Meyer, Carla
Die Stadt als Thema: Nürnbergs Entdeckung in Texten um 1500 — Mittelalter-Forschungen, Band 26: Ostfildern, 2009

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2. Nürnbergs verschiedene (Er-)Fassungen

62m zzzavzzzza zzfz/zfafzs Czuzfafz prouczzzf, woraus der Stadt der größte Nutzen
erwachse.'^

2.4.10. Italienische Reisende auf Piccolominis Spuren
Mit Scheurls Epzsfd ist der Gang durch diejenigen Werke abgeschlossen, die
Nürnberg aus der Binnensicht beschrieben. Am Schluss der Darstellung über
das Genre »Stadtbeschreibung« und »Städtelob« soll der Blick jedoch noch ein-
mal auf diejenigen Texte gerichtet werden, die aus der Außen-Perspektive auf
die Stadt berichten. Enea Silvio Piccolomini war der prominenteste Italiener,
der Deutschland bereiste; in der zweiten Hälfte des 15. und der ersten Hälfte
des 16. Jahrhunderts blieb er allerdings nicht der einzige. Gerade Nürnberg als
Handelszentrum mit engen Kontakten nach Norditalien wie auch als Schau-
platz reichsweiter Versammlungen war immer wieder Reiseziel von Besuchern
anderer Nationen. Dass nicht nur geschäftliche Gründe und diplomatische
Missionen, sondern auch private »Bildungsreisen« und ein »touristisches« In-
teresse Anlass für einen Besuch in Nürnberg waren, zeigt ein Brief des venezia-
nischen Gesandten Zaccaria Contarini, den er im Februar 1496 vom Königshof
in Donauwörth in seine Heimatstadt sandte. Sein spanischer Kollege Antonio
Fonsecca, so berichtet er darin, sei nach Nürnberg aufgebrochen, um sich die
Stadt anzusehen.^
Nicht wenige »Ausländer« scheinen sich dort auch fest niedergelassen zu
haben; dem Amalfitaner Antonio de Beatis jedenfalls fiel auf seiner Reise durch
Deutschland 1517/18 ins Auge, dass Nürnberg nicht nur von /iMOttzztzz czuz/z, Bür-
gern der Stadt, sondern von zzzcrcazzfz & ogzzz zzzzEozzc bevölkert sei.^ Sein Fands-
mann Girolamo Faleti aus Modena konkretisierte dreißig Jahre später, dass
sich unter diesen JbnzsEen dz ogzzz sorfe zzzasszzzzazzzczzfc J...J EzomzzEzzz befänden.^"
Herablassend setzt er hinzu, welchen Profit die Nürnberger aus diesem Kultur-
transfer gezogen hätten: Den Florentinern nämlich, so erklärt er, verdanke die
Stadt ihre an vielen Obst- und Blumensorten reichen Gärten, die an zztztzetzzEz, an
Anmut und Fieblichkeit, im Vergleich zzosüo pzzcsc nicht zurückstünden, im
Gegenteil Italien sogar überlegen seien A'

357 Ebd., S. 34: OZ /?os ahijMaMdo wagwac woNs coMteMtiom's /here CMW AMvrto Mardn'oMC, warn a
/Mth'ohMr, sc^MÜMr, tarn max/ma MÜhZahs C;Wah prouemt.
358 Vgl. RI XIV 2, Nr. 3795 (29. Februar 1496). Zu Zaccaria Contarini vgl. CmusnNA LuTTER,
Politische Kommunikation an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Die diplomatischen
Beziehungen zwischen der Republik Venedig und Maximilian I. (1495-1508), München 1998
(Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 34), S. 183f.
359 Itinerario di monsignor r[everendissi]mo et ill[ustrissi]mo il cardinale de Aragona mio signor,
incominciato da la cita de Ferrara nel anno del Salvatore MDXVII del mese di Maggio et de-
scritto per me donno Antonio de Beatis canonico Melfictano con ogni possibile diligentia et
fede, ed. PASTOR, 1905, S. 98.
360 [Girolamo Faleti,] Nürnberg im Jahre 1547. Ein Bericht, hg. von WALTER FRIEDENSBURG, in:
Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg 15,1902, S. 195-205, hier S. 203.
361 Ebd., S. 203.
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