11; Tafel 25, 6, 8, 9, 12, 23). Dazu kommen die ganz erhaltenen Gefäße (Tafel 7, 6), die z. T.
als Beigefäße in den Gräbern gefunden sind (Tafel 3, 10, 20; Tafel 4, 13). Die beiden er-
haltenen abgedrehten Gefäße (Tafel 6, 12; Tafel 7, 14), von denen das eine sicher, das
andere wahrscheinlich als Beigabe einer Körperbestattung gedient hat, sind wahr-
scheinlich aus dem fränkischen Gebiet importiert. An dem kleinen Becher läßt sich übri-
gens gut beobachten, daß er nicht auf der Drehscheibe hergestellt, sondern wahrscheinlich
in eine gedrehte Form gepreßt wurde. Anders lassen sich gewisse Unregelmäßigkeiten
des Profils nämlich nicht erklären. Daß diese beiden Gefäße nicht die einzigen ihrer Art in
Dörverden waren, geht aus den gelegentlich gefundenen Scherben hervor (Tafel 22, 31;
Tafel 23,3; Tafel 25, 22; Tafel 26, 18, 21). Eine Scherbe mit Rollstempelverzierung (Tafel
25, 28) aus der Füllerde des Grabes 67 ist zum zweitenmal gebrannt und bezeugt so den
Fortbestand der Brandbestattung, wahrscheinlich auch der Scheiterhaufenplätze.
Der Völkerwanderungs- und der Merowingerzeit gehören wegen ihrer Stempelverzie-
rung oder ihrer Form Scherben handgeformter Gefäße an, von denen einige sogar noch
aus der Füllerde später WO-Gräber stammen, so z. B. derer, die das Grab 8 überschnei-
den (Tafel 23, 2, 6, 32, 34; Tafel 24, 8, 10, 11; Tafel 25, 6, 8, 9, 12, 23). Einige sind in Kugel-
topfmanier geknetet (Tafel 7, 6). Diese Scherben können, soweit sie nicht doppelt gebrannt
sind, natürlich auch Reste der Beigefäße von Körpergräbern sein.
über die ganze Fläche der Grabung verstreut fanden sich Scherben, die wegen ihres
Profils oder ihres klingend harten Brandes schon dem vollen Mittelalter zugerechnet wer-
den müssen. Keine dieser sehr jungen Scherben stammt aus einer Grabfüllung. Sie ge-
hören damit sicher in die Zeit nach der Aufhebung des Friedhofes und stammen viel-
leicht von einer nahegelegenen Siedlung (Tafel 22, 21, 22; Tafel 25, 1, 4, 25, 32; Tafel
26, 13, 14, 30, 31; Tafel 27, 19, 31; Tafel 29, 29).
Leider ließen sich in dem stark zerwühlten Boden des Friedhofes keine stratigraphi-
schen Beobachtungen machen, die uns in der Beurteilung des relativen und absoluten Alters
der verschiedenen Gefäßformen weiterführen könnten. Exaktere Schlüsse aus den Scher-
ben von Dörverden zu ziehen, wird erst dann möglich sein, wenn durch Untersuchungen
an anderer Stelle an Hand geschlossener Funde oder einer gesicherteren Stratigraphie die
einzelnen Gefäßformen und ihre Randprofile besser datiert sind. Jetzt müssen wir uns
damit begnügen, daß durch die Scherben ganz allgemein die Existenz des Friedhofes auch
für die Zeiten wahrscheinlich gemacht wird, aus denen nicht genügend ungestörte Bestat-
tungen vorliegen. Es läßt sich nicht mit Sicherheit ausschließen, aber auch nicht beweisen,
daß einige der älteren Scherben, z. B. die Siebgefäße (Tafel 25, 16), von einer Siedlung
stammen. Für die mittelalterlichen, hart gebrannten Scherben ist das jedoch wohl anzu-
nehmen. Die meisten Gefäßreste sind sicher Bruchstücke von zerstörten Urnen oder an-
läßlich der Bestattung rituell zerschlagener Töpfe.
Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Ausgrabung hat leider nur einen Teil des Friedhofes erfassen können. Auf einem
engbelegten, anscheinend scharf abgegrenzten Grundstück haben seit der frühen Eisen-
zeit Brandbestattungen stattgefunden; später trat die Körperbestattung in süd-nördlich
ausgerichteten Körpergräbem hinzu, von denen das älteste ins 6. Jahrhundert datiert ist.
