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WO-Gräber (3, 31, 32, 40 a, 45, 54, 55, 74) durch Brandgruben, die sogar ein Wiederauf-
flackern der Leichenverbrennung nach der Christianisierung deutlich zeigen. Aus der
Überschneidung des WO-Grabes 3 durch die WO-Gräber 54 u. 55, die wiederum durch
eine Brandgrube überlagert werden, läßt sich sogar der Nachweis erbringen, daß der heid-
nische Brauch noch nach zwei Generationen christlicher Bestattungsform ausgeübt wurde.

Die Funde
Metallbeigaben und Perlen

Waffen sind verhältnismäßig selten. Ein Schild ist nur in einem Grabe (1) ge-
funden worden; der zuckerhutförmige Buckel gehört zu einer Gruppe, die von
Zeiß28 eingehend behandelt wurde. Er ist mit 14,5 cm Höhe der kleinste dieser Art und
war nur mit ehemals fünf Nieten befestigt. Die von H. Zeiß aufgestellte Liste muß außer
unserem neuesten Fundort Dörverden für Niedersachsen noch um die Fundorte Hollenstedt,
Tangendorf und Maschen, Kr. Harburg, vermehrt werden29. Zum Schild gehören vier tier-
kopfähnliche eiserne Beschläge und eine Anzahl von Nieten, davon zwei mitRing (Tafel 1).
Schwerter treten nur in der einschneidigen Form des Sax auf (Gräber 1, 16, 53a,
140a). Böhner30 unterscheidet einen Schmalsax, einen Breit- oder Scramasax und einen
Langsax. über die absoluten Maße der einzelnen Formen macht B. Schmidt etwas ab-
weichende Angaben31. Der Schmalsax ist in Dörverden nicht vertreten. Das Schwert aus
Grab 53 a gehört nach Maßen und Proportionen zu den Breitsaxen und ist in das 7. Jahr-
hundert zu datieren; dazu paßt auch die eigentümliche Form des Knaufes, die an gleich-
zeitigen Spathen vorkommt32.
Die übrigen Saxe aus den Gräbern 1, 16 und 140 a gehören zu den Langsaxen des
8. Jhdts., vielleicht schon in die letzten Abschnitte des 7. Jhdts.33. Diese Datierung wird
durch den zuckerhutförmigen Schildbuckel aus Grab 1 gestützt.
Die einzige Lanzenspitze (Tafel 7,15) ist vor der Grabung gefunden worden, über
die Form der stark beschädigten Tülle läßt sich nichts aussagen; das breitovale Blatt
spricht für eine Datierung ins 7. oder 8. Jahrhundert.
Die beiden blattförmigen Pfeilspitzen (Grab 16 u. 37, Tafel 2) sind leider stark be-
schädigt, die aus Grab 16 stammende scheint eine gespaltene Tülle und ein breitovales
Blatt besessen zu haben. Eine genaue Datierung der langlebigen Zweckform ist nicht
möglich; die Zeitstellung des Stückes aus Grab 16 ist durch den Langsax gegeben. Bemer-
kenswert sind bolzenförmige vierkantige Pfeilspitzen mit Schaftdom. Ein Frag-
ment (Tafel 3, 13) gehört zu dem Waffengrab 53 a, aus dem auch ein Breitsax des 7. Jhdts.
geborgen wurde. Das am besten erhaltene Stück stammt aus einem WO-Grab (35, Ta-
fel 8,12), das auch durch ein auffällig großes Messer und zwei Schnallen als Männer-
bestattung gekennzeichnet wird. In einem anderen WO-Grab (54, Tafel 10,19) ist die
Schaftzunge eines wahrscheinlich ähnlichen Bolzens gefunden worden. Diese Form muß
also bis in die Zeit nach der Christianisierung weitergelebt haben. Bemerkenswert ist das

28 Zeiß: Schildbuckel von Zuckerhutform.
29 Wegewitz: Sachsenforschung.
30 Böhner: Die fränkischen Altertümer, S. 130 ff.
31 Schmidt: Völkerwanderungszeit in Mitteldeutschland, S. 150.
32 Böhner: Die fränkischen Altertümer, S. 128 f.
33 Böhner: Die fränkischen Altertümer, S. 145; Schmidt: Völkerwanderungszeit in Mitteldeutschland,
S. 150.

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