logischen Landesaufnahme betrauten Mitarbeiter des Museums H. J. Killmann. Killmann erkannte die
Zugehörigkeit der Funde zur Hamburger Kultur und informierte Herrn Dr. Alfred Rust, Ahrensburg.
Auf dessen Anregung hin wurden überall dort, wo an der Oberfläche Flintartefakte gefunden worden
waren und wo die topographische Situation für die Anlage eines jungpaläolithischen Wohnplatzes
günstig schien, kleine Suchlöcher von Spatenblattbreite und 0,5 m bis 1,0 m Tiefe angelegt. An dieser
Aktion beteiligten sich neben H.J. Killmann E. Matthies mit seinen Söhnen und der Forstaufseher W.
Rugullis aus Timmerloh. Dabei gelang es, mehrere bisher weitgehend ungestörte jungpaläolithische
Wohnplätze festzustellen. Bis zum Herbst 1959 wurden auf engstem Raum 20 Fundplätze lokalisiert
(Abb. 2-3. 11), von denen mehrere in den folgenden Jahren ausgegraben bzw. teilweise untersucht
werden konnten.
III. Die jungpaläolithischen Fundplätze von Heber
Die drei Fundplätze Heber 118, 127 und 128 liegen dicht nebeneinander am Rande des Scharrler
Forstes und waren durch den geplanten Bau einer Panzerstraße besonders gefährdet. Alle drei Kultur-
vorkommen können der Hamburger Kultur zugeordnet werden. Die Lage der Fundplätze zueinander
ist der Abbildung 3 zu entnehmen.
1. Das Kulturvorkommen von Heber 118
Der Fundplatz Heber 118 wurde im Frühjahr 1959 von H.J. Killmann, E. Matthies und W.
Rugullis untersucht. Den Unterlagen in der entsprechenden Ortsakte im Archiv des Dezernats Boden-
denkmalpflege im Niedersächsischen Landesverwaltungsamt ist zu entnehmen, daß es sich um eine
Notgrabung auf dem von Panzern zum Teil schon weitgehend zerstörten Fundplatz handelt.
Neben einer Grabungsskizze und einer Fundverteilungsliste (umgezeichnet in Abb. 4-5) sind keine
weiteren Aufzeichnungen vorhanden'3. Um so wertvoller ist deshalb der Hinweis von E. Matthies,
daß die Funde auf einer Fläche von etwa 30-40 konzentriert lagen und in einem wenige Zentimeter
oberhalb der Steinsohle scharf abgegrenzten Horizont von 3-4 cm Mächtigkeit angetroffen wurden14.
Killmann
Nowothnig
Kerbspitzen
43 (8 Fragmente)
38 (9 Fragmente)
Schaber
48 (13 Fragmente)
38 (4 Doppelschaber, 9 Fragmente)
Zinken
25 (5 Doppelzinken)
19 (3 Doppelzinken, 6 Fragmente)
Stichel
30
29 (1 Doppelstichel, 3 Fragmente)
Kombinierte
2 (Stichel-Zinken)
8 (2 Schaber-Stichel, 3 Schaber-Schrägendklingen, 2 Spitze-Stichel, 1 Eckstichel-Bohrer)
Bohrer
4
8
Hohlbuchtenklingen
7
16
Schrägendklingen
5
24
Variable Formen
29
24
Federmesser
1
2 (1 trapezförmiges Rückenmesser, 1 Gravette)
Schlagsteine
4
1
Kerngeräte
-
3 (1 Doppelkernschaber, 1 Eckstichel-Schaber, 1 Kernhobel)
Summe der Geräte
198
210
Der von Nowothnig angefertigte Fundkatalog umfaßt eine nachträgliche „Katalogisierung nur noch vorhandenen Ma-
terials“ im Landesmuseum Hannover.
Mündliche Mitteilung von E. Matthies vom 20.12.1973.
5
Zugehörigkeit der Funde zur Hamburger Kultur und informierte Herrn Dr. Alfred Rust, Ahrensburg.
Auf dessen Anregung hin wurden überall dort, wo an der Oberfläche Flintartefakte gefunden worden
waren und wo die topographische Situation für die Anlage eines jungpaläolithischen Wohnplatzes
günstig schien, kleine Suchlöcher von Spatenblattbreite und 0,5 m bis 1,0 m Tiefe angelegt. An dieser
Aktion beteiligten sich neben H.J. Killmann E. Matthies mit seinen Söhnen und der Forstaufseher W.
Rugullis aus Timmerloh. Dabei gelang es, mehrere bisher weitgehend ungestörte jungpaläolithische
Wohnplätze festzustellen. Bis zum Herbst 1959 wurden auf engstem Raum 20 Fundplätze lokalisiert
(Abb. 2-3. 11), von denen mehrere in den folgenden Jahren ausgegraben bzw. teilweise untersucht
werden konnten.
III. Die jungpaläolithischen Fundplätze von Heber
Die drei Fundplätze Heber 118, 127 und 128 liegen dicht nebeneinander am Rande des Scharrler
Forstes und waren durch den geplanten Bau einer Panzerstraße besonders gefährdet. Alle drei Kultur-
vorkommen können der Hamburger Kultur zugeordnet werden. Die Lage der Fundplätze zueinander
ist der Abbildung 3 zu entnehmen.
1. Das Kulturvorkommen von Heber 118
Der Fundplatz Heber 118 wurde im Frühjahr 1959 von H.J. Killmann, E. Matthies und W.
Rugullis untersucht. Den Unterlagen in der entsprechenden Ortsakte im Archiv des Dezernats Boden-
denkmalpflege im Niedersächsischen Landesverwaltungsamt ist zu entnehmen, daß es sich um eine
Notgrabung auf dem von Panzern zum Teil schon weitgehend zerstörten Fundplatz handelt.
Neben einer Grabungsskizze und einer Fundverteilungsliste (umgezeichnet in Abb. 4-5) sind keine
weiteren Aufzeichnungen vorhanden'3. Um so wertvoller ist deshalb der Hinweis von E. Matthies,
daß die Funde auf einer Fläche von etwa 30-40 konzentriert lagen und in einem wenige Zentimeter
oberhalb der Steinsohle scharf abgegrenzten Horizont von 3-4 cm Mächtigkeit angetroffen wurden14.
Killmann
Nowothnig
Kerbspitzen
43 (8 Fragmente)
38 (9 Fragmente)
Schaber
48 (13 Fragmente)
38 (4 Doppelschaber, 9 Fragmente)
Zinken
25 (5 Doppelzinken)
19 (3 Doppelzinken, 6 Fragmente)
Stichel
30
29 (1 Doppelstichel, 3 Fragmente)
Kombinierte
2 (Stichel-Zinken)
8 (2 Schaber-Stichel, 3 Schaber-Schrägendklingen, 2 Spitze-Stichel, 1 Eckstichel-Bohrer)
Bohrer
4
8
Hohlbuchtenklingen
7
16
Schrägendklingen
5
24
Variable Formen
29
24
Federmesser
1
2 (1 trapezförmiges Rückenmesser, 1 Gravette)
Schlagsteine
4
1
Kerngeräte
-
3 (1 Doppelkernschaber, 1 Eckstichel-Schaber, 1 Kernhobel)
Summe der Geräte
198
210
Der von Nowothnig angefertigte Fundkatalog umfaßt eine nachträgliche „Katalogisierung nur noch vorhandenen Ma-
terials“ im Landesmuseum Hannover.
Mündliche Mitteilung von E. Matthies vom 20.12.1973.
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