Leo Liepmannssohn <Berlin> [Editor]
Autographen von Musikern, Schriftstellern, Gelehrten, Naturforschern, bildenden Künstlern, Schauspielern und historischen Persönlichkeiten: Versteigerung am 21. und 22. November 1930 (Katalog Nr. 60) — Berlin, 1930

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MUSIKER-AUTOGRAPHEN.

leichter") und um ihr Bild, das sie noch nicht habe: „Der Maler war entweder ein verkappter
Liebhaber oder fauler Schlingel. . ."

295 Sontag (Henriette). Eig. Brief m. U. („Henriette") Bferlin], 1. März 1845.
6 v o 11 e S. 8°. (Papier mit Wappen.)

Es handelt sich u. a. um ihr Bild, das ihr der Maler noch immer nicht geliefert habe.
Temperamentvoller Brief, in dem es u. a. heißt: „Schindt ist der infamste Mensch in Berlin
— denn denken Sie sich der Unmensch hat es noch bei sich. Ich bin nun so empöhrt auf
diesen Maulmacher, — daß ich ihm sagen lies . . . sonst würde ich mich von einem anderen
Maler aufs neue malen lassen . . ."

296 Soriano (Suriano) (Francesco), Komponist der römischen Schule, Schüler G. M.
Naninis und Palestrinas (1549— nach 1621). Eig. Schriftstück m. N. u. U. („jo
Franco Soriano .."). [Rom,] 9. Juni 1580. y2 S. (5 Zeilen) Qu.-8°.

Quittung. S e 1 t o n.

297 Spazier (Joh. Gottlieb Karl), Philosophieprofessor in Gießen, Schriftsteller und
Liederkomponist (1761—1805). 4 eig. Briefe m. U. Dessau u. Leipzig 1799—1804,
bzw. undatiert. 10 S. 4° u. 8°.

Die Briefe betreffen z. T. das von Spazier herausgegebene Blatt „Die elegante
W e 11", welches ihm sehr am Herzen liegt. In einem Briefe macht er interessante Bemer-
kungen über den Kunsthandel in Deutschland. „Voss, mein Zeitungsverleger, leidet
noch an den Wunden, die ihm die Kunst geschlagen hat."

298 Spohr (Louis), Geiger u. Komponist (1784—1859). Eigenh. vollst. Musikmanu-
skript mit vollem Namen: „P s a 1 m VIII (XXIII, CXXX) nach Mendels-
sohn's eher Übersetzung, für zwei vierstimmige Chöre
und Soli in Musik gesetzt von Louis Spohr. 85steB W e r k.
Nro. 1 (Nro. 2, 3)". 69 10 zeil. Seiten mit Notentext u. zwar Nr. 1; 23 Seiten.
Am Schlüsse: „Cassel im Ap rill 1832". Nr. 2: 17 Seiten. „Cassel den
9tc" Mai 1832". Nr. 3: 29 Seiten. „Cassel Ende Mai 1832".

Diese drei Psalmen im Klavier-Auszug mit Text komponierte Spohr
für den Cäcilien-Verein in Kassel, sie erschienen als Op. 85 im Druck und
fanden weite Verbreitung.

299 — Eigenh. vollständ. Musik-Manuskript mit Namen: ,,3tos Doppelquar-
tett. L. Spohr". Partitur. 72 Seiten. Groß-Quer-Folio, 16 zeilig. Am
Ende: „Cassel im Januar 1833".

Schöne Reinschrift von Opus 87 in E-moll.

300 — Eig. Brief m. U. Cassel, 27. Sept. (18)27. 2% S. Gr.-4°. M. Adr.

An Schlesinger in Berlin, wegen seiner Oper „Pietro von Aban o", die in 14 Tagen
zum ersten Mal gegeben werde: „Den vollständigen Ciavierauszug (von meinem Bruder
unter meiner Aufsicht gemacht) . ., das Recht alle Arten Arrangements . . herauszugeben,
trage ich Ihnen für tausend Thaler . . an . . Daß ich den Verkauf der Partitur mir allein
vorbehalte, bedarf wohl kaum einer Erinnerung". Für die damaligen urheberrechtlichen
Verhältnisse interessanter Brief.

301 — Eig. Brief m. U. Cassel, 17. Febr. 1832. 5 S. 4°.

Schöner Brief an „Hochgeehrter Herr und Freund", den Verleger seiner Violinschule,
Haslinger in Wien. Für seine vornehme, zurückhaltende Art charakteristisch, die sich
gegen übertriebene Reklame richtet: „Was . . die Ankündigung betrifft, so scheint sie mir
. . doch etwas stark., obgleich ich sie nicht zu verantworten habe . . ." Es folgen inter-
essante Hinweise urheberrechtlicher Art und Angaben über das zugehörige Portrait.

302 — Eig. Brief m. U. Cassel den 31. August 1835. 3 S. 4°. M. Adresse.

An Karl Gollmick [1796—1866] in Frankfurt a. M., der ihn um Angabe einer
Person mit journalistischer Begabung gebeten hat. „Solche Notizen, wie Sie sie für Ihr
Blatt wünschen, würde Ihnen der Kammermusikus Mosenthal, Mitglied unserer Kapelle
am besten geben können." In einer Nachschrift macht er seine Wünsche klar „hinsichtlich
der Herausgabe des Klavierauszugs des neuen Oratoriums". [Des Heilands Letzte
Stunden.]

Leo Liepmannssohn. Antiquariat. Berlin SW11. Bernburger Str. 14.
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