Vorwort
Die Sammlung Joseph Geuljans stellt die Einrichtung und Ausstattung
eines Alt-Aachener Kaufmainnshauses dar, wie sie sich seit etwa der Mitte des
18. Jahrhunderts bis in die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts hinein allmäh-
lich entwickelte und ergänzte. Aus späteren Dezennien fand sich kaum etwas vor.
Mit dem Heraustreten der Sammlung aus ihrem bisher fast unzugänglichen
Aufbewahrungsort öffnet sich überhaupt erst eigentlich das Innere dieses alten
Hauses, das, obwohl im Herzen des Aachener Großstadtverkehres, an der Franz-
straße, ganz nahe bei der Hauptpost, gelegen, bis vor wenigen Wochen nur einen
Greis und seine wenige ebenfalls greisenhafte Bedienung als Vertreter des 20. Jahr-
hunderts kennengelernt hatte. Hier auf der rechten Seite des vornehm-eigensinnig
abgeschlossenen Binnenhofs standen weltvergessen in hohen, repräsentativen
Staatszimmern mit prachtvoll geschnitzten Täfelungen aus der Werkstatt der
Aachener Barock- und Bokoko-Schreinerfamilie Couven die zahlreichen Schränke.
Vitrinen, Tische, Kommoden, Stühle und Armsessel, vielfach aus der gleichen Werk-
statt, ohne daß sich jemand ihrer bediente; die Schränke vollgestopft mit alten
Fayencen von Delft und Hanau, Porzellanen aus der Meißener Frühzeit,
darunter die beiden imponierenden Augustus-Bex-Vasen ; mit hunderten
deutsch-venezianischen, hessischen und böhmischen Tiefschnittgläsern; an den
Wänden zahlreiche China - und Delftplatten, deren leuchtendes Kobalt-
blau sich grau verbarg unter vielfacher Staubpatina; in ungeahnten Gelassen und
Verliesen importante Arbeiten Aachener und Augsburger Silber-
schmiede ; inmitten zahlreicher Glaspokale das strahlende Barockunikum des
großen Deckelpokals aus Bergkristall; scheu verborgen die herrliche
Barock-Tauf kanne von Augsburg (um 1750) mit ihrer festlich reichen
Unterschüssel; in den Schiebladen der Kabinettschränke reizende Bibelots und
Kostbarkeiten der Kleinkunst: alles dieses in rührender Unbekanntschaft mit den
Zerstörungsteufeln der Besen, Bürsten, Staubtücher, unbedingt sicher vor den
Gefahren des Hausputzes; vergraben, verwunschen, grau und staubumhüllt: so
schlummerten alle diese Dinge der Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts viele
Jahrzehnte lang dem Tag entgegen, an dem der Wechsel menschlicher Verhältnisse
sie nun doch an das Licht des ihnen fremden Jahrhunderts und auf den Tisch
des Versteigerers bringen sollte.
Eine Auktion, für das Kurnsth and werk des Barock und Bokoko, besonders des
Bheinlandes, voll von interessanten Beispielen, steht den Kunstfreunden und dem
Kunsthandel bevor.
Die Sammlung Joseph Geuljans stellt die Einrichtung und Ausstattung
eines Alt-Aachener Kaufmainnshauses dar, wie sie sich seit etwa der Mitte des
18. Jahrhunderts bis in die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts hinein allmäh-
lich entwickelte und ergänzte. Aus späteren Dezennien fand sich kaum etwas vor.
Mit dem Heraustreten der Sammlung aus ihrem bisher fast unzugänglichen
Aufbewahrungsort öffnet sich überhaupt erst eigentlich das Innere dieses alten
Hauses, das, obwohl im Herzen des Aachener Großstadtverkehres, an der Franz-
straße, ganz nahe bei der Hauptpost, gelegen, bis vor wenigen Wochen nur einen
Greis und seine wenige ebenfalls greisenhafte Bedienung als Vertreter des 20. Jahr-
hunderts kennengelernt hatte. Hier auf der rechten Seite des vornehm-eigensinnig
abgeschlossenen Binnenhofs standen weltvergessen in hohen, repräsentativen
Staatszimmern mit prachtvoll geschnitzten Täfelungen aus der Werkstatt der
Aachener Barock- und Bokoko-Schreinerfamilie Couven die zahlreichen Schränke.
Vitrinen, Tische, Kommoden, Stühle und Armsessel, vielfach aus der gleichen Werk-
statt, ohne daß sich jemand ihrer bediente; die Schränke vollgestopft mit alten
Fayencen von Delft und Hanau, Porzellanen aus der Meißener Frühzeit,
darunter die beiden imponierenden Augustus-Bex-Vasen ; mit hunderten
deutsch-venezianischen, hessischen und böhmischen Tiefschnittgläsern; an den
Wänden zahlreiche China - und Delftplatten, deren leuchtendes Kobalt-
blau sich grau verbarg unter vielfacher Staubpatina; in ungeahnten Gelassen und
Verliesen importante Arbeiten Aachener und Augsburger Silber-
schmiede ; inmitten zahlreicher Glaspokale das strahlende Barockunikum des
großen Deckelpokals aus Bergkristall; scheu verborgen die herrliche
Barock-Tauf kanne von Augsburg (um 1750) mit ihrer festlich reichen
Unterschüssel; in den Schiebladen der Kabinettschränke reizende Bibelots und
Kostbarkeiten der Kleinkunst: alles dieses in rührender Unbekanntschaft mit den
Zerstörungsteufeln der Besen, Bürsten, Staubtücher, unbedingt sicher vor den
Gefahren des Hausputzes; vergraben, verwunschen, grau und staubumhüllt: so
schlummerten alle diese Dinge der Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts viele
Jahrzehnte lang dem Tag entgegen, an dem der Wechsel menschlicher Verhältnisse
sie nun doch an das Licht des ihnen fremden Jahrhunderts und auf den Tisch
des Versteigerers bringen sollte.
Eine Auktion, für das Kurnsth and werk des Barock und Bokoko, besonders des
Bheinlandes, voll von interessanten Beispielen, steht den Kunstfreunden und dem
Kunsthandel bevor.

