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Patzold, Steffen; Schneidmüller, Bernd [Bibliogr. antecedent]; Weinfurter, Stefan [Bibliogr. antecedent]
Episcopus: Wissen über Bischöfe im Frankenreich des späten 8. bis frühen 10. Jahrhunderts — Mittelalter-Forschungen, Band 25: Ostfildern, 2008

DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.34736#0251

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250

IV. Die Zeit zwischen der Reichskrise und dem Ende der Brüderkriege

ten Menschen Hilfe gewährten, wie es der heilige Maximinus für Athanasius getan
habe*".

C. Fazit

Die Normen, die Ludwig der Fromme in der »Ordinatio« von 823/25 und die Pari-
ser Konzilsväter in ihren Akten und im »Rescriptum« von 829 formuliert hatten,
sind in den 830er Jahren nicht in die Praxis umgesetzt worden; insofern darf man
diese beiden Reformversuche der 820er Jahre als gescheitert bezeichnen. Allerdings
gerieten die damals ausformulierten Modellvorstellungen über das Zusammenwir-
ken von Herrscher und Episkopat in den 830er Jahren nicht in Vergessenheit. So hat
sich zum einen gezeigt, wie diese Vorstellungen den Zeitgenossen als Deutungs-
rahmen für die spektakulären politischen Inszenierungen der Jahre zwischen 833
und 836 dienten. Und zum anderen waren all jene Schrifttexte vorzuführen, in de-
nen sich wesentliche Elemente dieses Bischofsmodells in den 830er und frühen
840er Jahren wiederfinden: Kapitularien sind aus dieser Zeit nicht erhalten; aber in
den Konzilsakten, in der Historiographie, in den beiden sicher in jene Jahre datier-
baren Bischofsviten, in Briefen, Fürstenspiegeln, Rechtstraktaten und auch (sofern
sich deren Frühdatierung bestätigen sollte) in den pseudo-isidorischen Dekretalen
spiegelt sich wider, wie stark sich die Art und Weise verändert hatte, in der die Zeit-
genossen über Bischöfe sprachen - und wohl auch dachten*^. Ein Text wie das Pro-

447 Lupus, Vita Maximini, c. 5, 76, Z. 35-38: Ego pUnc MOM SM777 EM&7MS, 77Mf 77^777777^777 77Mf mrum 77M77C
esse, tpü si ^MemEEei, Mi tyMOMtW?! mogMMS Jecii AiEoMosiMS, Mu'^MOs moiMS MMpemiorMm/Mgo EecE'777777-
iem tEEeref, ei, Mi MoximiMMS, gremiMm con'iMiis, Deo JisMS open'rei.
448 Die Urkunden Ludwigs des Frommen liegen noch immer nicht in einer kritischen Edition vor.
Der Versuch von DicKAU, Studien 1988/1989, in einer Dissertation zumindest die Geschichte
der Kanzlei Ludwigs des Frommen aufzuarbeiten, ist zu Recht als mißlungen kritisiert wor-
den: Vgl. DEPREUX, Kanzlei 1993, demzufolge Dickaus »Arbeit für weitere wissenschaftliche
Untersuchungen wohl kaum verwendbar sein wird« (162); eine Neuuntersuchung, so Depreux,
setze jedoch den Abschluß der Editionsarbeit voraus. Als Skizze vgl. nun KÖLZER, Kaiser 2005.
- Angesichts der zahlreichen diplomatischen Spezialprobleme wurde hier davon Abstand ge-
nommen, die Urkunden Ludwigs des Frommen systematisch zu analysieren; es sei aber dar-
auf verwiesen, daß das neue Bischofsmodell auch in sie Eingang gefunden hat. Wohl am deut-
lichsten spiegelt es sich in der Urkunde Ludwigs für St-Denis vom 26. August 832 wider (BM*
905, im Original überliefert, gedruckt bei MiGNE PL 104, Sp. 1206-1210), die ausführlich über
die Reform des Klosters St-Denis durch den Abt Hilduin und die Erzbischöfe Ebo von Reims
und Aldrich von Sens berichtet. Schon die Arenga läßt aufhorchen: Demzufolge wird Ludwig
MMpeuüorn regEnEns officio gemahnt, die von den Bischöfen, den cccicsUsfici nin aposfoIorMm^Mc
DomEn' sMccessores, unter Anleitung des Heiligen Geistes in guter Weise geregelten Dinge zu
bekräftigen (Sp. 1206 C). Im selben Ton geht es fort: QMM Eig77M777 projeefo csf, Mf qnoE SMcerEoUE's
digMÜMs EirEno EZM7MEMÜ7 SpirifM corpon CErisfi, t?MoE csf EccksU, c;'MsEc777 DU ac D0777E77 cf Safnafo-
n's MOSfri mEc777pf77 S7777gM777C, 77EE7MC777'f 777 S77?Mfe, nU 7v/br77777f77 Sf77fM7f 777 7TE'g7 0 777 S 77Mg777 C77fO, iE 7777pc-
n'77?7's 77777jcsf77S E7tEo?77&7'E'fer per7777777SM7-M777 777 pcrpcfMM777 pofCSf77f7S SM77C SfM&77f wEomn pr77CCCpfO,
7^7 0 77777777 7^M7'E^M7'E 777 EM/MSC07770E7 MCgOfÜS ?77&Or77fM777, SCM pio CMÜM7 77 770&7S /MOn'f EcEiC77fM777, EoC pro-
CMf EM&70 770Sfr77C 7777777SMUMEE77S mg770 Cf popMio TTgCMEo CmEE77MS SpCCMÜMS pro/MfMrM777 (Sp. 1206
C-D). Die Kirche sei Ludwig EiniMÜMs rcgc77E77 fMC77E77^Mc co7777777'ss77 (Sp. 1206 D). In der langen
Narratio fehlen dann auch die weiteren Schlüsselelemente nicht: weder das bischöfliche 7777777-
 
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