Lüders, Heinrich
Philologica Indica: ausgewählte kleine Schriften von Heinrich Lüders ; Festgabe zum siebzigsten Geburtstage am 25. Juni 1939 dargebracht von Kollegen, Freunden und Schülern — Göttingen, 1940

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Zu den Asoka-Inschriften

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sächlich lehrt er auch Unädiganasütra 387 ein vawdra- mit der Bedeutung
-sumwba-; in der Literatur hat sich das Wort bisher nicht gefunden. Be-
deutung und Form lassen meines Erachtens keinen Zweifel darüber, daß
vnwdra-, fwwd?*%- aus urwJo- entstanden sind. Mir scheint, daß m*wd%- zu-
nächst zu waw&t-, vrwwJa- geworden und dann weiter zu v%wdr%-, vwwdra-
umgestaltet ist. Eine genaue Parallele für den Umtritt des r fehlt aller-
dings, doch ist der Umtritt gerade bei r, % nicht selten (Pischel § 354).

Zu den Asoka-Inschriften.
Im Jahr 1877 gab Alexander Cunningham die bis dahin bekannten
Inschriften des Asoka zum ersten Male vereinigt als ersten Band des Corpus
Inscriptionum Indicarum heraus. Im vorigen Jahre ist die von Hultzsch
bearbeitete neue Ausgabe dieses Bandes erschienen. Der oberflächlichste
Vergleich der beiden Werke genügt, um die ungeheuren Fortschritte zu
erkennen, die die Lesung und das Verständnis jener einzigartigen Doku-
mente des indischen Altertums im Laufe von 48 Jahren gemacht haben.
Seit 1837, da James Prinsep die Inschrift der Säule von Delhi-Töprä ent-
zifferte, haben Generationen von Indologen an den Asoka-Inschriften ge-
arbeitet. Hultzsch gebührt der Dank, die Ergebnisse ihrer Forschungen
aufs sorgfältigste gesammelt, mit feinsinniger Kritik gesichtet und in vielen
Fällen bereichert zu haben. Die neue Ausgabe mit ihren Indices, Konkor-
danzen und vortrefflichen Tafeln, bereichert durch vier Abhandlungen über
den Autor der Inschriften, Asokas Reich, seine Bekehrung und seinen
Dharma und die grammatische Darstellung der verschiedenen Dialekte,
ist ein geradezu mustergültiges Werk und die glänzende Krönung der
jahrzehntelangen, unendlich verdienstvollen epigraphischen Tätigkeit des
Herausgebers. Ich kann nur hoffen, daß auch das heranwachsende Ge-
schlecht das Studium dieser geschichtlich wie sprachlich gleich wichtigen
Denkmäler nicht außer acht lassen wird. Es ist trotz der vorzüglichen
Leistungen der Früheren im Einzelnen noch manches zu tun, und so möge
der im folgenden unternommene Versuch, ein paar noch unklare Stellen
aufzuhellen, von dem Herausgeber freundlich als ein Zeichen des Interesses
genommen werden, das gerade sein Werk jedem, dem die indische Alter-
tumskunde am Herzen liegt, einflößen muß.
In dem dritten Säulenedikt stehen die Sätze b%ydw%mmev% (All.
bcM/üwnmeva) debboU (Ar. Nand. Räm. Jebbomtü') b/o.m me b%?/äwe bäte bÄ
wo wnwa (Mir. wbwö) püpo.m (All. pöpobom) Jebbot?' (Ar. Nand. Räm. Je-
bb%wüt) tyum me püpe (All. püp%be) bote b ryo-m rö (Töp., alle anderen ?m)
ü-stwawe wümü b und e.$w bödbwm (Töp. 6ädA%) debbb/e iywm me b?'Jottbö?/e
b/%mwmw% (mnwo. fehlt in Mir.) me pü^^büye ^ (fehlt in Töp. Mir.). Sie
machen wegen des wo wAw% und des b/%mmn;w% Schwierigkeiten. Diese
Worte sind sicherlich auch heute noch nicht richtig gedeutet, und das ist
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