Lustige Blätter: schönstes buntes Witzblatt Deutschlands — 14.1899

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Des Gitters 3utr>eL
(gu nebenftetjenbem Silbe.)
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(ßfafe:
„(ßtnff (fraßft’ inetnee
^aufee (Kußm butrcß© Banb,
fofyt ffraßft nur nocß meine Qtafe.“

(Was 3ufamntengefcßarrf an Juwefen unb (Bofb
©te cEßnen in Jriefcen un& S^ßben,
oFtfe erqut'eftenfcee Baß faß iff ntir’e geroßßf
©urcß 5er Keßfe ©ürre unb Oe5e.
|>>o ftnb mir verarnti, unb fcßter verfcßmanb
QTleiner i=Nppc (Haine im ©unßef,
©a fcßenßfe gerecßfen ^cßtcßfafa l^anb
QTWtnem MntHfö beit fcßonfftn Uarfunßef.
©rum nimm beit jumpen unb etfe, mein 'Knapp’,
QTltf bem feeren 311m großen jj^affe,
Q0ring’ gefufft tßtt mieber im fcßnefffftn ^raß,
©a(5 beo l^aufe© (Juwef ntcßf verßfaffe.


Es geht auch sc.
Chefredakteur (zum Theaterrecensenten):
Donnerwetter, Freund, was haben Sie da
gemacht? Das kann ich unmöglich drucken
lassen. Sie schreiben in Ihrer Kritik: „Von
den drei Einaktern des Herrn Hudler ist
einer immer miserabler als der andere.“
Wissen Sie nicht, dass der Verfasser ausser-
ordentlich einflussreich ist und uns den
Teufel auf den Hals ziehen wird?
Recensent: Thut mir leid, HerrDoktor,
aber ich kann nicht anders. Es ist die reine
Wahrheit, was ich sage.
Chefredakteur: Schön, es kommt nur
darauf an, wie man die Wahrheit sagt. Nun
hören Sie! Eines von den drei Stücken
ist doch jedenfalls das miserabelste, nicht
wahr?
Recensent: Gewiss.
Chefredakteur: Und ein anderes ist
— sagen wir — ein wenig besser?
Recensent: Jawohl.
Chefredakteur: Und das dritte ist
wieder etwas besser?
Recensent: Allerdings.
Chefredakteur: Nun sehen Sie, lieber
Freund, wie einfach die Sache ist! Sie können
also mit gutem Gewissen schreiben: „Von
den drei Einaktern des Herrn Hudler ist einer
immer besser als der andere.“

Konkurrenten-Rache.
In einem Nordseebad etablirt sich ein Händler
mit „Seehund-Artikeln“, als da sind: Pantoffeln,
Täschchen, Mützen u. s. w. aus Seehundsfellen. Er
macht glänzende Geschäfte. Das verlockt einen
anderen Händler, sich flugs daneben zu setzen. Um
das Maass seiner Bosheit voll zu machen, preist
dieser Eindringling noch dazu seine Seehund-Artikel
als „selbstverfertigte“ an.
Das ist mehr, als der Erste am Platze vertragen
kann. Eines schönen Tages, oder vielmehr in einer
dunklen Nacht hantirt er ein wenig an dem Firmen-
schild seines Konkurrenten herum und am folgenden
Tage prangt daselbst zum Gaudium aller Badegäste
die bescheidene Ankündigung: „Lager selbstver-
fertigter Schundartikel“.


Arbeitstheikmg-.
„Ach, Franzei, draussen ist so herrliches Wetter,
jetzt wollen wir machen, dass wir mit unseren Schul-
arbeiten fertig werden. Ich zeichne und Du radirst.“

Bedenkliches Symptom.

Ansichtssache, p


Sie, die stets nur das Schlechteste sehen,
Aber das Gute übergehen,
Alles finden unerhört; —
Meinen immer: Die Welt sei verkehrt,
Weil sie selbst auf dem Kopfe stehen.

A. : Ich höre, Sie haben jetzt einen
anderen Hausarzt; warum haben Sie den
früheren abgeschafft?
B. : Er hat sich in voriger Woche
mit einem ganz armen Mädchen ver-
lobt, und natürlich lasse ich mich von
einem Wahnsinnigen nicht behandeln.

Pianissimo.

— Jean, hören Sie doch mal, ob meine Tochter noch singt.
Jean (nach einer Weile): Jawohl, Frau Baronin, sie lässt aber schon nach.

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LUSTIGE BLÄTTER.

No. 34.
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