Lustige Blätter: schönstes buntes Witzblatt Deutschlands — 22.1907

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'Öocfbier-Smfon 1907.
Tubel- und Crubcl-Orcbefter, Ipielt ohne paulc folange der Stoff reicht.

^er ßt)rif ^lud).

3(1 et paffabcl von ©eftd)te
llnb nmd)t nod) aufjerbem ©ebidtte,
0o lebt der tlTeufd) fublim.
7?\ei31 if>ji ein fdtötteß Yüeib magnetifd),
©o nabt er ftd) it>r gart-poettfd),
llnb fd)wupp, gehört fte ibm.
0b man bclannt, ob nid)t befaimt ift,
0b Hiterat, ob «Dilettant ift,
3(1 hierbei gan3 egal;
©ogar ber /Hoofmid)' fprid)t; „pouffter’ tcb/
©o gebt’ö am btUigften per Hyril,
llnb gliiclt auch allemal/'
iDie aubern opfern ein Vermögen;
«Der «Dichter braucht ftd) lauin 311 regen ~
«Daß ©liicl liegt il;m im ©d)of\
«Da liegt eß . . . . biß nad) fronen Cagen
«Der «Did)ter ftiU beginnt 311 fragen;
,,Vüic werb’ id)’ß wieber loß/

tüo ©liicl erlauft burd) braune Happen,
tüirb leidet auch baß ,,finale" Happen,
Wie man bieß häufig fal).
«Dod) wer baß ©liicl gewann burd) Hyril,
tüte wirb beut baß „finale" fd)wierig:
«Daß ©liicl bleibt ein fad) ba!
tüo ©liicl erlauft burd) braune Happen,
tüirb eß geloft and) burd)ß berappen,
- - «Durd) Homöopathie.
tüo ©liicl erworben mit ©ebtdtten,
Höft man’ß burd) Hyril? ?ld), mit nid)ten!
ttlit Hyril ftd)er nie!
@0 ei*3= ttub t)unbe;miferabel
3 ft lein poetifd)Cß ©efabel
‘Hilf biefer weiten tüelt,
«Daft eß — wenn eine blonbe Hieine
«Den iDid)ter trägt im *^er3enßfd)retne —
«Der lUeineu nid)t gefällt!

SeremlTmius
befud)t einen 9cabob, öeffen 93eftt}tüuter enorme
öutnmen abmerfen. 9lllerf)öd)ft inteveffiert mufterf
öereniffitnuß auf einer 92ttnbfal)rt bic attß--
gebelmfen ßättbereien feineß Tßirteß ttnb betoeiff
nid)t nur burd) gelegenf(id)eß verftänbnißvolleß
fragen feine tiefe (Sinficl)t in bie ©eheimniffe
ber Öfonontie, fonbern geigt aud) ben gemanbten
ttnb meifbettfenben 9ved)tter, alß ihm ber ©utß--
f)err bie impofanten 3ct^fen feiner ©nfünfte
mitteilf:
„©er 93oben brad)fe in ben 15 3af)ren meiner
93euurtfd)affung rttnb 2 9JMtonen."
„94h, . . 2 Millionen, — 15 3<tf)re, äl), fagen
öie mal, mein Cieber, mad)t baß nid)f in — äl) —
30 3a()ren . . ."
„4 Millionen, fef>r rid)tig, idofjeif! 3't
berfelbett Seit ergiette id) burd) 93iehgud)t ben
rttitbett 93etrag von 3 Millionen."
„3 Millionen? 9if), fef>r infereffant! ©aß fittb
ja in 30 . . ."
„6 Millionen, gang red)f, 5>bl>eif!"
„6 Millionen, ja, — äl), fagen öie mal, mein
Cieber, fittb öie verheiratet?"
„4 glitcflid)e 3af)re, tootjeit!"
„9ih, fo! toaben öie aud) ittber?"
„5 ftrammc 3ungß, ioofjeifI"
„öo, fo! 9lh, 5 Sungß, 4 3al)re; fagen
öie mal, mad)t baß nicht in . . . äl) . ,"
„ 30 3al>ren 371/2, fel;r tvol)l, Aol;eit!"

X>on Breite unb von Hiebeßpflidtten
©id) lyrifd) freu ttnb loß3tibid)ten . . .
Vergeblicher Verfud)!
llitß fel;lt bie „‘JlntüHiebeßsjDichtung"! . . .
Hein v^offitungßflral)l nad) biefer Hid)tnng!
«Daß ift ber Hyril ©ttd). g. h.

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No 9
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