scheinend mit anderen Anlagen zusammen, wie der Burg in Nienburg und der Wallanlage
in Oyle, eine strategische Aufgabe zu erfüllen hatte. In Drakenburg schließlich vermutet
man eine sächsische Sperrfestung aus vorkarolingischer Zeit für den Übergang des im
Mittelalter bezeugten Folkweges über die Weser. Auch von der linken Weserseite sind
Fimdstellen bekannt, die mehr oder minder mit Dörverden in Beziehung gebracht wer-
den können. Gegenüber von Nienburg liegt Marklohe, das mit großer Wahrscheinlichkeit
der in der Vita Lebuini erwähnte Versammlungsplatz der Sachsen gewesen ist13 * 1S. Meh-
rere Einzelfunde, Waffen von Holzbalge, Kr. Nienburg, oder eine merowingerzeitliche
Perle aus Möhlen-Halenbeck, Kr. Nienburg, bezeugen das Vorhandensein von Friedhöfen
oder Siedlungen der Völkerwanderungszeit, obwohl eine systematische Aufnahme aller
Fundstellen in diesem Gebiet noch nicht durchgeführt wurde (vgl. Fundliste S. 41 f.). Seb-
benhausen, Kr. Nienburg, bildet nach schriftlichen Quellen den westlichen Brückenkopf
eines Überganges des alten Folkweges über die Weser14. Gegenstände aus der Kaiserzeit
(jetzt in den Museen Verden und Nienburg) belegen die Bedeutung dieses Ortes schon für
diese Zeit. Obwohl sie schon seit langem bekannt sind, ist eine Ausgrabung an diesen
Stellen noch nicht erfolgt. So wissen wir nicht, ob die Funde von einer Siedlung oder von
einem Friedhof stammen. Der Friedhof von Helzendorf15 mit seinen römischen Import-
funden, die wahrscheinlich aus einem Körpergrab stammende Emaille-Scheibenfibel von
Berxen16, Buckelurnen von Syke, der sächsische Urnenfriedhof von Brinkum17 und die
schon erwähnten Funde aus Kirchweyhe und Hagen-Leeste, alle Kr. Grafschaft Hoya,
sprechen ebenfalls für eine bemerkenswerte Besiedlung auch des linken Weserufers.
Standringgefäße und andere kaiser- und völkerwanderungszeitliche Urnen von Eitzen-
dorf, Kr. Grafschaft Hoya, und eine am selben Ort gelegene kaiserzeitliche bis völker-
wanderungszeitliche Siedlung können, da sie fast genau auf dem gegenüberliegenden
Ufer liegen, die Vermutung eines Weserüberganges von Dörverden her stützen. Eine sy-
stematische Landesaufnahme des Gebietes würde sicherlich noch mehr Fundstellen nach-
weisen und zu einer wesentlichen Vervollständigung der Besiedlungsgeschichte beitragen.
Die Lage des Friedhofes Dörverden
(s. Plan Taf. 30 u. 31)
Der Friedhof liegt südlich des alten Ortsteiles von Dörverden (vgl. Karte Taf. 33). Ob die
1827 „in der Nähe der Weser in einer Urne gefundene Silbermünze des Vespasian"18 von
ihm stammt, ist nicht mit Sicherheit zu ermitteln. Nach Aussagen eines Brunnenbohrers
wurde vor Jahren bei Pumpenbohrungen in dem Zwickel zwischen der Landstraße und
dem Feldweg nach Barme eine dicke Humusschicht angetroffen, die mit Scherben durch-
setzt war, genau so wie sie auch auf dem nördlich davon gelegenen Grabungsgelände
13 Das Dorf Lohe ist erst in den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts in Marklohe umgetauft
worden.
Engelke: Die ältere Diözese Minden.
15 Asmus: Helzendorf.
1® Potratz: Schmelzverzierte Schmuckfunde.
