Meringer, Rudolf; Mayer, Carl
Versprechen und Verlesen: eine psychologisch-linguistische Studie — Stuttgart, 1895

Page: 159
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Kasperl leistet in den deutschen Puppenspielen*) da-
rin bedeutendes. Er versteht:

„Leimsieder" sür Einsiedler",

„Schuster nndSchneider" für „Wurzeln und Kräuter",
„Trompeter" für „Don Pedro",

„Marianna" für „Diana",

„Liesel" für „Hiesel"

Abgü'öst" für „Arrest",

„Wagen" für ^Magen"

Schnellwage" für „Schildwache" (!)

IV. Neber die Intensttät nnd den rela-
tiven Wert der inneren Sprachlaute.

Schon die Festsetzung der Regeln für die Sprech-
fehler hat mich gezwnngen den Begriff des- „Wertes"
eines Lautes einzuführen. Wie gesagt, ist dieser „Wert"
abhängig von der Stellnng im Worte nnd in der Silbe.

Hier Handelt es sich darum, die relative Jnten-
sität der Laute der inneren Sprache vom Standpnnkte des
Sprechenden zu erforschen.

Wenn man wissen will, welchem Lante eines Wortes
die höchste Jntensität zukommt, so beobachte man sich beim
Suchen nach einem vergessenen Worte, z. B. einem Namen.

*) Vgl. Deutsche Puppenspiele edd. Kralik und Winter Seiten
204, 225, 136 u. s. w.
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