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55 SPÄTBAROCK AUS DER BODENSEEGEQEND.
Maria Immaculata. Holz, in originaler Vergoldung. Stehende Figur auf der Erdkugel, um die sich die
Schlange windet; das feine Köpfchen etwas geneigt. Anmutiges Werk des Spätbarocks 18 Jahrh
Höhe 40.
56 FRÜHBAROCK, 17. Jahrh. (angeblich Meister Münstermann).
Die vier Evangelisten. Holz, vollrund, originale Fassung. Davon zwei von genialer Lebendigkeit. Höhe
mit Sockel 36.
57 BAROCK, 18. Jahrh., aus Ulm.
St. Georg zu Pferde. Tongruppe in originaler farbiger Fassung. Höhe 23.
58 DEUTSCH, 18. Jahrh.
Barock-Hängekonsole in alter Fassung, geschnitzt mit Engelskopf.
III. Sammlung eines Wiener Kunstfreundes
Claes Jacobsz Toi
Utrechter Meister um die Mitte des 17. Jahrhunderts
59 Bacchanal. Vor einer Felspartie, die, überragt von einer Ceresstatue, die rechte Bildseite nach hinten
abschließt, und nach links den Blick auf eine arkadische Berglandschaft frei läßt, treiben Bacchanten,
Bacchantinnen, Amoretten Kurzweil mit Musizieren, Zechen und Liebesgeplänkel. — Reizvoll gegliederte
Gruppierung von trefflich geschlossener Bildmäßigkeit. Rechts das Signum: C. Toi. Öl auf Eichenholz.
H. 53, B. 75. Abbildung Tafel 5.
Prof. Dr. Hermann Voss schreibt in einem ausführliehen Gutachten u. a.: ,,...... ganz
besonders charmante Arbeit aus dem Kreise des Utrechter Meisters Poelenburgh."...... Claes
Toi, eines Künstler®, von dessen Tätigkeit wir wenig wissen. Das Bild ist daher kunsthistorisch
interessant, um so mehr, als die große Anmut seiner Komposition und Erfindung und die elegante
Sicherheit der Behandlung einen trefflichen Meister verraten." — Ein Gutachten in gleichem Sinne
liegt vor von H o f r a t Glück in Wie n.
Das Bild ist ganzseitig abgebildet in Theodor Frimmels neuen Blättern für Ge-
mäldekunde. Oktoberheft 1952, als Beigabe zu einem Aufsatz Frimmels im gleichen Heft
,,C. Poelenburgh und seine Nachfolger", in welchem er das vorliegende Werk C. Tols sehr ein-
gehend bespricht und als kunstgeschichtliche Seltenheit hervorhiebt).
Cornelis Dusart
Haarlem 1660—1704
60 Holländische Bauernkirmes. Reichgegliederte, trefflich bewegte Darstellung von zechenden, schmausen-
den, tanzenden Bauern und Frauen in lebhafter Farbigkeit, die in größeren Gruppen, Paaren und Einzel-
figuren auf breiter Dorfstraße zwischen zwei Reihen malerischer baumüberragter Häuser ihre Kirmes
feiern. Abbildung Tafel 5.
Ein reizvolles Spätwerk niederländischer Malerei, das in besonders glücklicher Weise Stileigenheiten
der drei großen Figurenmalier D. Teniers, Jan Steen, A. von Ostade in sich vereinigt und weiter-
bildet.
Giovanni Pedrini (genannt Giampietrino)
mailändischer Meister, Anfang 16. Jahrhundert
61 Die reuige Magdalena. Lebensgroße weibliche Hüftfigur mit entblößtem, von Haarflechten umwallten
Oberkörper, nach rechts gewendet, das herabgleitende rote Gewand mit der Linken haltend, die Rechte
im klagenden Gestus zur Brust erhoben. Rechts Landschaftsdurchblick. Öl auf Eichenholz. H. 731, B. 44.
Mit ausführlichem Expose von Prof. Dr. Hermann Voss. Er betont die „allergrößte Ver-
wandschaft" des Bildes mit einem sicheren Werk des Meisters im Kaiser-Friedrich-Museum, das die
gleiche weibliche Halbfigur in ganz ähnlicher Pose zeige. „Es ist daher sehr wahrscheinlich, daß
es von seiner Hand herrührt, zumal da die Behandlung ganz die im mailändischen Kreis Leonardo
da Vincis übliche ist......"
