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Kunsthaus Lempertz [Editor]; M. Lempertz' Antiquariat (P. Hanstein) [Contr.]
Math. Lempertz'sche Kunstversteigerung: Rheinisches und anderes Mobiliar vom Barock bis zum Klassizismus, alte Silber- und Goldschmiedearbeiten, ...; mit 24 Lichtdrucktafeln; 22. bis 24. Oktober 1936 (Katalog Nr. 381) — Köln, Band 1.1936

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https://doi.org/10.11588/diglit.7748#0009
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L NACHLASS JOSEPH GEULJANS-AACHEN

Nr. 1—465

Antikes Mobiliar

1 Barock-Leinwandschrank in Nußbaumholz. Tiefer Sockel auf Ballenfüßen,
mit zwei Schiebladen. Zwei große Türen mit hohlgekehlten Quaderfüllungen.
Profiliertes vortretendes Gesims. Schlag- und Seitenleisten mit geschnitzten
Akanthus-Kapitälen. Süddeutsch, 17. Jahrhundert. H. 203, B. 185, T. 66 cm.

2 Aachener Schreibsekretär in Eichenholz. Der Unterteil ist eine Kommode mit
zwei durchgehenden und zwei halbbreiten Schiebladen. Das mittlere Schreib-
geschoß wird durch eine Zylinderrolle geschlossen. Der Oberteil mit zwei
Türen. Die Vorderseite mit Profilen und Rokaillen geschnitzt. Das profilierte
Gesims schließt in geschweift gerundeter Giebelform ab. Aachen, um 1750.
H. 220, B. 115, T. 56 cm.

3 Großer holländischer Kabinettschrank im chinesischen Stil mit reichsten
Malereien in Gold- und farbigen Lacken, die, von einzelnen Perlmutterplätt
chen durchsetzt, alle Schaufelder des Möbels innen und außen bedecken und
aus Landschaftsausschnitten, Volksszenen, Blumen und Früchten bestehen.
Das geradlinige Möbel ist in seinem Unterteil eine Kommode mit drei Schieb-
laden, in seinem Oberteil ein durch zwei Türen geschlossenes Kabinett, das
im Innern 12 Schiebladen in 3 Kolumnen faßt. Schöne vergoldete Beschläge.
Holland, frühes 18. Jahrhundert. H. 187, B. 110, T. 51 cm. Abbildung Tafel 5.

4 Überaus reich geschnitzter Kölnischer Überbauschrank, in der üppigen For-
menpracht der Rheinischen Spätrenaissance. Eichenholz. Der hohe wuchtige
Unterbau wird durch drei vordere Karyatiden und zwei hintere Voluten ge-
gliedert und durch zwei Türen geschlossen. Sein auf drei Seiten leicht vor-
gewölbtes Gesims trägt den niedrigen Aufbau, der auf drei Seiten stark in die
Möbeltiefe zurücktritt, und dessen in die alte Front wieder vorladendes Ge-
sims sich mit seinen vorderen Ecken auf zwei vollrund geschnittene allego-
rische Figuren stützt. Die figürlichen Reliefs der Türen in Unter- und Ober-
teil zeigen Darstellungen aus der Geschichte Simsons, während die Friese mit
Rankenwerk im Kleinmeisterstil, mit Band- und Zinnenornament geschnitzt
sind. Köln, um 1600. H. 174, B. 129, T. 57 cm. Abbildung Tafel 6.

5 Sehr reiche Aachener Barock-Vitrine in Eichenholz, mit stark aus dem Möbel-
profil vorgezogenen vorderen Ecken. Im Unterteil zwei gefüllte, im Oberteil
zwei verglaste Türen mit gekreuztem, geschweiftem Sprossenwerk. Die Fül-
lungen der unteren Türen, die Schnittpunkte des oberen Stabwerks, die Eck-
flächen sowie das Mittelfeld des in eckiger Brechung hochgeführten Giebels
mit kräftigen geschnitzten Muscheln verziert. Ballenfüße. Aachen, um 1750.
H. 250, B. 160, T. 45 cm. Abbildung Tafel 1.

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