Lustige Blätter: schönstes buntes Witzblatt Deutschlands — 14.1899

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Die ganze Zunft fühlt sich geehrt.
Seit Meister Menzel ward bescheert
Der schwarze Adlerorden,
Ist Mäxchen stolz geworden!

Ein arabisches
SprichWort.
Wer nichts weiss und
nicht weiss,dass ernichts
weiss, derist einThor,vor
dem man sich hüten soll.
Wer nichts weiss und
weiss, dass er nichts
weiss, der ist bescheiden
und den soll man be-
lehren.
Wer Etwas weiss und
nicht weiss, dass er
Etwas weiss, der ist ein
Träumer, den man auf-
wecken soll.
Wer Etwas weiss und
weiss, dass er Etwas
weiss, derist ein Weiser,
dessen Umgang man
suchen soll.

Kathederblüthe.
Professor der Zoo-
logie: Und nun, da wir
genügende Vorstudien
gemacht haben, lassen
Sie uns jetzt vom
Pferd auf den Esel
kommen!


Ein Antrag.
Junge Dame: Ich will Ihnen gern eine Schwester
sein, aber nie mehr.
Er: Danke, das genügt auch schliesslich. Haben
Sie denn schon mit Ihrer Mama darüber gesprochen?
Sie: Worüber denn?
Er: Na, über meine Adoption!


gegangen.
V erheiratheter
Lebemann: Auf was
wollen wir anstossen ?
Dämchen: Auf unser
nächstes Rendez-vous.
Lebemann: Sie
machen mich glücklich!
Herr Greif, Vor-
steher eines Detek-
tiv-Bureaus (im Hinter-
gründe): Mich auch; denn
nun bekomme ich meine
versprochenen zehntau-
send Mark von der Frau
für die Scheidung.

Die Vision.
Frau Miessling: Ne, hären Se, Frau
Kiessling, wie mein Mann, den ich in Dräsen
glaube, so bletzlich zur Dhier reintritt, hab’
ich Sie, weess Knebbchen, gedacht, ich hätt’
Sie ä Vivisektion!

Lieber Modernissimus!
Zwei Kinder von 5 Jahren lesen in
einem Witzblatt. Plötzlich lacht das eine
laut auf: „Kindermund! Hast Du schon
so was gehört, Brüderl? Kindermund!“
„„Kindermund? Jiebt’s ja garnich!““

Qründlich.
„Herr Oberkellner, was können Sie mir
heute empfehlen?“
„„Kalbsbein, Herr Professor!““
„So, so, Kalbsbein! Das rechte oder
das linke?

Zu Viel Verlangt.
Da habe ick folgendes
Telejramm von Wolffs Teli-
jrafenbüroh jelesen: Der fran-
zösische Admiral Rieunier
beantragt einen Kredit von
einer Million zum Ausbau des
Fort Bayard an der Rhede
von Rochefort.
Jleich ’ne janze Million?
Det finde ick aber ’n bisken
happig. Hätten se mir als
Sachverständ’gen befragt, dann
würde ick ihnen jesagt haben,
det ’ne Rede von Rochefort
überhaupt keenen Sechser
werth is. Lattenfritze.

Viel-Versprechend.
Vater: Ich würde schon ja
sagen, wenn ich nur wüsste,
ob Sie eine Familie ernähren
können?
Bewerber: Und wenn jedes
Jahr Drillinge einträfen!

Schlau herausgeholfen.
Examinator: Was lässt sich
gegen die Theorie Darwins
sagen?
Examinand: Verzeihen
Sie, ich bin Darwinianer.

per perfekte Üf/iziersbursche
und die zweijährige Dienstzeit.
Was ein richtiger Bursche
ist — Der muss lernen viele
Dinge: — Wie man kocht und
wie man backt — Und wie
man die Wäsche wringe; —
Wie man Abends am Theater
— Mit dem Mantel sich pos-
tire, — Wie man Morgens für
den Kater -- Einen Hering prä-
parire; — Wie man sich, wenn
Gäste kommen, — An die Tafel
hat zu stellen, — Wie man bei
dem Bücherfritzen — Tauscht
Romane und Novellen; — Wie
man Kinder bringt zur Schule -
Und wie man sie holt nach
Hause, — Wie man in der Bade-
stube — Putzt die Wanne und
die Brause; — Wie man Boten-
gänge ausführt — Und denKorb
trägt, schwer beladen, — Wie im
Fall von Rheumatismus — Man
massirt die Lieutenantswaden;
— Wie man Flecken tilgt und wie
man —■ Die lädirten Strümpfe
stopfe, — Wie man in der guten
Stube — Mottenhaltige Möbel
klopfe;—Deshalb muss man von
derHeimath- Ihn ein drittes Jahr
entfernen, — Denn das kann
erdoch unmöglich — Alles
in zwei Jahren lernen! m.




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LUSTIGE BLÄTTER.

No 6.
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