55 SPÄTBAROCK AUS DER BODENSEEGEQEND.
Maria Immaculata. Holz, in originaler Vergoldung. Stehende Figur auf der Erdkugel, um die sich die
Schlange windet; das feine Köpfchen etwas geneigt. Anmutiges Werk des Spätbarocks 18 Jahrh
Höhe 40.
56 FRÜHBAROCK, 17. Jahrh. (angeblich Meister Münstermann).
Die vier Evangelisten. Holz, vollrund, originale Fassung. Davon zwei von genialer Lebendigkeit. Höhe
mit Sockel 36.
57 BAROCK, 18. Jahrh., aus Ulm.
St. Georg zu Pferde. Tongruppe in originaler farbiger Fassung. Höhe 23.
58 DEUTSCH, 18. Jahrh.
Barock-Hängekonsole in alter Fassung, geschnitzt mit Engelskopf.
III. Sammlung eines Wiener Kunstfreundes
Claes Jacobsz Toi
Utrechter Meister um die Mitte des 17. Jahrhunderts
59 Bacchanal. Vor einer Felspartie, die, überragt von einer Ceresstatue, die rechte Bildseite nach hinten
abschließt, und nach links den Blick auf eine arkadische Berglandschaft frei läßt, treiben Bacchanten,
Bacchantinnen, Amoretten Kurzweil mit Musizieren, Zechen und Liebesgeplänkel. — Reizvoll gegliederte
Gruppierung von trefflich geschlossener Bildmäßigkeit. Rechts das Signum: C. Toi. Öl auf Eichenholz.
H. 53, B. 75. Abbildung Tafel 5.
Prof. Dr. Hermann Voss schreibt in einem ausführliehen Gutachten u. a.: ,,...... ganz
besonders charmante Arbeit aus dem Kreise des Utrechter Meisters Poelenburgh."...... Claes
Toi, eines Künstler®, von dessen Tätigkeit wir wenig wissen. Das Bild ist daher kunsthistorisch
interessant, um so mehr, als die große Anmut seiner Komposition und Erfindung und die elegante
Sicherheit der Behandlung einen trefflichen Meister verraten." — Ein Gutachten in gleichem Sinne
liegt vor von H o f r a t Glück in Wie n.
Das Bild ist ganzseitig abgebildet in Theodor Frimmels neuen Blättern für Ge-
mäldekunde. Oktoberheft 1952, als Beigabe zu einem Aufsatz Frimmels im gleichen Heft
,,C. Poelenburgh und seine Nachfolger", in welchem er das vorliegende Werk C. Tols sehr ein-
gehend bespricht und als kunstgeschichtliche Seltenheit hervorhiebt).
Cornelis Dusart
Haarlem 1660—1704
60 Holländische Bauernkirmes. Reichgegliederte, trefflich bewegte Darstellung von zechenden, schmausen-
den, tanzenden Bauern und Frauen in lebhafter Farbigkeit, die in größeren Gruppen, Paaren und Einzel-
figuren auf breiter Dorfstraße zwischen zwei Reihen malerischer baumüberragter Häuser ihre Kirmes
feiern. Abbildung Tafel 5.
Ein reizvolles Spätwerk niederländischer Malerei, das in besonders glücklicher Weise Stileigenheiten
der drei großen Figurenmalier D. Teniers, Jan Steen, A. von Ostade in sich vereinigt und weiter-
bildet.
Giovanni Pedrini (genannt Giampietrino)
mailändischer Meister, Anfang 16. Jahrhundert
61 Die reuige Magdalena. Lebensgroße weibliche Hüftfigur mit entblößtem, von Haarflechten umwallten
Oberkörper, nach rechts gewendet, das herabgleitende rote Gewand mit der Linken haltend, die Rechte
im klagenden Gestus zur Brust erhoben. Rechts Landschaftsdurchblick. Öl auf Eichenholz. H. 731, B. 44.
Mit ausführlichem Expose von Prof. Dr. Hermann Voss. Er betont die „allergrößte Ver-
wandschaft" des Bildes mit einem sicheren Werk des Meisters im Kaiser-Friedrich-Museum, das die
gleiche weibliche Halbfigur in ganz ähnlicher Pose zeige. „Es ist daher sehr wahrscheinlich, daß
es von seiner Hand herrührt, zumal da die Behandlung ganz die im mailändischen Kreis Leonardo
da Vincis übliche ist......"