17 Grohne: Mahndorf.
1® Müller-Reimers: Alterthümer S. 215.
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in Oyle, eine strategische Aufgabe zu erfüllen hatte. In Drakenburg schließlich vermutet
man eine sächsische Sperrfestung aus vorkarolingischer Zeit für den Übergang des im
Mittelalter bezeugten Folkweges über die Weser. Auch von der linken Weserseite sind
Fimdstellen bekannt, die mehr oder minder mit Dörverden in Beziehung gebracht wer-
den können. Gegenüber von Nienburg liegt Marklohe, das mit großer Wahrscheinlichkeit
der in der Vita Lebuini erwähnte Versammlungsplatz der Sachsen gewesen ist13 * 1S. Meh-
rere Einzelfunde, Waffen von Holzbalge, Kr. Nienburg, oder eine merowingerzeitliche
Perle aus Möhlen-Halenbeck, Kr. Nienburg, bezeugen das Vorhandensein von Friedhöfen
oder Siedlungen der Völkerwanderungszeit, obwohl eine systematische Aufnahme aller
Fundstellen in diesem Gebiet noch nicht durchgeführt wurde (vgl. Fundliste S. 41 f.). Seb-
benhausen, Kr. Nienburg, bildet nach schriftlichen Quellen den westlichen Brückenkopf
eines Überganges des alten Folkweges über die Weser14. Gegenstände aus der Kaiserzeit
(jetzt in den Museen Verden und Nienburg) belegen die Bedeutung dieses Ortes schon für
diese Zeit. Obwohl sie schon seit langem bekannt sind, ist eine Ausgrabung an diesen
Stellen noch nicht erfolgt. So wissen wir nicht, ob die Funde von einer Siedlung oder von
einem Friedhof stammen. Der Friedhof von Helzendorf15 mit seinen römischen Import-
funden, die wahrscheinlich aus einem Körpergrab stammende Emaille-Scheibenfibel von
Berxen16, Buckelurnen von Syke, der sächsische Urnenfriedhof von Brinkum17 und die
schon erwähnten Funde aus Kirchweyhe und Hagen-Leeste, alle Kr. Grafschaft Hoya,
sprechen ebenfalls für eine bemerkenswerte Besiedlung auch des linken Weserufers.
Standringgefäße und andere kaiser- und völkerwanderungszeitliche Urnen von Eitzen-
dorf, Kr. Grafschaft Hoya, und eine am selben Ort gelegene kaiserzeitliche bis völker-
wanderungszeitliche Siedlung können, da sie fast genau auf dem gegenüberliegenden
Ufer liegen, die Vermutung eines Weserüberganges von Dörverden her stützen. Eine sy-
stematische Landesaufnahme des Gebietes würde sicherlich noch mehr Fundstellen nach-
weisen und zu einer wesentlichen Vervollständigung der Besiedlungsgeschichte beitragen.
Die Lage des Friedhofes Dörverden
(s. Plan Taf. 30 u. 31)
Der Friedhof liegt südlich des alten Ortsteiles von Dörverden (vgl. Karte Taf. 33). Ob die
1827 „in der Nähe der Weser in einer Urne gefundene Silbermünze des Vespasian"18 von
ihm stammt, ist nicht mit Sicherheit zu ermitteln. Nach Aussagen eines Brunnenbohrers
wurde vor Jahren bei Pumpenbohrungen in dem Zwickel zwischen der Landstraße und
dem Feldweg nach Barme eine dicke Humusschicht angetroffen, die mit Scherben durch-
setzt war, genau so wie sie auch auf dem nördlich davon gelegenen Grabungsgelände
13 Das Dorf Lohe ist erst in den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts in Marklohe umgetauft
worden.
Engelke: Die ältere Diözese Minden.
15 Asmus: Helzendorf.
1® Potratz: Schmelzverzierte Schmuckfunde.
17 Grohne: Mahndorf.
1® Müller-Reimers: Alterthümer S. 215.
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