Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 20.1977

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Die Bestände des Museums sind so groß, daß weder der Tourist noch der
Fachmann mit seinen Schülern alle Möglichkeiten der Information, die ge-
boten werden, wahrnehmen kann. Jedes Teilgebiet lohnt einen Besuch: da sind
die lange ausgelagerten oder im Magazin untergebrachten Steindenkmäler,
die auch heute noch z. T. in den Lapidarien lagern müssen. Der aufgestellte
Teil ist mustergültig in der Römer-Illustrierte I S. 198-257 beschrieben und
mit dem lat. Text und der deutschen Übersetzung herausgegeben. Da ist aber
auch die glänzende Sammlung röm. Gläser und Mosaiken (z. B. das Philoso-
phenmosaik), - in Deutschland gibt es wenig Vergleichbares doch auch die
Architekturbruchstücke und die Geräte des Alltags, das Bett, die Küche mit
dem Ziegelplattenboden, dem großen Holzregal und dem vielen Gebrauchs-
gerät, die 9 Beistelltische mit den verschiedenen alltäglichen Geschirrformen,
die beachtliche Sammlung von Öllampen, kosmetischem und medizinischem
Gerät und nicht zuletzt auch die Auswahl an Goldmünzen soll hier wenigstens
genannt sein.
(vom Herausgeber nach Angaben der Museumsleitung verfaßt)

Der Kongreß zur Förderung der lateinischen Sprache in Dakar
Auf dem Aventinischen Hügel zu Rom ist der Sitz der Academia Latinitatis
inter omnes gentes fovendae, die in der Woche nach Ostern in Dakar/Senegal
ihren Vierten Internationalen Kongreß veranstaltete. Hatte die erste Tagung,
vor nunmehr sieben Jahren in Bukarest, über die seinerzeit hier ausführlich
berichtet wurde (vgl. Mitteilungsblatt des DAV 13, Nr. 4, Dez. 1970, S. 7-9),
dem Ost-West-Dialog gedient, so stand nun - nach zwei weiteren Veranstal-
tungen in Malta und Cluj - in Afrika das Nord-Süd-Gespräch im Vorder-
grund. Das Dutzend Deutscher unter den ca. 200 Teilnehmern begegnete in
dem westafrikanischen Staat einem französisch inspirierten Bildungswesen,
das an den Gymnasien fakultativ Deutsch anbietet und Latein obligatorisch
macht. Man begegnete darüber hinaus in der Person des Poeten und Präsiden-
ten Leopold Senghor einer überaus eindrucksvollen Verkörperung von selbst-
bewußter schwarzafrikanischer Tradition in Verbindung mit bruchlos assimi-
lierter westeuropäischer Zivilisation.
Senghor eröffnete auch den Kongreß mit einem vom Staatsfernsehen über-
tragenen französisch gehaltenen Vortrag zum Grundthema der Tagung, den
Beziehungen zwischen Afrika und der Klassischen Antike. Der ebenso elegant
formulierte wie gründlich dokumentierte Essay fand zu recht den bewundern-
den Beifall der Kongressisten.
Diese widmeten sich in den folgenden Tagen in ihren - sämtlich lateinisch
gehaltenen - Referaten den mannigfachen Aspekten des Grundthemas. Ent-
sprechend ihren Herkunftsländern hörte man wieder sehr unterschiedliche In-
tonationen des lateinischen Idioms:
Die Mehrzahl der Besucher und Referenten war aus Italien oder Frankreich
gekommen; aber neben Belgien, Rumänien und Malta, neben Spanien und

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