Maeterlinck, Maurice ; Oppeln-Bronikowski, Friedrich von [Transl.]
Der Schatz der Armen — Florenz , Leipzig, 1898

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gewöhnliche Vorstellung, die man von Mystikern sich macht; und man
vergisst nur allzuoft, dass alle Gewissheit nur in ihnen ist. Im übrigen
müsste man, wenn es wahr ist, dass jedermann in seinen Traumen ein
Shakespeare ist, wie man gesagt hat, sich fragen, ob jedermann in seinem
Leben nicht ein unentwickelter Mystiker und tausendmal transcendentaler
ist, als alle, die sich durch das Wort umzirkelt haben. Welche menschliche
Handlung giebt es, deren letzter Beweggrund nicht mystisch wäre ? Ist zum
Beispiel das Auge des Liebenden oder der Mutter nicht tausendfach ver-
worrener, undurchdringlicher und mystischer, als dieses Buch, das nach
allem arm und erklärlich ist, wie alle Bücher, als welche immer nur tote
Mysterien sind, deren Horizont sich nicht mehr erneuert? Wenn man dies
* t man vielleicht überhaupt nichts mehr. Aber um auf
:ukommen, so werden einige ohne Mühe erkennen,
eit entfernt, durch Hunger, Einsamkeit und Fieber
l zu sein, im Gegenteil eins der weisesten, genausten
hischen Organe besessen hat, die es je gegeben. Wie
in seiner Groendaeler Hütte, mitten im Walde von
ines der wildesten Jahrhunderte des Mittelalters,
:n. Er konnte kein Griechisch und vielleicht kein
d arm. Und doch empfangt inmitten dieses dunklen
e unwissende und einfältige Seele unbewusst den
itein aller einsamen und geheimnisvollen Gipfel des
lis. Er kennt ohne sein Wissen den Platonismus
ufismus Persiens, den Brahmanismus Indiens und
Tibet; seine wundervolle Unwissenheit findet die
ahrhunderte wieder und sieht die Wissenschaft von
h nicht geboren sind. Ich könnte ganze Seiten aus
yrius, den Zendschriften, den Gnostikern und der
i fastgöttlichesWesen sich unberührt in den Schriften
Priesters wiederHndet. Es giebt dort seltsame Uber-
eunruhigende Gleichklange. Mehr noch: erscheint
lmt die Mehrzahl seiner unbekannten Vorgänger
I ebenso, wie Plotin seine erhabene Reise an der
nt, wo Platon erschrocken angehalten und sich auf
lat, hat Ruysbroeck, wie man sagen könnte, nach
ren Jahrhunderten nicht sowohl diese Art zu denken


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