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Hellmut Meyer und Ernst, Autographenhandlung und Antiquariat <Berlin> [Editor]
Theodor Fontane, August von Kotzebue: zwei deutsche Dichternachlässe ; Manuskripte und Briefe sowie ausgewählte Autographen ; Versteigerung 9. Oktober 1933 (Katalog Nr. 35) — Berlin, 1933

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.11967#0073
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[A. v. Kotzebue]

380 Zschokke, Johann Heinrich, Schriftsteller; 1771-1848. Eigh. Brief m. U.
Aarau, 11. VIII. 1810. 2y2 Seiten. 4<>.

An Kotzebue. Nachdem er K. seine Huldigung dargebracht hatte, teilt er ihm
mit, dass der Buchhändler Sauerländer Zschokke aufgefordert habe eine neue literarische
Zeitschrift herauszugeben, zu der er Kotzebue als Mitarbeiter gewinnen möchte. Er denkt
die Zeitschrift zu gestalten in der Art der „ehemahls bei Cotta herausgekommenen Flora".

381 - Eigh. Brief m. U. Aarau, 15. X. 1810. 2*k Seiten. 4°. Mit Adresse.

An Kotzebue, von dem er weitere Beiträge zu seiner Monatschrift: „Erhei-
terungen" erwartet; er erwähnt u. a. auch hierbei seine Mitarbeiter: Karl Grass u. J.
von Ittner. Die Monatsschrift solle rein literarisch gehalten werden. „Aber alle Politik, alle
Anspielung auf Ereignisse der neuesten Zeit, wenn sie irgend verwunden könnten, müssen
aus diesem Cirkel verbannt bleiben. Man kann in diesem Zeitalter grosser Qährungen
nicht behutsam genug sein . . . Auch ich arbeite an einer Geschichte der Schweiz und
ihrer Revolution. Dies Werk soll aber erst das Licht erblikken, wenn es für mein Auge
auf ewig erloschen ist . . . Die meisten Menschen und Völker sind ihrer Schicksale
werth. In meiner Hütte am Fus des Jura seh ich dem Sturm draussen, wie einem lehr-
reichen Schauspiel zu . . ."

382 - Eigh. Brief m. U. Aarau, 10. I. 1811. 3y4 Seiten. 8°.

An Kotzebue, dem er das Honorar für Beiträge in seinen „Erheiterungen" in
Aussicht stellt. Bei dieser Gelegenheit erwähnt er, dass ausser ihm selbst u. a. Grass
u. W. Huber Beiträge geliefert haben. „ . . . als Schriftsteller bildeten Sie für mich von
jeher mit Wieland und Schiller das Triumvirat aus. — Nur wenn die Schweiz einmahl
von Frankreich verschlungen werden sollte . . . dann ists möglich, dass ich zu den
Bernsteinküsten auswandre, und mir dort in Ihrer Nähe eine Hütte und eine Sandscholle
ankaufe . . . ." Er fordert K. auf, zu ihm nach der Schweiz zu kommen. „Hier wo Sie
umgeben von herzguten Menschen, in einer herrlichen, immer schönen Natur, im Mittel-
punkt der europäischen Civilisation zwischen Deutschland, Italien u. Frankreich zahl-
lose Verehrer und einen Freund fänden, der wenn Sie den Glanz der Residenzen mit
der Einfalt eines Republikaners vertauschen könnten, freudig mit Ihnen . . . sein Haus
und seinen Tisch theilen würde . . ."

383 - Eigh. Brief m. U. Aarau, 20. IV. 1811. 1 Seite. 4°. Mit Adresse.

An Kotzebue. Hat längere Zeit keine lit. Beiträge mehr von ihm erhalten.
„Aber seit Jahr und Tag sah ich auch nichts von den reizenden Spielen Ihrer Muse.
Freilich, die Nachtigallen schweigen, wenn die Kanonen brüllen . . ." Wünscht noch ein
gutes Porträt von Kotzebue in Kupferstich zu besitzen. „Ich mögte Sie in meinem Ar-
beitszimmer unter den Bildnissen meiner Lieblinge haben . . ."

384 - Eigh. Brief m. U. Aarau, 23. IV. 1811. 1 Seite. 4°. Mit Adresse.

An Kotzebue. Teilt ihm mit, dass einige Erzählungen K's, die in den „Erhei-
terungen" veröffentlicht wurden „in der Schweiz ungemein gefallen" haben. K. hatte
Zschokke gebeten sich nach einer Schweizer Gouvernante zu erkundigen. „Wegen einer
guten Gouvernante hab ich mich bei Pestalozzi in Yverdun erkundigt."

385 - Eigh. Brief m. U. Aarau, 20. X. 1811. 1 Seite. 4°. Mit Adresse.

An Kotzebue. Erwartet wiederum Beiträge für seine „Erheiterungen". „Die
Franzosen scheinen die neuincorporirten Departements im nördl. Deutschland sehr streng
zu halten in litterarischer Hinsicht. Selbst die unschuldigen Erheiterungen sind aus-
geschlossen ..." ,

Versteigerung. Katalog 35: Autographen.

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