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VI. Der Episkopat im Spiegel der Historiographie
nicht mehr streng eingehalten; und immerhin ist Hodingus als einer der Priester am
Hof Karls des Großen als königsnaher Geistlicher gekennzeichnet^.
Wie sich die Verfasser das ideale Verhältnis zwischen dem Bischof von Le
Mans und dem weltlichen Machthaber wünschten, das zeigt geradezu exempla-
risch die erste biographische Notiz der »Actus«, gewidmet dem heiligen Julianus.
Als der von Clemens geweihte Bischof nach Le Mans gelangt sei, habe der pn'wccps
locz namens Defensor von dessen Taten und Worten gehört und ihn daher zu sich
gerufen. »Mit demütigem Blick und zerknirschtem Herzen«, so heißt es in den »Ac-
tus«, habe sich der Fürst dem Bischof genähert, damit er den Geistlichen »gütig auf-
nehme« und »alles tue, was [Julianus] ihm sage«W Kaum aber habe er den Heiligen
gesehen, da habe sich der Fürst »vor seinem Angesicht erniedrigt«^. Er habe dann
nicht nur Julianus ein Kirchengebäude zur Verfügung gestellt, sondern zudem eine
Ansprache an das Volk gerichtet, Mf owmos ocwücwf ad tarn tücfMtw opz'scopMm, cf 7?Mtc-
cz's proccz'pcrcf, Jäccrcwf V Die Praxis ihrer eigenen Gegenwart, in der die Verfas-
ser dieses Handeln eines weltlichen Großen schilderten, dürfte vielfach anders aus-
gesehen haben. Gleichwohl zeigt die Passage, welchen Anspruch man um 860 in Le
Mans in Hinblick auf den bischöflichen Vorrang vertreten konnte: Das Volk sollte
tun, was der Bischof anordnete - und der weltliche Fürst sollte diesen Anspruch
durchsetzen.
2. Auxerre
Die Gesta der Bischöfe von Auxerre präsentieren in insgesamt 38 biographischen
Notizen die Geschichte des Bistums von der Zeit des heiligen Peregrinus^ bis hin
zu Christian^, dem Vorgänger jenes Bischofs Wala, unter dem das Werk entstand^.
Die Kanoniker Rainogala und Alagus stützten sich für ihre Arbeit offensichtlich
auf eine Bischofsliste ihres Bistums, die auch jeweils die Sedenzzeiten aufführte.
Viel mehr als solche Basisinformationen - in der Regel den Namen, den Bestat-
tungsort und die Dauer der Amtszeit - wußten die Autoren für eine ganze Reihe
ihrer Bischöfe gar nicht anzugebeiW; und in zwei Einträgen räumten die beiden
371 Ebd., c. 15 (4), 94: Tune 77Mte777 dom?!Ms khrofMs pmecepit ST7cerdote777 sMMm ?'?! pnLcfo SMo 770-
777777e HodmgMm ep7seopM777 ordmon, CM7 et777 777 dfctMm ep7'scop77tM777 ad n'ge77dM777 co7777777S7t.
372 Ebd., c. 1, 33: AMthWs MMte777 ?7oc proedictMs prmeeps, coepit ire, ^77777(7 OMÜM et co77tn'to corde, Mt fp-
SM77! ep7SCOpM777 &e777g77e SMSCtperet, et Mt et 77 D0 777777 0, Mt Cred7777MS, 777Sp7rMtM777 emt, 0 77777777 7?M77e et 777^7-
coret, freeret.
373 Ebd.: Ipse 77Mte777 prmeeps 7707777'Me Defensor, 7770% Mt nicht oe77eroMe777 ro7777777 M 777 episcopM777, do77777 M777
oi&h'cet M77777 M 777, t7M7777'i7M07't Se 777 C077SpectM e7MS.
374 Ebd., c. 1,34.
375 Gesta pontilicum Autissiodorensium, c. 1,11-17.
376 Ebd., c. 38,155/157.
377 Vgl. ebd., c. 39,159 (zum Episkopat Walas): QMoc7'rc77 c?Mo ?M77777777 r 777 socri cohegii nostrt, Ro/ifopoL
et AiogMS, C077t77&0r7777te HeiricO teOSOpho S7777Mi et 777 0 7777C(70, gest77 pr77eSM(M777 7St7MS Sechs C0777pe77d70Se
77t7?Me C0 77777777 t7Ce ef77gM&r77t7S p77g7777S 777ci7'derM77t.
