an den Volksbildungsveranstaltungen zuzuführen hätten. Äberdies aber
haben wir die Pflicht, dafür zu sorgen, daß Kulturarbeit dort Platz greift,
wo keine amtliche Volksbildungsarbeit geleistet werden kann, das heißt
am Auslanddeutschtum, und dort, wo noch keine Volksbildungseinrichtungen
bestehen, namentlich in den vielen, zerstreuten kleinen Ortsgruppen der
Schutzvereinc selbst. Hier müßten die Schutzvereine die Träger der Volks-
bildungsarbeit werden. Das wäre aber unmöglich ohne eine gründliche
Anleitung und Ausbildung dazu. In diesem Sinne hält die „Südmark"
fortlaufend Führerkurse ab, durch welche Volksbildner für Kultur- und
Schutzarbeit in der Südmark in wiederholtem Gemeinschaftsleben von
je vierzehn Tagen herangebildet werden und die Mittel für ihre weitere
Fortbildirng erhalten. Von da aus verbreitet sich die Kultur- und Schutz-
arbeit durch die zahlreichen Führer, die jährlich hinausgehen, weiter.
Diesen allen, welche die Schutz- und Kulturarbeit ernst nehmen, ist es klar
geworden, daß es durchaus nicht geht, Kulturarbeit als Volkstumsarbeit
mit Vorträgen zu leisten, wie sie etwa eine „Urania" veranstaltet; das ist
vielmehr nur durch das Vorschreiten zu einer Gemeinschaftsbildung möglich.
Pur durch tätige Arbeitsgemeinschaften, und mögen sie noch so klein sein,
kommen wir zu wirklicher, nachhaltiger Kulturarbeit; und zur Gemeinschafts-
bildung gelangen wir nur auf dem Weg über den Einzelmenschen. Die
Älasse kann man für einen Augenblick hinreißen, aber man kann sie
nicht dauernd erfassen und man kann sie nicht zu einem Arbeitswert-
Zeug machen. Wir müssen einen Massenapparat in der Kulturarbeit
haben, der oft leer zu laufen scheint; in Wahrheit dient er zur Gewin-
nung der Auslese jener Einzelnen, die uns bleiben und deren eben Viele
iverden müssen. Wir brauchen durchaus nicht die Mehrheit der Menschen;
die Führerschaft wurde stets von Minderheiten ausgeübt. Darum müssen
tvir hundertmal im Iahre zu Tausenden von Menschen sprechen, damit
Zehn Menschen innerlich zu dem werden, wozu wir sie machen wollen,
damit sie einen Weg finden, den sie vorher nicht kannten. Es geht in der
Kulturarbeit nur mit einer gewissen Entsagung des Volksbildners, mit
einer zähen Arbeit, mit welcher wir als Menschen zum Menschen
herankommen, die damit wieder weitergeht auf allen Gebieten, die uns das
Kulturleben zu betreuen aufgibt: im Familienleben und in der Schule,
im Vereinsleben, in der Festkultur, in Kunst und Wissenschaft, inderPflege
des Körpers und der Seele. Es handelt sich nicht um augenblickliche Er-
folge, wie sie in politischen und wirtschaftlichen Dingen oft nötig sind,
sondern um den Erfolg, das innere deutsche Wesen zu bewahren und zu
entwickeln, damit der Tag der Befteiung des Deutschtums — und sollte
er nach Iahrhundertfrist erst kommen — in den jetzt abgetrennten Gebieten
dem deutschen Volke wirklich Deutsche zurückgibt. Diese große Arbeit
von Mensch zu Mensch soll dazu helfen, daß Menschentum fortdauernd
erhalten bleibe in der Form, die darzuleben unser Schicksal und unser
Glück ist, in der des deutschen Menschen.
Wien-Mödling KarlGiannoni
259
haben wir die Pflicht, dafür zu sorgen, daß Kulturarbeit dort Platz greift,
wo keine amtliche Volksbildungsarbeit geleistet werden kann, das heißt
am Auslanddeutschtum, und dort, wo noch keine Volksbildungseinrichtungen
bestehen, namentlich in den vielen, zerstreuten kleinen Ortsgruppen der
Schutzvereinc selbst. Hier müßten die Schutzvereine die Träger der Volks-
bildungsarbeit werden. Das wäre aber unmöglich ohne eine gründliche
Anleitung und Ausbildung dazu. In diesem Sinne hält die „Südmark"
fortlaufend Führerkurse ab, durch welche Volksbildner für Kultur- und
Schutzarbeit in der Südmark in wiederholtem Gemeinschaftsleben von
je vierzehn Tagen herangebildet werden und die Mittel für ihre weitere
Fortbildirng erhalten. Von da aus verbreitet sich die Kultur- und Schutz-
arbeit durch die zahlreichen Führer, die jährlich hinausgehen, weiter.
Diesen allen, welche die Schutz- und Kulturarbeit ernst nehmen, ist es klar
geworden, daß es durchaus nicht geht, Kulturarbeit als Volkstumsarbeit
mit Vorträgen zu leisten, wie sie etwa eine „Urania" veranstaltet; das ist
vielmehr nur durch das Vorschreiten zu einer Gemeinschaftsbildung möglich.
Pur durch tätige Arbeitsgemeinschaften, und mögen sie noch so klein sein,
kommen wir zu wirklicher, nachhaltiger Kulturarbeit; und zur Gemeinschafts-
bildung gelangen wir nur auf dem Weg über den Einzelmenschen. Die
Älasse kann man für einen Augenblick hinreißen, aber man kann sie
nicht dauernd erfassen und man kann sie nicht zu einem Arbeitswert-
Zeug machen. Wir müssen einen Massenapparat in der Kulturarbeit
haben, der oft leer zu laufen scheint; in Wahrheit dient er zur Gewin-
nung der Auslese jener Einzelnen, die uns bleiben und deren eben Viele
iverden müssen. Wir brauchen durchaus nicht die Mehrheit der Menschen;
die Führerschaft wurde stets von Minderheiten ausgeübt. Darum müssen
tvir hundertmal im Iahre zu Tausenden von Menschen sprechen, damit
Zehn Menschen innerlich zu dem werden, wozu wir sie machen wollen,
damit sie einen Weg finden, den sie vorher nicht kannten. Es geht in der
Kulturarbeit nur mit einer gewissen Entsagung des Volksbildners, mit
einer zähen Arbeit, mit welcher wir als Menschen zum Menschen
herankommen, die damit wieder weitergeht auf allen Gebieten, die uns das
Kulturleben zu betreuen aufgibt: im Familienleben und in der Schule,
im Vereinsleben, in der Festkultur, in Kunst und Wissenschaft, inderPflege
des Körpers und der Seele. Es handelt sich nicht um augenblickliche Er-
folge, wie sie in politischen und wirtschaftlichen Dingen oft nötig sind,
sondern um den Erfolg, das innere deutsche Wesen zu bewahren und zu
entwickeln, damit der Tag der Befteiung des Deutschtums — und sollte
er nach Iahrhundertfrist erst kommen — in den jetzt abgetrennten Gebieten
dem deutschen Volke wirklich Deutsche zurückgibt. Diese große Arbeit
von Mensch zu Mensch soll dazu helfen, daß Menschentum fortdauernd
erhalten bleibe in der Form, die darzuleben unser Schicksal und unser
Glück ist, in der des deutschen Menschen.
Wien-Mödling KarlGiannoni
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