Antiquitäten verschiedener Art
363 Lüneburger Teller mit eingelassenen Münzen, Silber vergoldet in feiner
barocker Treibarbeit. Der Rand mit getriebenem Rankenwerk auf gepunztem
Grund, in den sechs antike Münzen eingelassen sind. In den Spiegel ein-
geschmiedet die schöne, lebensvolle Porträtmedaille des Bischofs und Herzogs
in Franken Julius Echter von Mespelbrunn, die wiederum von einem Ranken-
werkkranz, in den vier antike Münzen eingearbeitet sind, umgeben wird.
In einem ausführlichen Expose über das Stück sagt Prof. Otto von Falke, es
sei ,,eine künstlerisch hervorragende Lüneburger Arbeit aus dem 16. Jahr-
hundert von ausgezeichneter Treibarbeit und bester Erhaltung. Außerhalb des
Ratssilber-Schatzes im Berliner Schloßmuseum seien so kunstreiche und durch
die damals schon kostbaren antiken Münzen veredelte Silberarbeiten nicht
erhalten".
Lüneburger Beschau: Löwe. Die mittlere Münze mit dem Bildnis des Julius
Echter von Mespelbrunn trägt das Datum 1575. Die Schüssel ist also im letzten
Viertel des 16. Jahrhunderts in Lüneburg entstanden und wahrscheinlich (wie
auch Prof. von Falke vermutet) für den Fürstbischof Julius Echter angefertigt
worden. Abbildung Tafel 73.
364 Trinkbecher in Form eines springenden Hirsches, Silber, feuervergoldet; durch-
aus getrieben. Das Geweih und der Zweig unter der Brust des Hirsches aus
Korallenzweigen, die mehrfach gebrochen sind. Auf dem Halsband das Wappen
der Stadt Basel und die Initialinschrift: V. B. I. H. A. D. M. F. — Auf der Stand-
platte Waldboden mit allerlei Pflanzen und Getier in hoher Treibarbeit.
H. 26 cm. Abbildung Tafel 73.
Baseler Beschau: Rosenberg 3. Nr. 8780.
Basel, um 1600.
365 Romanischer Kelch. Silber, durchaus getrieben und feuervergoldet. Auf der
Kuppa graviert: SANCTA MARIA. Der Knauf aus Bergkristall; um den Fuß-
rand ein reiches Filigranband mit Saphiren, Rubinen und Flußperlen; zwei
schmale Filigranringe über und unter dem Knauf. H. 14,5 cm.
Deutsch (Maas-Gebiet), um 1220.
Der Kelch stammt aus einer Kirche bei Lüttich.
Mit Gutachten von Prof. Otto von Falke, in dem es heißt: „Der Kelch stammt
aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts; die reiche Filigranarbeit am Fuß-
rand mit Rosetten und romanischen Blattformen spricht für lothringische
Herkunft (Maasgebiet zwischen Verdun und Lüttich); damit stimmt auch die
Zeichnung des gravierten Drachen überein, der den Initialbuchstaben S bildet."
Abbildung Tafel 73.
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363 Lüneburger Teller mit eingelassenen Münzen, Silber vergoldet in feiner
barocker Treibarbeit. Der Rand mit getriebenem Rankenwerk auf gepunztem
Grund, in den sechs antike Münzen eingelassen sind. In den Spiegel ein-
geschmiedet die schöne, lebensvolle Porträtmedaille des Bischofs und Herzogs
in Franken Julius Echter von Mespelbrunn, die wiederum von einem Ranken-
werkkranz, in den vier antike Münzen eingearbeitet sind, umgeben wird.
In einem ausführlichen Expose über das Stück sagt Prof. Otto von Falke, es
sei ,,eine künstlerisch hervorragende Lüneburger Arbeit aus dem 16. Jahr-
hundert von ausgezeichneter Treibarbeit und bester Erhaltung. Außerhalb des
Ratssilber-Schatzes im Berliner Schloßmuseum seien so kunstreiche und durch
die damals schon kostbaren antiken Münzen veredelte Silberarbeiten nicht
erhalten".
Lüneburger Beschau: Löwe. Die mittlere Münze mit dem Bildnis des Julius
Echter von Mespelbrunn trägt das Datum 1575. Die Schüssel ist also im letzten
Viertel des 16. Jahrhunderts in Lüneburg entstanden und wahrscheinlich (wie
auch Prof. von Falke vermutet) für den Fürstbischof Julius Echter angefertigt
worden. Abbildung Tafel 73.
364 Trinkbecher in Form eines springenden Hirsches, Silber, feuervergoldet; durch-
aus getrieben. Das Geweih und der Zweig unter der Brust des Hirsches aus
Korallenzweigen, die mehrfach gebrochen sind. Auf dem Halsband das Wappen
der Stadt Basel und die Initialinschrift: V. B. I. H. A. D. M. F. — Auf der Stand-
platte Waldboden mit allerlei Pflanzen und Getier in hoher Treibarbeit.
H. 26 cm. Abbildung Tafel 73.
Baseler Beschau: Rosenberg 3. Nr. 8780.
Basel, um 1600.
365 Romanischer Kelch. Silber, durchaus getrieben und feuervergoldet. Auf der
Kuppa graviert: SANCTA MARIA. Der Knauf aus Bergkristall; um den Fuß-
rand ein reiches Filigranband mit Saphiren, Rubinen und Flußperlen; zwei
schmale Filigranringe über und unter dem Knauf. H. 14,5 cm.
Deutsch (Maas-Gebiet), um 1220.
Der Kelch stammt aus einer Kirche bei Lüttich.
Mit Gutachten von Prof. Otto von Falke, in dem es heißt: „Der Kelch stammt
aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts; die reiche Filigranarbeit am Fuß-
rand mit Rosetten und romanischen Blattformen spricht für lothringische
Herkunft (Maasgebiet zwischen Verdun und Lüttich); damit stimmt auch die
Zeichnung des gravierten Drachen überein, der den Initialbuchstaben S bildet."
Abbildung Tafel 73.
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