sollte es, mit den Worten von M.-L. v. Franz (S. 127) bedeuten, „daß dieser
Individuationsweg der Frau noch nicht in die menschliche Wirklichkeit einge-
gangen ist“?
Paul Barie, Landau und Klaus Eyselein, Mutterstadt
Buch b esprechu ngen
Klaus Stiewe/Niklas Holzberg (Hrsg.): Polybios. Wege der Forschung Bd. CCCXLVII.
Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 1982, XX, 448 S., Gzl. 99,- (62,-) DM
Obwohl Polybios unbestreitbar der wichtigste Gewährsmann für die Zeit ist, in der Rom
die Weltherrschaft errang, steht er erst seit wenigen Jahrzehnten im Mittelpunkt der For-
schung. So beginnt der Bd. mit ,JPhilippos tragodoumenos“ von F. W. Walbank (1938)
und gibt einen soliden Überblick bis in die sechziger Jahre. Aus urheberrechtlichen Grün-
den fehlt Willy Theilers wichtiger Beitrag ,,Schichten im 6. Buch des Pol." (Hermes 81 und
in „Untersuchungen zur antiken Literatur“/de Gruyter, 1970.) In chronologischer Reihen-
folge beschäftigen sich die Beiträge mit der Entstehungsgeschichte, dem Streit zwischen
Unitariern und Analytikern, denen die scheinbare Unvereinbarkeit der Lehren von der
Anakyklosis und von der Mischverfassung im 6. Buch zugute kommt. Auch die unterschied-
liche Rolle der Tyche als lenkende Vorsehung, blinder Zufall oder strafende Macht kann
für die Entstehungsgeschichte von Bedeutung sein. Die intensive Beschäftigung mit der
historischen Methode ergänzt auf wohltuende Weise die Quellenrekonstruktion früherer
Zeiten. Der dritte Schwerpunkt, das Problem der Glaubwürdigkeit, macht den Unterschied
zwischen der auf Tatsachendarstellung bedachten Historiographie, die sich aristotelischer
Tradition verpflichtet fühlt, und den aus der Schule des Isokrates kommenden Vertretern
der rhetorischen Geschichtsschreibung deutlich und erklärt gelegentliche Entstellungen
der historischen Zusammenhänge. Die Bibliographie umfaßt die Jahre 1970-80. Weiter-
gehende Auskünfte bieten der RE-Artikel K. Zieglers, das Pol.-Lexikon von A. Mauers-
berger und der „Historical Commentary on Pol.“ von Walbank, die Monographien von
P. Pedech, A. Roveri, G. A. Lehmann, K. E. Petzold, J. Deininger und F. W. Walbank.
Zu empfehlen sind die Übersetzungen von H. Drexler (Artemis) und von P. Pedech
(Collection Bude).
Der Verlag Philipp von Zabern (Mainz) legt in seiner archäologischen Sachbuchreihe
Kulturgeschichte der antiken Welt folgende Neuerscheinungen vor:
Edmund Büchner, Die Sonnenuhr des Augustus. Sonderband, 112 S. mit 25 Textabb.
und 32 Tafeln mit 53 Abb., fester Einband, 34,80 DM
B., den meisten von uns durch die Mainzer Tagung und Vorträge vor den Landesverbän-
den bestens bekannt, legt hier völlig unverändert seine beiden - für viele schwer einseh-
baren - Aufsätze aus den „Mitteilungen des Deutschen Archaeologischen Instituts, Roe-
mische Abteilung“ 83 (1976) und 87 (1980) mit einem Nachwort über die Ausgrabung
1980/81 vor.
Das Solarium Augusti im Nordteil des Campus Martius, dem Sol geweiht, geschaffen
ingenio Facundi Novi mathematici, gedacht als Siegesdenkmal über Ägypten, war Roms
größte Horizontaluhr, war Kalender und Uhr in einem, konnte also Jahres- und Tages-
zeiten anzeigen. Im ersten Teil werden die kümmerlichen literarischen und archäologischen
Quellen gesichtet, die Höhe des Gnomon (Schattenwerfer), der ersten columna centenaria,
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Individuationsweg der Frau noch nicht in die menschliche Wirklichkeit einge-
gangen ist“?
