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Politifche Evangelien für alle Sonn- und
Festtage des Jahres.
Am sicbenzehntcn Sonntag nach Trinitatis.
„Damit Jhr iiun wisset, daß ich Macht habe, allen gottbcgiia-'
deten Monarchen ihre Sünden zu vergeben, und mit ihnen und
durch ste in Europa zu herrschen wie mir's beliebt, so sag' ich denn i
Dänemark! stehe auf, und betteDich gutin Schleswig-Holstein!"
Und Dänemark stand ausund schlug, unter dem Schutze des
heil. Nikolaus, die Deutschen in Schleswig u. bedrobte -Holstein.
Da die Deutschen das sahen, verwunderten sie sich über Gott,
weil er so viel Macht einem Menschen gegeben habe.
Kaiser Nikolaus trat in ein Kriegsschiff, fuhr
gen Dänemark und kam dort in seinc Stadt.
Und siehe, da brachtcn sie ihm einen Gichtbrüchigen, der
lag auf dem Sicchbette. Da Nikolaus der Dänen Noth und
ihreU Glauben an ihn sahe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen:
„Sei getrost, mein Sohn, Deine Sünden sind Dir vergeben."
Und stche, ctliche deutsche Gelehrte sprachen und ließen
es drucken: „Diescr lästert Gott und Uns! Denn wie dars
er dem Despotismus seine Sünden vergeben? Das konntcn
und durften ja nur Wir, die Volksvertreter in Frankfurt!"
Da der Czaar daS hörte, sprach er: „Sckwätzer! Glaubt
Jhr »och nicht an mcine Macht? Was ist denn leichter jctzt
zu sagcn: Dänemark! Dir sind Dcine Sünden vergebcn,
oder: Dänemark! stehe auf und wandle?"
Die Gelehrten antwortcten: „Das Eine ist so schwer,
ja unmöglich, als das Andere!"
Peter Schnabel,
der Raritätenkrämer.
Kaum ist dcr Einheits-Anarchie der Kopf abgeschlagen
und dic dreißigköpfige Ordnung wieder hergestellt, so fangen
die Wühler schon wieder zu krakehlen an. Waren doch schoii'
so viele Minister Spitzbuben, warum soll iiun ein Spitzbube
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