Die Leuchtkugel: Kriegs-Lager-Zeitung — 1.1918

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^..ch.ischeä Wihch.

J'.r der Bahn nach Leipzig tressen sich zwei Kaufleule. Ter
Eine aus Trcsde", dcr Andere aus Plauen. Tem Tresdener
wird Lie Zei' lang und er begnnt mit dem Plauener nachfol-
ßendes Gespräch:

„Nu, mei Kuieslcr, au§ welchem ErunLe fahren Si'e denn
nach Leipzig?" „Nu", meinl dcr Plauener, „aus dem Plauen-
schen Erunde." ,?Nu nee, ich meene fo, mil nclchcm Moliv?"
,/Nu, so mit dem Lolomotv." „Nu nce, ich mcene, marum Sip
übertaup: nach Leipziig fahren?" „Nu, wcil's mir zum Loofen
zu wei: is."

Ter Tresdencr, kerärgert, gibt die Unterhaltung auf. Am
nndercn Tage fchlängclt er fo durch die Strafzen Lcipzigs und
endet schließlich in cincr kleinen Kncipe, und wcn trifft er dort?
Ten Plaucner. Gr will sich zu ihm setzen. „Sie geschdadden?"
„Nu üitie fchön." Ter Tresdener: „Nu, mei Kutester, wo waren
Sie denn gestern Abend?" „Nn, ich war im Theaicr." „Warsch
Lenn schön?" „Nu, auf dem Hinwege warsch ganz schön, am
ds.n Heimwege ba.'s cin Lissel gereenct." „Nn, 'ch meene, was
sie ^enn aeaeben babcn?" „Nu, L,oO." „Nu nce, ich w.eene, was
forn Schruü?" „Nn, een 3 Marl'-Schtück, een 50er hab' ich
zurück bekvnimeu." „Nv nee. ich meene, was die ufs der Biene
gegeben bcrben?" „Nu, die geben doch nischt, die geh'n doch von
hinwn nnff." ,.Nu nee, ch meene, was d-ie uff der Biene ge-
macht haben?" (Nach cincr klcinen Paufe.) „T:e derfen doch
nijch: uff der Biciw mschen, das sind dech keen-e kleenen Hunde."

/ch US/L/7 //7/7/S7 S'Et//

Humor.

Ter Kompagnie-Feldwcbel, ärgerüch, als ich ihm meldete,
daß ich ain nächslen Tage wieder, wie die ganze letzre Zeit. zur
Zahnsiation müsse: „Ola, lören Sie mal, J-Hre Zähne wachsen
mir jetzl bald zuni Halfe heraus!"

Preisrätfel.

„Wenn eine Brillcnfchlange dne Brille verliert, was wird
fie dann?"

„Eine Blindschleiche."

Peinlichc Eröffnung.

Unser oller Korporal hwne eine schwache Bla'e. Damit er
wachts nicht so oft vors Haus zu eehen brauchte, hatte er fich
«irie ieerö Konfervenhüchie vors Bett gestellt. Tie war eines
-bends 'verichwunden. Ta ricf der olle Korporal die Treppe
rauj: ,Fda:ichmarek. haben S«e die Blechbüchse vor meinem Bert

Oie fZzöitrigen in fmckn'ui-tttLtt un-Z oie
55zälarigen in

„l^omLt'ac!, xvenn vvw e^ rue'ttt m.ttc^en ..

iveggemmweu?" Anrworr: „Zawohl, Herr Unleroffizier, 'hcckeir
w:r y?ure morgen — Marmelade drin empfai' el'"

(T ivisionszertw,- g ^eafriod).

„Na. Karl, warum bist du deun so traurNM
„Meine stsrau liegt schwer krank darnieder."

„Was fchlt ihr denn?"

„Sie hai Nbkvttnvcrg ftung."

„Nir'otiuvergiftung? Wie kvimnt sie denn dazu?"

„Nu, 'ch hab' sic halt vcrtobakt." O' o Bettsa?

Ein Herr stellt inr Borraum eines Baukhauses seinen
Schirm ab und öefestigre daran vorsichtshalbcr einen Zertcltt
„Zch bin Mcinrb/rcr und komme bald wu'üer."

Ais cr nach ciwigen Muruten zurückkonrmt, ist der §chirm
weg unv er siiidet nur noch einen Zette! vor mii dcr Aufschrist:
„Jch bin Schneltäufer und komme nicht w eder."

„Au, Bader, jetzt haben Sie mir den falschen Zahn gezogen!"
„P'ch', p'cht! — Kuacks!"

„Tonnerwerrer. Bader, das war ja fchon wieder 'n flrtstche"
Zahn!"

„Sl lle, siille: jetzt wollen wir gleich den richtigen haben;
ich hab' mal erst auf beiden Seiten Luft geinachr!"
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