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Kurpfälzer Jahrbuch: ein Volksbuch über heimatliche Geschichtsforschung, das künstlerische, geistige und wirtschaftliche Leben des Gebietes der einstigen Kurpfalz — 4.1928

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Walter, Friedrich: Die Mannheimer Stadttore
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https://doi.org/10.11588/diglit.29785#0049

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Die Fassade nach der Dreiten Straße zeigt drei Arkaden. Durch die
mittiere gelangt man in die Tordurchfahrt und zur Zugbrücke. äüeber
diesem mittleren Dogen sieht man auf dem Gssims die Göttin des Ruhms
sitzen mit einer Posaune, neben ihr einen Putto. Äeber den Scheitel-
punkten der seitlichen Arkaden sind Köpse und Waffen angeordnet. 2m
Giebelfeld des Mittelbaues hat der Bildhauer Waffenschmuck angebracht.
2n der Mitte befindet sich eine Kartusche mit Kurhut und dem Mono-
gramm des Kurfürsten Karl Philipp. Die Kartusche wird von einem
sitzenden Putto gehalten. Auf der Spitze des Dreieckgiebels steht die
Figur des Riesen Atlas, der halb zusammengesunken die Erdkugel trägt.

Das Neckartor, Allhenfasfado um 18Z0
(Nach dem Ltahlstich oon Lchnell)

Auf den seitlichen Endpunkten des Giebels befinden sich Panzer mit
Helmen usw. in ähnlicher Ausführung wie am Mittelbau des Schlosses.
Dieser reiche Bildhauerschmuck des Neckartores rührte von der Hand
dss damals 35jährigen Hofbildhauers Paul Egell her (Dertrag vom
April 1724). Leider ist nichts davon auf unsere Tage gekommen. Das
Deckartor wurde in den 2ahren 1723—25 erbaut. Aus das 2ahr der
Dollendung bezog sich die äußere Jnschrift des Torss, die Mannheims
schwere Kriegsschicksale, die Zerstörung und Wiedererrichtung des Deckar-
tores erwähnt: Karl Philipp habe dieses Tor den Freunden geöffnet,
den Feinden geschlossen. Auf der Stadtfeite trug das Deckartor die Jn-
schrift: ?^OIbIOU8 OOK.088U8 (Friedlicher Ausgang). 2m 2n-
nern enthielt das Tor Wohnräume für die Zollbeamten und Wachstuben
für dis Torwache. Auch das Neckartor scheint in den Kriegen der 1790er
2ahre schwere Deschädigungen erlitten zu haben, denn es wurde im 2ahre
18O9 wiederhergestellt und umgebaut. Die Deränderung des Deckartores
ist aus einem Stahlstich von Schnell ersichtlich, der das Neckartor in den
1830er 2ahren von außen zeigt. 2n ähnlicher Darstellung ist das Lor
auf einem von 2. F. Doigt 1834 gemalten Oelbild zu sehen, das im
Schlcßmuseum ausgestellt ist. Darnach waren damals drei Durchgänge

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