378 Sehr knapp gehalten sind die Einträge zu den Bischöfen Marcellianus (ebd., c. 2, 19); Valerius
(c. 3,19); Valerianus (c. 4,21); Eladius (c. 5,21/23); Alodius (c. 8,51); Fraternus (c. 9,53); Censurius
(c. 10,53); Ursus (c. 11,55); Theodosius (c. 12,57); Gregorius (c. 13,57); Optatus (c. 14,59); Drocto-
aldus (c. 15, 61); Eleutherius (c. 16, 61); Romanus (c. 17, 63); Etherius (c. 18, 63); Vigilius (c. 22,
VI. Der Episkopat im Spiegel der Historiographie
nicht mehr streng eingehalten; und immerhin ist Hodingus als einer der Priester am
Hof Karls des Großen als königsnaher Geistlicher gekennzeichnet^.
Wie sich die Verfasser das ideale Verhältnis zwischen dem Bischof von Le
Mans und dem weltlichen Machthaber wünschten, das zeigt geradezu exempla-
risch die erste biographische Notiz der »Actus«, gewidmet dem heiligen Julianus.
Als der von Clemens geweihte Bischof nach Le Mans gelangt sei, habe der pn'wccps
locz namens Defensor von dessen Taten und Worten gehört und ihn daher zu sich
gerufen. »Mit demütigem Blick und zerknirschtem Herzen«, so heißt es in den »Ac-
tus«, habe sich der Fürst dem Bischof genähert, damit er den Geistlichen »gütig auf-
nehme« und »alles tue, was [Julianus] ihm sage«W Kaum aber habe er den Heiligen
gesehen, da habe sich der Fürst »vor seinem Angesicht erniedrigt«^. Er habe dann
nicht nur Julianus ein Kirchengebäude zur Verfügung gestellt, sondern zudem eine
Ansprache an das Volk gerichtet, Mf owmos ocwücwf ad tarn tücfMtw opz'scopMm, cf 7?Mtc-
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ser dieses Handeln eines weltlichen Großen schilderten, dürfte vielfach anders aus-
gesehen haben. Gleichwohl zeigt die Passage, welchen Anspruch man um 860 in Le
Mans in Hinblick auf den bischöflichen Vorrang vertreten konnte: Das Volk sollte
tun, was der Bischof anordnete - und der weltliche Fürst sollte diesen Anspruch
durchsetzen.
2. Auxerre
Die Gesta der Bischöfe von Auxerre präsentieren in insgesamt 38 biographischen
Notizen die Geschichte des Bistums von der Zeit des heiligen Peregrinus^ bis hin
zu Christian^, dem Vorgänger jenes Bischofs Wala, unter dem das Werk entstand^.
Die Kanoniker Rainogala und Alagus stützten sich für ihre Arbeit offensichtlich
auf eine Bischofsliste ihres Bistums, die auch jeweils die Sedenzzeiten aufführte.
Viel mehr als solche Basisinformationen - in der Regel den Namen, den Bestat-
tungsort und die Dauer der Amtszeit - wußten die Autoren für eine ganze Reihe
ihrer Bischöfe gar nicht anzugebeiW; und in zwei Einträgen räumten die beiden
371 Ebd., c. 15 (4), 94: Tune 77Mte777 dom?!Ms khrofMs pmecepit ST7cerdote777 sMMm ?'?! pnLcfo SMo 770-
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372 Ebd., c. 1, 33: AMthWs MMte777 ?7oc proedictMs prmeeps, coepit ire, ^77777(7 OMÜM et co77tn'to corde, Mt fp-
SM77! ep7SCOpM777 &e777g77e SMSCtperet, et Mt et 77 D0 777777 0, Mt Cred7777MS, 777Sp7rMtM777 emt, 0 77777777 7?M77e et 777^7-
coret, freeret.
373 Ebd.: Ipse 77Mte777 prmeeps 7707777'Me Defensor, 7770% Mt nicht oe77eroMe777 ro7777777 M 777 episcopM777, do77777 M777
oi&h'cet M77777 M 777, t7M7777'i7M07't Se 777 C077SpectM e7MS.
374 Ebd., c. 1,34.
375 Gesta pontilicum Autissiodorensium, c. 1,11-17.
376 Ebd., c. 38,155/157.
377 Vgl. ebd., c. 39,159 (zum Episkopat Walas): QMoc7'rc77 c?Mo ?M77777777 r 777 socri cohegii nostrt, Ro/ifopoL
et AiogMS, C077t77&0r7777te HeiricO teOSOpho S7777Mi et 777 0 7777C(70, gest77 pr77eSM(M777 7St7MS Sechs C0777pe77d70Se
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378 Sehr knapp gehalten sind die Einträge zu den Bischöfen Marcellianus (ebd., c. 2, 19); Valerius
(c. 3,19); Valerianus (c. 4,21); Eladius (c. 5,21/23); Alodius (c. 8,51); Fraternus (c. 9,53); Censurius
(c. 10,53); Ursus (c. 11,55); Theodosius (c. 12,57); Gregorius (c. 13,57); Optatus (c. 14,59); Drocto-
aldus (c. 15, 61); Eleutherius (c. 16, 61); Romanus (c. 17, 63); Etherius (c. 18, 63); Vigilius (c. 22,



