Lustige Blätter: schönstes buntes Witzblatt Deutschlands — 22.1907

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Rutiyadu
Serr 2lfd;er fomtnt in bie
Sprechftunbe gum ©oftor mit
einem furchtbaren Suften. „®a3
ift fd;on gar nid;t mehr auSgm
halten/ jammert er, „unb mie
mir ber Suften jebeSmal ben
ganzen Körper erfd)ütterf,baoon
haben Sie gar feine 93orfteUung."
„QBerben mir fd)on meg-
Wegen!" tröffet ber ©oftor.
„*211(0 gehen Sie nad; Saufe
unb trinfen Sie fofort eine
halbe (3:lafd)e Sunßabi 3änoc>.
£lnb um Mittag mieber eine
halbe *5lafche Suntyabi 3äno3.
Hub gegen fed;3 (Ihr aud; eine
halbe *5lafd;e Sunßabi Sänoö,
£lnb fürs oor bem Schlafen*
gehen nod; eine halbe <3rlafd)e
Sunhabt 3äno^."
„2lber, Serr ©oftor, ba3 ift
bod; gut gegen gang mag anbereö!
id; bab’ bod; ’n Suften . .
„Bei fo einem ftarfen Suften
mie Sie haben, hilft nur Sun*
habt 3ano^. trinfen Sie nur
unb melben Sie (ich morgen
mieber bei mir."
2lm näehften ©age fragt ber
©oftor ben Patienten: „9hm,
fagen Sie mal, haften Sie
n o d; ?"
„-Serr ©oftor, trau’
id; mer benn gu haften?!"

Das Männchen.


5ßenbant m „®a§
SSeitdjen". Sieb öon
Sötojart. gu fingen auf
ber ^erEcmer=@trecte.
Sin 93?ännd;en auf ber Straße
ftanb,
Sn fid; gebücff unb unbefannt,
S3mar einhergig’39ttännd;en.
©a fuhr bie junge Cutterin
SCftit 105 PS bahin
3m foloffalen ©emf>o.
*21 ch, benft ba£ 9Jlännd;en, fäh’
mid; nur
Bon meitem an bie Kreatur,
©a3 holbe ^reatürchen,
Säl;’ fie mid; nur ein bifjd;en an,
©aö märe für mid; armen 9Bann
Sin föftlicheö 9piäfierd£>en.
©od; ach, bie fd;öne *2lutterin
Sat Kilometer nur im Sinn,
Sie fteuerf mit bem Sänbd;en
Hub bad;te auf ber gangen ©our
*21 n 3 ©emf>o nur unb überfuhr
®ag liebe, fleine 93tännd;en.


©cbranntetf Äinb.
„@d;vecftid; mit bem Sangen — feit ihn mal bie 93illavbfugcl ge^
troffen l;at, bavf il;m fein ipapa nid;t mel;v nal;e fommen."

S3 fanf unb ftarb unb freut
fid; nod;:
Unb fterb’ id; benn, fo fterb’ ich
bod;
Sür’ö ©öff! fürS ©öff!
©aS gibt mir 9Wief
202ein ßeben fo gu enb’gen. —
SS mar ein hergig’S
9Bännd;en!

m.

Das jMertrmal.
3n einem 9? a d; b a r ff a a f e ift ber
*2lntifemitiSmuS auf militärifd;em ©ebiet
faft »oUftänbig übermunben. S^aelifen
rüden gu Sl;argen auf, mie aud; anberfeifS
oiele Offigiere fid; mit 3übinnen oermählt
haben.
©afür mud;ert aber baS böfe 9?affenoor*
urfeil immer nod; in 3iüilfreifen. So fragte
neulid; ein 2lbgeorbnefer beS £anbeS feinen

Kollegen: „können Sie eigentlich bei itnS
einen 9cegimenfSargt oon einem ©eneralftabS*
offtgier unferfd;eiben? ©ie Uniformierung ift
bod; beinahe biefelbe; id; oermed;fle bie £eute
fortmährenb."
„„*2lber baS ift bod; gang einfad; gu unfer-
fd;eiben, lieber College: 9Baufd;elf er, bann
ift’S ein 9vegimenfSargt; maufd;ett fie, bann
ift’S ein ©eneralftäbter!""

6tn Grfolg.
BBir finb auf bem beften Böeg gur Be-
fämhfang beS J^rebfeS; eine Sn'eubenfitnbe,
bie nur barum nicht überrafd)f, meil mir oon
unferett*2irgtennid;tSgeringereöermartefbaben.
SProfeffor ©ilom, Berlin, l;af bei hanbert
'©atienten ben &rebS lünftlid; ergeugf, unb eS
ift ihm nad; jahrelangen Bemühungen gelungen,
mit bem auS ben hanbert infigierten Patienten
gemonnenen Serum ein $anind;en gu heilen.


SDtetamorpt>ofe-


©)te ©ermanta tm f;tfiortfcf;cn gcflgug.

92acl; bem gcfi^ttsc.

2

No. 25
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