Lustige Blätter: schönstes buntes Witzblatt Deutschlands — 14.1899

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Ihr Vergnügen.

„Franz! Ludwig! Um Gotteswillen, Kinder, was macht Ihr denn noch droben? Das ganze Haus ist ja verloren!“
„„Pst — Mutter, sei ruhig, wir warten nur, bis die Treppe brennt, damit wir auf’s Sprungtuch hupfen dürfen!“

Ein Kunstkenner.
Professor: Und wie denken Sie
über den Cinquecento, Herr Kom-
merzienrath?
Kommerzienrath: Lassen Sie
mich aus mit der italienischen
Küche, ich hab’ sie nie gemocht!
Zur Beherzigung.
Die Ansichtskarte — so bös’ wär’ sie
nicht,
Beschrieb’ sie nicht Jeder mit einem
Gedicht.
Drum heisst es an Alle die Mahnung
zu richten:
Lerne schreiben, — ohne zu dichten!
Ein Pflichttreuer.
Ein eifriger Kegelbruder erzählt
Abends voll Stolz am Stammtisch:
„Ich habe nie einen Kegelabend ver-
passt, nur einmal, da hatte ich in der
Familie einen Todesfall.“
Zweiter Kegelbruder: War
denn der gerade des Abends?

„Bkhv Q&efucß.“
Dame: Hun, masfagten bie Damen,
als Sie ihnen antmorteten: ich fei nidjt
311 £}aus?
Dienftmäbchen: Sie lächelten
ungläubig.
Dame: Diefe jTedjheit, mir nicht
3U glauben, tuenn ich jage, bajj ich aus-
gegangen bin!
Qeburtsanzeige.
Kleiner Gardeleutnant!
Oberleutnant von Schneidwitz
und Frau.

Ueber’s Grab hinaus.
(Zu nebenstehendem Bilde.)
Sie: Was, jetzt am hellen
Morgen kommst Du erst nach Hause?
Er: Ach, liebes Weibchen, sei
nur nicht böse; da haben sie mich
wieder in einer Spiritistenver-
sammlung citirt, und wenn die
mal an fangen zu fragen, kommtman
nicht mehr los!


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LUSTIGE BLÄTTER.

No. 43.
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