Die Zahl der Pferdegräber ist etwa gleich der der Männerbestattungen (S. 10). Die Bei-
gaben der Körperbestatteten sind nicht so reich, daß man danach etwa eine wesentlich
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als Beigefäße in den Gräbern gefunden sind (Tafel 3, 10, 20; Tafel 4, 13). Die beiden er-
haltenen abgedrehten Gefäße (Tafel 6, 12; Tafel 7, 14), von denen das eine sicher, das
andere wahrscheinlich als Beigabe einer Körperbestattung gedient hat, sind wahr-
scheinlich aus dem fränkischen Gebiet importiert. An dem kleinen Becher läßt sich übri-
gens gut beobachten, daß er nicht auf der Drehscheibe hergestellt, sondern wahrscheinlich
in eine gedrehte Form gepreßt wurde. Anders lassen sich gewisse Unregelmäßigkeiten
des Profils nämlich nicht erklären. Daß diese beiden Gefäße nicht die einzigen ihrer Art in
Dörverden waren, geht aus den gelegentlich gefundenen Scherben hervor (Tafel 22, 31;
Tafel 23,3; Tafel 25, 22; Tafel 26, 18, 21). Eine Scherbe mit Rollstempelverzierung (Tafel
25, 28) aus der Füllerde des Grabes 67 ist zum zweitenmal gebrannt und bezeugt so den
Fortbestand der Brandbestattung, wahrscheinlich auch der Scheiterhaufenplätze.
Der Völkerwanderungs- und der Merowingerzeit gehören wegen ihrer Stempelverzie-
rung oder ihrer Form Scherben handgeformter Gefäße an, von denen einige sogar noch
aus der Füllerde später WO-Gräber stammen, so z. B. derer, die das Grab 8 überschnei-
den (Tafel 23, 2, 6, 32, 34; Tafel 24, 8, 10, 11; Tafel 25, 6, 8, 9, 12, 23). Einige sind in Kugel-
topfmanier geknetet (Tafel 7, 6). Diese Scherben können, soweit sie nicht doppelt gebrannt
sind, natürlich auch Reste der Beigefäße von Körpergräbern sein.
über die ganze Fläche der Grabung verstreut fanden sich Scherben, die wegen ihres
Profils oder ihres klingend harten Brandes schon dem vollen Mittelalter zugerechnet wer-
den müssen. Keine dieser sehr jungen Scherben stammt aus einer Grabfüllung. Sie ge-
hören damit sicher in die Zeit nach der Aufhebung des Friedhofes und stammen viel-
leicht von einer nahegelegenen Siedlung (Tafel 22, 21, 22; Tafel 25, 1, 4, 25, 32; Tafel
26, 13, 14, 30, 31; Tafel 27, 19, 31; Tafel 29, 29).
Leider ließen sich in dem stark zerwühlten Boden des Friedhofes keine stratigraphi-
schen Beobachtungen machen, die uns in der Beurteilung des relativen und absoluten Alters
der verschiedenen Gefäßformen weiterführen könnten. Exaktere Schlüsse aus den Scher-
ben von Dörverden zu ziehen, wird erst dann möglich sein, wenn durch Untersuchungen
an anderer Stelle an Hand geschlossener Funde oder einer gesicherteren Stratigraphie die
einzelnen Gefäßformen und ihre Randprofile besser datiert sind. Jetzt müssen wir uns
damit begnügen, daß durch die Scherben ganz allgemein die Existenz des Friedhofes auch
für die Zeiten wahrscheinlich gemacht wird, aus denen nicht genügend ungestörte Bestat-
tungen vorliegen. Es läßt sich nicht mit Sicherheit ausschließen, aber auch nicht beweisen,
daß einige der älteren Scherben, z. B. die Siebgefäße (Tafel 25, 16), von einer Siedlung
stammen. Für die mittelalterlichen, hart gebrannten Scherben ist das jedoch wohl anzu-
nehmen. Die meisten Gefäßreste sind sicher Bruchstücke von zerstörten Urnen oder an-
läßlich der Bestattung rituell zerschlagener Töpfe.
Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Ausgrabung hat leider nur einen Teil des Friedhofes erfassen können. Auf einem
engbelegten, anscheinend scharf abgegrenzten Grundstück haben seit der frühen Eisen-
zeit Brandbestattungen stattgefunden; später trat die Körperbestattung in süd-nördlich
ausgerichteten Körpergräbem hinzu, von denen das älteste ins 6. Jahrhundert datiert ist.
Die Zahl der Pferdegräber ist etwa gleich der der Männerbestattungen (S. 10). Die Bei-
gaben der Körperbestatteten sind nicht so reich, daß man danach etwa eine wesentlich
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