Bock, Nils
Die Herolde im römisch-deutschen Reich: Studie zur adligen Kommunikation im späten Mittelalter — Mittelalter-Forschungen, Band 49: Ostfildern, 2015

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Vorwort

Mit seiner hochragenden Kopfbedeckung, dem Chaperon, der goldenen Kette
mit den fünf Wappen Österreichs, Frankreichs, des römisch-deutschen Reichs,
Englands und Burgunds blickt Ihnen der Herold vom Umschlag dieses Buchs
in die Augen. Die Wappen kennzeichnen ihn als weitgereisten und protegier-
ten Vertreter einer Gruppe aus dem höfischen Milieu. Nicht zu übersehen ist
aber vor dem faden grün-bläulichen Hintergrund die Blässe in seinem Gesicht
und eine ebenso bleiche Hand, die vom linken Bildrand aus nach unserem
Herold hascht. Es ist der Tod, der nach ihm ausgreift. Das Fragment ist Teil
des Basler Totentanzes, der um 1440 an der Innenseite der Friedhofsmauer des
Dominikanerklosters in Basel angebracht war. Von dort aus schaute der He-
rold den Betrachter dank mehrfacher Restaurierungen bis 1805 an. Die Dar-
stellung sollte daran erinnern, dass der Tod jeden, ungeachtet seines Standes
und seines Rufs, plötzlich aus dem Leben „entführen" konnte. Wie der Beis-
chrift zu entnehmen war, ereilte dieses tödliche Schicksal auch den redege-
wandten, vom Kaiser geschätzten und beschenkten Herold. Dem heutigen
Betrachter mag der Totentanz im wahrsten Sinne des Wortes makaber und die
Figur des Herolds fremd Vorkommen. Als Protagonist der vorliegenden Stu-
die bot dieser emblematische Vertreter höfischer Kultur viele Anknüpfungs-
punkte, um einer mittelalterlichen Tradition der Kommunikation nachzuge-
hen. Die vorliegende Studie basiert auf einer Fassung, die im Wintersemester
2012/13 von der Philosophischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-
Universität Münster als Dissertation angenommen wurde.
Was als Vertretung begann, wurde zum akademischen Heim für mich und
mein Dissertationsprojekt. Meinem Doktorvater, Prof. Dr. Martin Kintzinger
(Münster), möchte ich daher meinen allergrößten Dank ausdrücken. Nach nur
einem Gespräch wurde einem zuvor noch unbekannten Studenten eine Chan-
ce eröffnet, Vertrauen offeriert und Freiräume für Forschung und Lehre in
Eigenverantwortung geboten. In Gesprächen und durch den fachlichen und
persönlichen Rat erhielt ich Anregungen und Förderung, die zusammen mit
den eigenen Erfahrungen ein Ensemble bilden, das über die vorliegende Ar-
beit hinausreicht und den Reichtum der Promotion ausmachen. Hierzu zähle
ich auch die gute Arbeitsbeziehung zu Prof. Dr. Bertrand Schnerb (Lille). Für
den Austausch, die eingebrachten Ideen und Unterstützung bin ich ihm eben-
so dankbar verbunden, wie für die Erstellung des zweiten Gutachtens zum
Abschluss des Verfahrens.
Die eigene Studie in dieser Form präsentieren zu können, entspringt dem
Privileg, das mir die Reihenherausgeber, Prof. Dr. Bernd Schneidmüller und
Prof. Dr. Stefan Weinfurter (beide Heidelberg) zuteil haben ließen. Sie beglei-
teten prüfend und persönlich wohlwollend die Drucklegung der Arbeit. Ist
diese durch die finanzielle Unterstützung der VG Wort möglich, gebührt für
die Vorbereitung und Ausführung des Drucks Jürgen Weis vom Thorbecke
Verlag für die persönlich angenehme und sachlich klare Zusammenarbeit
mein Dank.
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