Die Leuchtkugel: Kriegs-Lager-Zeitung — 1.1918

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Snckte wciße Roseu
Auf ein Scidenband,

Nadcl in den Fiuger stach,
Blrtt floß aris der Hand.

Als dre Tropfen srelerr,

Wie Korallen rot,

Jst der weiße Nosensrranß
Prrrvnrn ausgeloht.

Purprtru klaffen Wnnden,
Wo nrein Liebster sicht.
Ob ich Arme wiederseh'

Je scin Angesicht?

Meine Tränen schimmern,
Sind ein Liebespfand.

Stick ich cinen Roseuzweig,
Wirds ein Perlenband?

Otto Briies, Ueverloo, J.-E.-T.

Der Karscr hat denr Nerchsausschuf; sür Kriegsbefchä-
digtenfürforge folgendc Mittcrlung zukommen lassen:

Es ist mir eine hohe Frendc, daß die Sammlung zur
Ludei'.dorssfpcnde mir den äußeren Aulaß gibt, meiucr wärm-
steu Anteiluahme an der groszen Ausgabe der Kriegsbeschä-
digtenfürsorge Ausdruck zu gcben. Mit §tolz uud Dank-
barkeit sehe ich täglich die gewaltigen Taten mcincr Trup-
Pen, d:c dsrr, deutschen Namcn für alle ZeiLcn Achtung vcr-
schaffen werdcn. Jch schc aber auch Lrcs ergrisfen die Lci-
den, die der dcutfche SoldaL mänulich und stark auf fich
nimmt, schc ihn bluten und stcrben für des Vaterlandes
Größe und Ehre. Jch nehmc Einblick in das Seclenleben
des vcrwundcten Kiimpfcrs, und ich bin mir bewufzk, datz
unfer TLl! an scmen inr Tienfte der großen Sache erkrank-
ten und verstümmcsten Söhnen erne grofze Dankesfchuld zu
löfen hat. Gclvis; ifi cs in erfter Linie Ilngclcgenheit dcs
Rciches, serne in ihrer ArbeitSkraft gefchwächten Verteidiger
vor Not und vor sozialem Abstieg zu bewahren. Gewiß hat
unfer FcldfauiLäLskvLfcn, von der freiwilligeu Krankenpflege
nnLerstützt, seinen alLen Nuf hohen ärztlichen KönnLUs und
warmherziger Nächsienlicbe glänzend bewährt. Aber es gibt
noch wcitcce Aufgaben, die das Neich und seine Vehörden
rricht voll zn rösen vcrmögen. Tiefe licgen in der Ausbil-
dung zu neucn Vcrufen, in der Heimfürsorge, in der Fami-

lien- und Wohnnngspflege, in der Nntzbarmachung der m
unscrcn Kranken und Vcrstümmclten ruhcnden wertvollen
Llräfte für die Wiederaufcichtung nnferer heimifchen Wirt-
schaft, vor allen Tingen in dcr Stärkung des Lebensmutes
und dcr SchaffenSsreudigkeit. Hierzu brauchen wir die tat-
kräftigc, von tiefcr Tankbarkeit und warmer Lieöe go a
gene Mitwirkung allcr Krcife der Naiion. Tse zn rr.eiuer
Genugtuung in vollem Gange befindliche Arbeit, deren Ci ck'e
der Ncichsausfchutz für Kricgsbeschädrgtenfürforge ist, R-
gleite ich mit-mcinen Lnn'rgften Segenswünschen. Jch bin
nbcrzeugt, das; die jctzt cingelcitete Geldsarnmlung, dis an
den Namcn Ludendorff geknüpft ist, ein Name, der scit Be-
ginn des Krieges Vertrauen auslöst nnd den jcder Teutfcho
mit Danltarkeit nnd Verehruug nennt, alle Schichten der
Vsvölkerung Lreulich opserbercit finden wird. Jch lafse dem
Neichsausfchrch glerchzeitig 500 000 Mark in Kriegs-
anleihescheinen als mcinen Beitrag zugehen und crfuche, mir
über den Fortgang der rnir besonders am Herzen licgrnden
Sache regelmätzig zu Lerichtcn. Gott fördere alle treue Ar-
beit zum Segen unsercs herrlichen kampserprobten LclkcZ
und der grotzen Aufgaben, die ihm rroch nach innen nnd
außen zu lösen bestimmt sind.

Großss HauPLqnürtier, Junr 1918.

. Wilhelm l. «,
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