Wanner, Peter [Compiler]
Heimatbuch der Stadt Lorch: Lorch: Beiträge zur Geschichte von Stadt und Kloster — Lorch, 1990

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Altarstandorte in der Klosterkirche um 1500. la Hochaltar z. U. I. Frau in der romanischen Apsis, lh Hochaltar im gotischen Chorschluß,
2/3 Mauritius- und St. Georgsaltar, 4 St. Bartholomäusaltar, 5/6/7 Hl. Kreuzaltar, St. Michaels- und Allerheiligenaltar, 8/9/10/11/12 St.
Petrus- und Paulusaltar, Dreikönigsaltar, St. Benediktusaltar, St. Katharinenaltar, St. Annaaltar.

doch um 1500 lassen sich zwölf nachweisen.76 Diese Zahl
stimmt auch mit den »XII fürtäglichen Fürheng zu dem fron-
altar und zu den andern« (Altären) überein (Schön 1898,4). Der
Fron- und Hochaltar ist der 1139 der Kirchenpatronin U.L.
Frau geweihte Altar in der Apsis. In den beiden Apsidiolen des
nördlichen Querhauses standen der 1396 genannte Mauritius-
altar und ein Altar zu Ehren der Heiligen Georg, Sebastian, He-
lena und Elisabeth, im südlichen Querhaus der 1469 erwähnte
Bartholomäusaltar. 1474 ist die Rede von »tria altaria nova choro
adjuncta«, drei neuen Altären beim Chor, womit der Bereich
nahe dem westlichen Vierungsbogen gemeint sein dürfte. Sie
werden aufgezählt: Zur Rechten in honore Crucis (zu Ehren des
hl. Kreuzes), zur Linken in honore omnium Sanctorum (zu
Ehren aller Heiligen) und der obere in honore S.Michaelis. Der

Kreuzaltar, in der Regel der Hauptaltar an der Grenze zum
Laienbereich, war dort zu erwarten, allerdings als mittlerer,
oberer Altar. Die beiden anderen Altäre waren demnach etwas
tiefer, das heißt wohl, am Fuß der zur Vierung hinaufführenden
Stufen aufgestellt. Ohne nähere Angaben wird weiterhin be-
richtet, es seien um diese Zeit weitere fünf Altäre im Langhaus
neu errichtet und geweiht worden. Ihre einzelnen Standorte vor
der Westseite der Pfeiler77 sind so wenig mehr bestimmbar wie
die zugehörigen Altarpatrone, die aber bekannt sind: Petrus
und Paulus (gen. 1474), Maria und Hieronymus (1469), Alle

76 Ebensoviele sind aus der mittelalterlichen Klosterkirche Komburgs
überliefert.

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