Paul Barie, Landau und Klaus Eyselein, Mutterstadt
Buch b esprechu ngen
Klaus Stiewe/Niklas Holzberg (Hrsg.): Polybios. Wege der Forschung Bd. CCCXLVII.
Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 1982, XX, 448 S., Gzl. 99,- (62,-) DM
Obwohl Polybios unbestreitbar der wichtigste Gewährsmann für die Zeit ist, in der Rom
die Weltherrschaft errang, steht er erst seit wenigen Jahrzehnten im Mittelpunkt der For-
schung. So beginnt der Bd. mit ,JPhilippos tragodoumenos“ von F. W. Walbank (1938)
und gibt einen soliden Überblick bis in die sechziger Jahre. Aus urheberrechtlichen Grün-
den fehlt Willy Theilers wichtiger Beitrag ,,Schichten im 6. Buch des Pol." (Hermes 81 und
in „Untersuchungen zur antiken Literatur“/de Gruyter, 1970.) In chronologischer Reihen-
folge beschäftigen sich die Beiträge mit der Entstehungsgeschichte, dem Streit zwischen
Unitariern und Analytikern, denen die scheinbare Unvereinbarkeit der Lehren von der
Anakyklosis und von der Mischverfassung im 6. Buch zugute kommt. Auch die unterschied-
liche Rolle der Tyche als lenkende Vorsehung, blinder Zufall oder strafende Macht kann
für die Entstehungsgeschichte von Bedeutung sein. Die intensive Beschäftigung mit der
historischen Methode ergänzt auf wohltuende Weise die Quellenrekonstruktion früherer
Zeiten. Der dritte Schwerpunkt, das Problem der Glaubwürdigkeit, macht den Unterschied
zwischen der auf Tatsachendarstellung bedachten Historiographie, die sich aristotelischer
Tradition verpflichtet fühlt, und den aus der Schule des Isokrates kommenden Vertretern
der rhetorischen Geschichtsschreibung deutlich und erklärt gelegentliche Entstellungen
der historischen Zusammenhänge. Die Bibliographie umfaßt die Jahre 1970-80. Weiter-
gehende Auskünfte bieten der RE-Artikel K. Zieglers, das Pol.-Lexikon von A. Mauers-
berger und der „Historical Commentary on Pol.“ von Walbank, die Monographien von
P. Pedech, A. Roveri, G. A. Lehmann, K. E. Petzold, J. Deininger und F. W. Walbank.
Zu empfehlen sind die Übersetzungen von H. Drexler (Artemis) und von P. Pedech
(Collection Bude).
Der Verlag Philipp von Zabern (Mainz) legt in seiner archäologischen Sachbuchreihe
Kulturgeschichte der antiken Welt folgende Neuerscheinungen vor:
Edmund Büchner, Die Sonnenuhr des Augustus. Sonderband, 112 S. mit 25 Textabb.
und 32 Tafeln mit 53 Abb., fester Einband, 34,80 DM
B., den meisten von uns durch die Mainzer Tagung und Vorträge vor den Landesverbän-
den bestens bekannt, legt hier völlig unverändert seine beiden - für viele schwer einseh-
baren - Aufsätze aus den „Mitteilungen des Deutschen Archaeologischen Instituts, Roe-
mische Abteilung“ 83 (1976) und 87 (1980) mit einem Nachwort über die Ausgrabung
1980/81 vor.
Das Solarium Augusti im Nordteil des Campus Martius, dem Sol geweiht, geschaffen
ingenio Facundi Novi mathematici, gedacht als Siegesdenkmal über Ägypten, war Roms
größte Horizontaluhr, war Kalender und Uhr in einem, konnte also Jahres- und Tages-
zeiten anzeigen. Im ersten Teil werden die kümmerlichen literarischen und archäologischen
Quellen gesichtet, die Höhe des Gnomon (Schattenwerfer), der ersten columna centenaria,
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