutzend von
Iahren und habe nrich nrehr als einnral an denr erfreut, was er schrieb.
Ietzt, da der bescheidene „Stille inr Lanöe" ein Vierziger ist, hat er zunr
ersten Male ein Bänöchen seiner Sachen zusanrrnengestellt, nicht für den Druck,
sonöern in ganz wenig Abzügen für Lreunde nrit der Schreibnraschine von
ihnr geschrieben, öann lithograxhiert unö von ihnr selber gebunöen. walter
Scheffler war bis zurn jetzigen Nachnrittag seines Lebens ein Stiefkind des
Glückes, wer wird ihrn noch einige Freude für seinen Abend bereiterr? So
nranche kaufen jetzt Liebhaberausgaben zu 600 oder gar zu 1000 Mark
— ich nreine, je 60 Mark könnten nranche für dieses Geöichtbuch , Mein Lied"
dran wenden. das einrnal eine „extra rare" Seltenheit freilich nicht so sehr
für Bücher-, als sür Buch-, für Literätur-Liebhaber sein wird. walter
Schefflers Aöresse ist: Aönigsberg i. Pr„ Unterlaak 26, ^of, 3 Trexxen.
Die Leser werderr nach den solgenden Z)roben selber beurteilen, ob wir nur
Dilettantenreirnerer vor urrs haben oder nrehr. Aj
Därnnrerstunöen
«^^illkommne Gnaöe weicher Dämnrerstunden,
^^wenn über Dächern still öas Blau verblüht,
ein fernes Turrnkreuz noch im Sxätlicht glüht,
verklungne Stratzen träumen leer und müd,
als hätte alles selig heimgefunden. -
Als wollt auf immer Tag in Traum verflietzen,
Geheimnisvolle ljände weben sacht
aus Schmerz und Lust ein wenig Nachgenießerr,
und dich durchklingt's wie einer Seele Grüßerr,
die einst in Liebe treu um öich gewacht.
Aufs chauen
^»tz-eliebte Aacht, öu sanfte Löserin,
die meine Seele aus der Nast befreit,
die Aagende mit weichem Arm umfängt
zur Lwigkeit:
An deines großen Herzens ruhigen Schlag
lehn rch mein menschenkleines müdes Ljauxt,
öas hat öer Tag,
öer ruhlos wegzerwühlende bestaubt.
Du zündest still der Sterne Lichter an,
die tief im Weltentemxel heilig stehn,
du heißest traumhaft mich und wie durch Schlerer gehn,
ich fühle ljeiligteiten schütternö wehn —
ich schaue Gott, zu öem ich beten kann:
^Beim Vorstellen der folgenden Gedichte darf nran wohl einnral eine
Ausnahme von der Regel gelten lassen, baß das xrivate Dafein eines
Koeten -en Leser seiner Verse nichts angehen soll. ivalter Scheffler
rst ein tanbstunrnrer Buchbinder. Zch rveitz von ihnr seit einenr Vutzend von
Iahren und habe nrich nrehr als einnral an denr erfreut, was er schrieb.
Ietzt, da der bescheidene „Stille inr Lanöe" ein Vierziger ist, hat er zunr
ersten Male ein Bänöchen seiner Sachen zusanrrnengestellt, nicht für den Druck,
sonöern in ganz wenig Abzügen für Lreunde nrit der Schreibnraschine von
ihnr geschrieben, öann lithograxhiert unö von ihnr selber gebunöen. walter
Scheffler war bis zurn jetzigen Nachnrittag seines Lebens ein Stiefkind des
Glückes, wer wird ihrn noch einige Freude für seinen Abend bereiterr? So
nranche kaufen jetzt Liebhaberausgaben zu 600 oder gar zu 1000 Mark
— ich nreine, je 60 Mark könnten nranche für dieses Geöichtbuch , Mein Lied"
dran wenden. das einrnal eine „extra rare" Seltenheit freilich nicht so sehr
für Bücher-, als sür Buch-, für Literätur-Liebhaber sein wird. walter
Schefflers Aöresse ist: Aönigsberg i. Pr„ Unterlaak 26, ^of, 3 Trexxen.
Die Leser werderr nach den solgenden Z)roben selber beurteilen, ob wir nur
Dilettantenreirnerer vor urrs haben oder nrehr. Aj
Därnnrerstunöen
«^^illkommne Gnaöe weicher Dämnrerstunden,
^^wenn über Dächern still öas Blau verblüht,
ein fernes Turrnkreuz noch im Sxätlicht glüht,
verklungne Stratzen träumen leer und müd,
als hätte alles selig heimgefunden. -
Als wollt auf immer Tag in Traum verflietzen,
Geheimnisvolle ljände weben sacht
aus Schmerz und Lust ein wenig Nachgenießerr,
und dich durchklingt's wie einer Seele Grüßerr,
die einst in Liebe treu um öich gewacht.
Aufs chauen
^»tz-eliebte Aacht, öu sanfte Löserin,
die meine Seele aus der Nast befreit,
die Aagende mit weichem Arm umfängt
zur Lwigkeit:
An deines großen Herzens ruhigen Schlag
lehn rch mein menschenkleines müdes Ljauxt,
öas hat öer Tag,
öer ruhlos wegzerwühlende bestaubt.
Du zündest still der Sterne Lichter an,
die tief im Weltentemxel heilig stehn,
du heißest traumhaft mich und wie durch Schlerer gehn,
ich fühle ljeiligteiten schütternö wehn —
ich schaue Gott, zu öem ich beten kann:


